Tipps für den Winter

Wir sind das ganze Jahr mit unserem Camper unterwegs und das auch bei bei Minusgraden. Natürlich ist jeder unterschiedlich empfindlich was Kälte angeht und es ist jedoch nicht jedes Fahrzeug so gut für die Kälte geeignet. Man kann aber mit ein paar Maßnahmen nahezu jedes Fahrzeug Wintertauglich machen.

Maßnahmen für ein entspanntes Wintercamping

Vor allem Fahrzeuge in der unteren und mittleren Preisklasse, sind nur bedingt für den Einsatz bei Temperaturen unter null Grad Celsius geeignet. Das wichtigste ist hierbei als erstes die Isolierung des Fahrzeuges und das vor allem beim Kastenwagen und bei Teilintegrierten Fahrzeugen, welche auf den Fiat Ducato als Antriebsfahrzeug setzen und die original Fahrerkabine verwenden.

Hier zieht die Kälte rein wie nichts Gutes, aber hier kann man mit ein paar einfachen Helferlein nachbessern. Die Anschaffungskosten halten sich zum einen in Grenzen und der Gasverbrauch werden dementsprechend sinken. Solange die Heizung läuft bzw. die Temperatur im Fahrzeug nicht geben null sinkt, ist im Prinzip noch alles in Ordnung. Der Frischwassertank befindet sich im Fahrzeuginneren und hier friert somit nichts ein. Problematischer wird es dann mit dem Abwassertank, welcher unter dem Fahrzeug angebracht ist und von der laufenden Heizung weniger profitiert.

Isolierte oder gar beheizte Abwassertanks, sind bei den meisten Herstellern leider noch lange kein Standard. Bei einem Neufahrzeug sollte man daher unbedingt die passende Sonderausstattung zu wählen. Selbst wenn man selber nicht zur kalten Jahreszeit unterwegs ist, erhöht dieses den Wiederverkaufswert deutlich. Eine nachträgliche Isolierung ist in der Regel nicht möglich bzw. sehr aufwendig und somit sehr teuer. Kommen wir jetzt zu den Maßnahmen die man ergreifen kann, damit Camping auch zur Kalten Jahreszeit Spaß macht.

1. Fußraum und Scheibenisolierung für den Fiat Ducato

Die Isolierung vom eigentlichen Fia Ducato ist leider sehr schlecht. Es ist und bleibt vom Fahrerhaus her, halt immer ein Lieferwagen. Hier zieht die Kälte rein wie nichts gutes. Angefangen von den Scheiben, für die es aber eine passgenaue Außenisoliermatte* gibt. Diese isoliert Front- und Seitenfenster sehr gut und ist sehr einfach anzubringen.

Die Kälte zieht aber beim Fiat Ducato auch ganz schnell durch den Motorraum ins innere des Fahrzeugs. Als Gegenmaßnahme bietet sich hierfür perfekt eine Fußraumisolierung an. Diese ist innerhalb von wenigen Sekunden im Fußraum verlegt und wenn sich darunter noch eine passende Fahrerhausmatte* befindet, um so besser. Ab Herbst sind das unser stetigen Begleiter.

Natürlich kann man für den Fußraum auch jede andere Art von Dämmmaterial, wie etwa eine alte Decke verwenden. Hauptsache die kalte Luft zieht nicht ins innere des Campers.

2. Thermo-Trennvorhang günstig selbstgemacht

Trotz der Isoliermatten auf den Scheiben und im Fußraum von Ducato, kommt noch Kälte von vorne in den Wohnbereich. Jetzt haben wir im Breezer nunmal keinerlei Verwendung für beiden Sitze im Fahrerhaus und können es daher abtrennen. Einen passenden Thermo-Trennvorhang gibt es zwar auch zu kaufen, aber sie sind zum einen recht teuer und zum anderen habe ich von den Maßen her nicht genaues gefunden. Somit habe ich mir einen solchen Vorhang selber erstellt. Eine genaue Anleitung findet ihr natürlich auch im Blog.

3. Ein Keramikheizlüfter speziell für den Camper

Trotz aller Maßnahmen zur Isolierung, wird man um die Heizung natürlich nicht herumkommen. In der Regel heizt man ja im Camper mit Gas. Es kann aber immer wieder Situationen geben, wo man gerne auch und sei es zur Unterstützung der Gasheizung, auch mit einem Heizlüfter arbeiten möchte. Dabei muss man im Camper aber auf ein paar Dinge achten und somit kommt für uns nur ein spezieller Keramikheizlüfter* in Frage.

Keramik kann nicht durchbrennen, glüht nicht und erhitzt sich „nur“ auf rund 200 Grad Celsius, währenddessen Heizdrähte bis mehr als 1.000 Grad Celsius schaffen. Einen ausführlichen Testbericht findet ihr hier.

4. Frostschutzmittel im Abwassertank

Wenn der Abwassertank nicht isoliert ist, kann dementsprechend das Abwasser darin gefrieren. Selbst wenn der eigentliche Abwassertank isoliert ist, kann der Ablauf die Achillesferse sein. Spätestens dieser müsste zusätzlich beheizt werden, damit der Ausgang nicht einfriert und das Abwasser ablaufen kann.

Hierfür kann man dem Abwassertank einfach eine kleine Menge Scheibenfrostschutz zuführen und schon kann das Abwasser nicht mehr einfrieren. Sollte „nur“ einmal der Ablauf eingefroren sein, empfiehlt sich eine Tasse kochendes Wasser von außen in den Ausguss einzufüllen. In der Regel ist dort nur eine kleine Menge Eis durch Restwasser entstanden.

Maßnahmen für einen entspannten Winterschlaf

Selbst bei den „Ganzjahres-Campern“ wird sich in der Regel die Benutzung des Campers auf die Wochenenden und natürlich die Ferien bzw. den Urlaub beschränken. Wenn man mit dem Camper unterwegs ist, dann läuft in der Regel die Heizung und dann ist das alles kein Problem.

Aufpassen muss man, wenn die Temperatur (bei Normaldruck) unter den Gefrierpunkt von null Grad Celsius fällt. Beim Gefrieren dehnt sich Wasser aus. Die Moleküle im Eiskristall beanspruchen mehr Raum als im (flüssigen) Wasser. Die Leitungen sind zwar recht flexibel, aber Winkel, Stecker, Schellen und teilweise auch Wasserhähne im Camper sind in der Regel aus Kunststoff und würden dem Druck nicht standhalten. Ein feiner Haarriss reicht schon aus und ein Wasserschaden wäre die Folge und es gibt im Reisemobil eigentlich nichts schlimmeres, als einen Wasserschaden. Daher sollte man, nein man muss dafür sorgen, dass kein Restwasser in den Leitungen zurückbleibt, wenn das Fahrzeug nicht beheizt wird.

Das gilt leider auch für einen sehr kurzen Zeitraum zwischen zwei Fahrten. Das Risiko sollte man nicht eingehen. Natürlich kann man für einen kurzen Zeitraum auch mal die Heizung laufen lassen. Hier reicht es ja vollkommen, wenn im Camper 5 oder 6 Grad herrschen. Solange kann ja nichts einfrieren. Wer seinen Wagen aber länger abstellt, oder sogar über die kalte Jahreszeit stilllegt, der muss folgende Regeln beachten, damit es bei der nächsten Fahrt kein böses Erwachen gibt. Die mit Abstand wichtigste Regen lautete „Das Wasser muss raus“.

1. Wasser vollständig ablassen

Das entleeren des Frischwassers über die Hähne in den Abwassertank, würde sehr lange dauern und die Pumpe unnötig beanspruchen. Daher sollte man das Ablaufventil direkt am Tank und die Ablaufhähne in der Versorgungsklappe für Kalt- und Warmwasser öffnen.

Als nächstes das Wasser im Abwassertank entleeren und auch das Restwasser im Boiler der Heizung muss raus. Dazu öffnet man beim Marktführer Truma einfach das FrostControl (Sicherheits-/Ablassventil). Einfach den blauen Drehschalter um 180° bis zum Einrasten drehen, dabei springt der Druckknopf heraus und das Wasser des Boilers läuft über den Entleerungsstutzen ab. Weiter geht es mit der Toilettenspülung denn auch hier ist teilweise noch Wasser drin.

2. Pumpe ausschalten und ggf. trockenlegen

In manchen Fahrzeugen kann man die verbaute Tauch oder Druckpumpe mit einem Schalter deaktivieren. Das ist wichtig, weil eine Pumpe darf nicht trocken laufen, weil sie sonst Schaden nehmen kann. Wer wie wir dafür aber keinen separaten Schalter hat, kann entweder die gesamte 12V Stromversorgung im Wohnmobil über das Bedienpanel ausschalten, oder am Elektroblock (EBL) die passende Sicherung für die Pumpe ziehen.

Wir bevorzugen letzteres, weil unsere Alarmanlage mit Strom versorgt werden möchte und über die Solaranlage ja immer wieder genug frische Energie reinkommt. Für die Batterien ist dieses im Winter eh die beste Situation, wenn man sie nicht ausbauen kann oder will. Achtung auch bei Restwasser in der Pumpe bzw. im Vorfilter!

Spätestens wenn man seinen Camper über einen längeren Zeitraum stilllegt, sollte man die Pumpe ausbauen und trockenlegen. Das geht in der Regel recht einfach und die Tauchpumpe findet man direkt im Tank und nach einer Druckpumpe muss man erstmal suchen. Die ist bei uns z.B. unter gegenüberliegenden Sitzbank, in einem recht scher zugänglichen Fach untergebracht. Bei einer Druckpumpe ist das gefährliche, der aus Kunststoff bestehende Vorfilter. Hierdurch hatten wir unseren ersten und hoffentlich auch letzten Wasserschaden.

Der Vorfilter sorgt dafür, das keine Partikel in die Wasserpumpe gelangen können. Grundsätzlich eine gute Idee. Wenn der nicht aus Kunststoff gefertigt wäre und da immer etwas Restwasser im Vorfilter zurückbleibt, hat es einen kleinen Haarriss gegeben und den Rest könnt ihr euch denken, oder halt nachlesen. Da wir ausnahmslos einen Wasserfilter bei befüllen des Tanks verwenden, ist der Tank immer sauber und ich konnte den Vorfilter ohne ein schlechtes Gewissen ausbauen und gegen ein 1/2 Verbindungsstück aus Messing tauschen.

3. Restwasser aus den Zuleitungen per Luftballon

Nachdem das gesamte Wasser aus dem Tank und aus dem Boiler abgelaufen ist, muss noch das Restwasser aus den Zuleitungen der Wasserhähne entfernt werden. Über die Pumpe bekommt man es nicht raus und die ist ja auch bereits ausgeschaltet. Dafür verwendet man einfach einen handelsüblichen Luftballon.

Man öffnet (bei deaktivierter Pumpe) alle Hähne im Fahrzeug in Mittelstellung. Dann bläst man einen Luftballon auf und stülpt ihn über einen Hahn und drückt langsam die Luft aus dem Ballon in den Wasserhahn. Ihr werdet merken, dass noch eine ordentliche Portion Wasser aus dem Camper läuft. Den Vorgang einfach an jedem Hahn ein bis zweimal wiederholen, bis kein Wasser mehr ausläuft. Am Ende lasst ihr einfach die Hähne in Mittelstellung geöffnet.

4. Sonstige Flüssigkeiten aus dem Camper entfernen

Man sollte bei sich ausdehnenden Flüssigkeiten nicht immer nur an das Wasser im Tank denken. Oftmals schleppt man ja noch einen ganzen Hausrat mit sich herum und evtl. lagern in den Schränken noch Getränke, oder sonstige Flüssigkeiten, die ebenfalls platzen könnten. Das kann auch eine schöne Sauerei geben, wenn etwa eine Bier oder Colaflasche platzt.

5. Weitere Maßnahmen

Nachdem man alle relevanten Flüssigkeiten entfernt hat, müssen noch ein paar Kleinigkeiten erledigt werden, die ich hier in Stichpunkten auflisten werde.

  • Kühlschrank abschalten und die Tür und die Klappe vom Eisfach einen Spalt geöffnet lassen, damit die Luft zirkulieren kann und kein Schimmel entsteht
  • Die Aufbaubatterie pflegen: Die Akkus aufladen, abklemmen und frostfrei überwintern und alle vier Wochen mit einem passenden Ladegerät* nachladen.
    Alternativ den Camper am 230-Volt-Netz angeschlossen lassen. Hier aber per Zeitschaltuhr all 7 Tage für einen Tag nachladen. 24h Dauerstrom ist auch nicht sinnvoll.
  • Polster, Matratzen und Matratzenauflage unterlüften

Alle hier im Detail vorgestellten Punkte, findet ihr in der passenden Checkliste für den Winterschlaf zum Download.

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