Ohne Gas geht im Camper nicht wirklich viel. Für Kochen, Waschen, Duschen und für das Heizen wird in fast allen Fällen Gas genötigt. Nur einige wenige Fahrzeughersteller verzichten auf Gas, benötigen dann aber mehr Energie etwa für ein Induktionskochfeld und spätestens dann wird eine Dieselheizung benötigt, aber in den meisten Fällen läuft das im Camper alles über Gas.

An der eigentlichen Gasanlage im Camper, darf man selber keinerlei Veränderungen vornehmen. Dieses muss immer durch eine dafür auch autorisierte Fachperson erfolgen und das ist auch aus vielen Gründen gut so. Was ist denn jetzt der Unterschied zwischen Butan, Propan und was ist LPG? und auf was muss man bei der Verwendung von Gas im Camper noch so alles achten?

Die verschiedenen Gassorten im Überblick

Die Brennwerte von Propan und Butan sind wenn man genauer hinschaut nahezu identisch und die beiden Gase unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Temperaturempfindlichkeit der sogenannten Siedetemperatur.

Propan Butan
Heizwert in Kilo  12,87 kWh/kg 12,69 kWh/kg
Brennwert in Kilo 13,98 kWh/kg 13,74 kWh/kg
Siedetemperatur -42,1 °C -0,5 °C

Dann gibt es noch das LPG (Liquefied Petroleum Gas) welches auch GPL, Motorgas oder auch Autogas genannt wird. Dieses Gas wird verflüssigt getankt und das erklärt somit sicher auch, warum es bei Tankstellen in Litern und bei einer Tauschflasche im Baumarkt, in Kilo angegeben wird. Ein Liter Flüssiggas entspricht einem halben Kilo Gas, oder um es ganz genau zu nehmen sind es 510 Gramm. Somit hat eine 11 Kilo Flasche einen Inhalt von 22 Liter Gas.

Das LPG besteht in der Regel aus einer Mischung aus Propan und Butan. Butan hat den etwas besseren Brennwert und dafür den Nachteil, dass es ab etwa -0,5° Grad Celsius nicht mehr verdampft. Aus diesem Grund ändert sich im Winter das LPG Mischverhältnis an den Tankstellen von Propan/Butan 40:60 (Sommergas) auf 60:40 (Wintergas).

Im Camper kann es eventuell zu Problemen kommen, sofern es im Gaskasten zu kalt wird. Das betankte und somit verflüssigte Gas, muss nämlich in einen gasförmigen Zustand gebracht werden. Es könnten somit bei der oben beschriebenen Wintermischung, nur die 60% Propan verbraucht werden. Der Anteil von Butan würde in der Flasche bleiben und steht einem nicht zu Verfügung. Es gibt verschiedenen Listen mit Tankstellen, die ebenfalls eine ein Verhältnis von 95%5 oder 100% Propan anbieten und ich habe diese in einer Google Maps Karte zusammengefügt. Bei uns wird erreicht der Gaskasten nie minus Grade, sofern im Camper die Heizung läuft, weil das Kasten auch etwas von der Innenwärme abbekommt.

Die gängigen Gasbehälter im Überblick

Das Gas kann in unterschiedlichsten Behältern gespeichert werden und ich möchte euch hier eine grobe Übersicht der verschiedenen Möglichkeiten geben.

Ein neuer Camper wird zu 99,9 % mit einer 11 Kilo grauen Eigentumsflaschen aus Stahl ausgeliefert. Die Flaschen haben ein Eigengewicht von etwa 11 Kilo (Tara) und dazu kommt dann noch das Gewicht des eigentlichen Flüssiggases. Zusammen kommen die beiden vollen Flaschen also auf satte 44 Kilo Gewicht. In seltenen Fällen kommen auch kleinere Flaschen mit einem Gewicht von 5 Kilo zum Einsatz.

Diese Flaschen bekommt man nahezu überall (wir gehen jetzt man von Deutschland aus) getauscht. Baumarkt, Tankstelle, Campingfachhandel und gegen teilweise einen recht hohen Aufschlag auch auf dem Camping oder Stellplatz. Ihr tauscht hierbei immer eine leere Flasche, gegen eine volle Flasche. Daher sind die Flaschen auch nie neu und irgendwie auch nie gebraucht. Die Flaschen werden in den meisten Fällen in einem Werk wieder gefüllt, geprüft und gehen wieder zurück in den Handel.


Es gibt auch Eigentumsflaschen welche aus Aluminium bestehen und diese haben ein deutliche geringeres Eigengewicht von 5,5 Kilo. Im Gegensatz zu zwei vollen 11 Kilo Stahlfaschen, spart ihr also 11 Kilo an Eigengewicht. Eine solcher Ersparnis ist vor allem in der 3,5 Tonnenklasse sehr interessant. Hier gibt es auch noch eine 6 Kilo Version, aber die sind noch schwerer zu tauschen, als die 11 Kilo Flaschen aus Aluminium.

Die Investitionskosten liegen zwischen 100,00€ bis 150,00€ je nach Angebot. Wo Licht ist, da ist natürlich auch Schatten und so haben die Aluflaschen den Nachteil in der Verfügbarkeit. So kann es schon mal in einem Urlaub passieren, dass man zum tauschen der Flaschen weitere Wege zurücklegen muss.

Unabhängigkeit durch LPG Tankflaschen

Die oben beschriebenen Tauschflaschen, haben aus meiner Sicht den großen Nachteil der eingeschränkten Unabhängigkeit. Es kam bei uns schon oft genug vor, dass ich eine halb volle Flasche bereits getauscht habe, weil ich in etwa schon wusste, dass wird im Urlaub nicht ausreichen, oder zumindest sehr knapp werden. Seit 2017 haben wir Tankflaschen aus Aluminium im Camper verbaut und alles ist viel entspannter geworden.

Mit den Tankflaschen steuern wir einfach eine der vielen Tankstellen an und tanken dort bequem LPG nach und LPG ist auch in den meisten Europäischen Ländern verfügbar. Die Verfügbarkeit in eurem Reiseland könnt ihr hier nachschauen und man benötigt lediglich den passenden Adapter, welche es auch in einem praktischen Set* gibt. Somit tankt man einfach auf dem Weg immer nur die Menge an Gas nach, die man auch benötigt. Es ist kein ausbauen und schleppen von ja leider teilweise noch halb vollen Gasflaschen notwendig. Umfangreiche Infos zu den Tankflaschen findet ihr auch noch in folgendem Beitrag.

Die Tankflaschen aus Aluminium haben natürlich den gleichen Vorteil beim Thema Gewicht, wie die Tauschflaschen aus Aluminium. Sie wiegen ebenfalls nur 5,5 Kilo und seit Oktober 2018, ist das mit der Zulassung bzw. Gasprüfung auch endlich mal gesetzlich geregelt. Neben den Tankflaschen gäbe es auch noch Gastanks. Diese sind in unterschiedlichen Größen und auch über 100 Liter verfügbar. Sie eignen sich jedoch nicht wirklich für Fahrzeuge in der 3,5 Tonnen Klasse.

Wir wollen die Tankflaschen auf keinen Fall mehr missen und können sie zu 100% weiterempfehlen. Natürlich ist auch eine Kombinationen aus einer Tank und eine Tauschflasche möglich. Dieses könnte für jemanden interessant sein, der länger an einem Ort steht und den Platz zum tanken nicht mal eben verlassen kann, oder will, also etwa beim Wintercamping.

Praktisches Gaszubehör

Murphys Gesetz schlägt bei leeren Gasflaschen gerne in seiner vollen Härte zu. Bei eisigen Temperaturen und das natürlich mitten in der Nacht, geht eine der Gasflasche leer und es regnet auch noch und es bläst ein starker Wind. Also muss man raus, ob man will oder nicht und die zweite Flasche anschließen.

Wer darauf verzichten möchte, der rüstet sich die Truma DuoControl CS Zweiflaschen-Umschaltanlage* nach. Diese schaltet automatisch von der leeren, auf die volle Flasche um. Weiterhin ist ein sogenannter Crash Sensor verbaut, welcher den Betrieb, oder alleine schon aufgedrehte Gasflaschen während der Fahrt erlaubt. Die müsste man ansonsten aus gesetzlichen Gründen, immer vor der Fahrt zudrehen. Sollte mal kein Gas durch die DuoControl fließen, dann hat der Crash Sensor ausgelöst und eine Lösung findet ihr hier. Alle Details findet ihr in meinem Testbericht.


Damit ihr auch mitbekommt, das die DuoControl auf die zweite bzw. Reserveflasche umgeschaltet hat, sollte man sich noch die DuoC Fernanzeige* nachrüsten. Zusätzlich ist hier auch noch Eis-Ex integriert, was eine Reglervereisung im Winter verhindert. Insgesamt eine recht praktische Investition, wer auf eine klassische Einbauvariante steht. Details findet ihr in meinem Testbericht.


Gasfilter* schützten die Gasanlage vor verunreinigtem Gas. Ein Gasfilter soll die lange Lebensdauer der Anlage selbst, sowie aller mit Gas betriebenen Geräte wie Heizung, Kühlschrank, Kocher usw. sichern. Der Einbau des Truma Gasfilters ist in wenigen Minuten erledigt. Man setzt ihn einfach zwischen Regler und Gasschlauch und er eignet sich für alle Regelanlagen, die an der Wand montiert sind, wie der sehr zu empfehlenden Truma Duo Control CS.

Gasfüllstand ablesen

Damit ihr immer wisst wie es um den Füllstand der Gasflasche steht, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Gasflasche wiegen und das Eigengewicht (Tara) abziehen ist eine, wenn auch aus meiner Sicht umständliche Möglichkeit. Deutlich einfacher geht es mit den folgenden praktischen Helferlein.

Wer LPG Tankflaschen verbaut hat, kann wegen des einbauten Schwimmers keine Sensoren von der Unterseite verwenden. Hier kann man sich aber ganz einfach die Livello Tankflaschen Fernanzeige nachrüsten und alle Details findet ihr in meinem Testbericht.


Etwas praktischer ist es hier schon den Füllstand der Gasflaschen per Bluetooth auszulesen. Dafür gibt es von MOPEKA zwei Untraschallsensoren*, welche am Flaschenboden mit Magneten befestigt werden. Die Sensoren erfassen per Ultraschall den Füllstand des flüssigen Gases in der Flasche und übermitteln dieses an eine passende App.

Es ist auch möglich einen Schwellwert anzugeben und sich somit proaktiv bei einem gewissen Füllstand per Push Benachrichtigung auf dem Smartphone oder Tablet informieren zu lassen. Wer Alugasflaschen im Einsatz hat, benötigt noch ein kleines Spannblech, weil die Magnete natürlich nicht an den Aluminiumflaschen halten werden. Die Anzeige eignet sich leider nicht für LPG Tankflaschen, da in diesen ein Schwimmer verbaut ist. Details und eine Anleitung zum herstellen eines Spannblechs, findet ihr in meinem Testbericht.


Eine ebenfalls bequeme Lösung kommt aus dem Hause Truma und auch hier wird per Ultraschall und das vom Flaschenboden aus der Füllstand gemessen. Dann wird der ermittelte Füllstand per von der Truma Level Control per Bluetooth an die Truma iNet Box gesendet und von dort weiter an ein Smartphone oder Tablet. Funktioniert auch zuverlässig, setzt aber eine Truma iNet Box voraus und ist deutlich teurer und eigentlich braucht man dann auch gleich zwei.


Ebenfalls per Ultraschall, arbeitet der Truma LevelCheck Füllstandsanzeiger* welcher einfach an die Flasche gehalten wird. Je nach Position zeigt die LED Rot oder Grün an und so kann man von außen erkennen, bis wohin der Flasche das Gas steht. Der LevelCheck arbeitet wie auch die anderen Anzeigen sehr zuverlässig, aber man muss halt aktiv an die Gasflasche gehen und messen.

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