Back to the Roots – Wir fahren wieder Kastenwagen

Die Lesedauer für diesen Artikel beträgt ca. 6 Minuten

Wer sich das erste Mal ein Wohnmobil zulegen möchte, ist oftmals allein schon von der großen Auswahl unterschiedlicher Fahrzeugtypen und deren Grundrissen überfordert. Auf Anhieb das richtige Gefährt zu finden, ist hier gar nicht so einfach. Das bestätigten mir auch diverse Besucher in der Starter Welt auf dem Caravan Salon, wo ich dieses Jahr u.a. als Sprecher unterwegs war. Wenn man aber bereits so einige und auch unterschiedliche Wohnmobile und Grundrisstypen besessen hat, ist die Suche nach etwas Neuem auch nicht wirklich einfacher. Man weiß zwar bereits relativ gut, worauf man nicht mehr verzichten möchte und ebenso, was man im Wohnmobil nicht mehr haben möchte, aber genau das kann fast noch zermürbender sein.

Wenn aus über 61.000 verfügbaren Fahrzeugen bei Mobile.de (Tendenz steigend) nach Nutzung der diversen Suchfilter, kein Fahrzeug mehr verfügbar ist, könnte es auch schwierig werden. Am Ende entscheiden sich hier sicherlich auch einige zum Selbstausbau. Ich traue mir schon einiges zu und habe auch vieles selbst im Wohnmobil gemacht, aber ich weiß auch, wo meine Grenzen sind. Ein Selbstausbau wäre so ein Projekt, wo ich aktuell sagen würde „och nö, das muss jetzt auch nicht unbedingt sein“.

So überraschend schnell, wie es mit dem Verkauf unseres Wohnmobils geklappt hatte, ebenso schnell stand bereits wenige Tage ein neues vor unserer Tür. Also kein nagelneues, sondern ein gebrauchtes aus dem Hause CS Reisemobile, einer kleinen und feinen Manufaktur in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg und es handelt sich hierbei um das Model Rondo XL. Man könnte die XL Variante vom Rondo auch nicht mehr neu kaufen, weil ein Vorlieferant sich 2022 dazu entschieden hat, das Hochdach für den langen Radstand des Sprinters nicht mehr zu produzieren. Wir haben uns also eine kleine „Rarität“ in einem wirklich sehr guten Zustand durch eine private Vermittlung ergattern können. Er hat gerade erst 20t km auf dem Tacho, keine Kratzer und ist dank einer Hohlraumversiegelung auch untenrum in einem hervorragenden bzw. neuwertigen Zustand.

Back to the Roots also, denn 2016 hat unser Camping Abenteuer mit einem Kastenwagen mit ähnlichem Grundriss, einem Weinsberg CaraBus 601 MQH angefangen. Der jetzige Rondo XL basiert auf einem Mercedes Sprinter, 3-Liter V6 CDI Motor mit 190 PS, zuschaltbarem Allrad und Getriebeuntersetzung, also dem identischen Basisfahrzeug, wie bei unserem Vorgängermodell. Mit dem Unterschied von einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,5 anstatt 5,5 Tonnen, wodurch hinten auch keine Zwillingsreifen nötig und AT Reifen möglich sind.

Frischwasser und Abwassertank sind mit 150 und 100 Litern zwar nur halb so groß, aber ebenfalls innenliegend und somit sind wir auch hier wieder voll Winterfest unterwegs, was wir u.a. nicht mehr missen wollten. Für die Wärme sorgt hier aber eine Truma Dieselheizung, mit welcher wir noch Erfahrungen sammeln müssen. Bis dato hatten wir immer eine Gasheizung, ob nun als Gebläse, oder Warmwasser und somit schauen wir mal, was da so auf uns zukommt. Ich bin wie immer sehr gespannt und freue mich auf neue Erfahrungen.

Nächste Woche habe ich auf jeden Fall bereits einen Termin bei André Vogel von GNS-Grimma, für den Einbau eines Truma Höhenkits. Wenn ich aber schon beim Fachmann bin, kommt noch eine leistungsstärkeren Solaranlage, ein Außenanschluss für die Solartasche und was uns sonst noch so einfällt, um den Rondo so autark wie möglich zu machen.

Durch ein Festbett im Heck und ein Hubbett im Hochdach, gibt auch hier wieder maximal vier Schlafplätze und wir müssen somit nicht umbauen, was uns auch sehr wichtig ist. Aufstelldächer mögen bei Kastenwagen auf den ersten Blick sehr praktisch sein, sind aber spätestens im Winter nicht wirklich zu gebrauchen. Daher sollte es festes Dach sein und dass man die Sitzgruppe unter dem bereits heruntergelassenen Hubbett noch nutzen kann.

Insgesamt ist der Rondo vom Platzangebot natürlich um einiges kleiner als der Dopfer und es hat schon etwas von einem Umzug ins Tiny House, aber ich habe mal irgendwo gelesen, aussortieren soll etwas Befreiendes an sich haben. Was man die letzten Jahre nie gebraucht hat, muss auch nicht zwingend wieder mit auf Reisen, wobei „haben ist oftmals besser als brauchen„. Also alles irgendwie auch Quatsch und Schöngerede min dem minimalisieren.

Wenn ich feststecke, will ich Bergeseil und Sandbleche dabeihaben, oder Luft ablassen und mit dem Kompressor wieder aufblasen können, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Kamen die genannten Zubehörteile in den vergangenen Jahren einmal mal zu Einsatz? Ach, Papalapapp sei doch froh, das nicht, sage ich mir, aber wenn, ja, dann ist man doch froh, wenn man das passende Zubehör dabeihat.

So stand ich teilweise etwas ratlos vor einer der vielen 42 Liter Eurokisten mit dem gesamten Inventar aus dem alten Wohnmobil. Diese waren zumindest Themen bzw. Bereichsbezogen sortiert. Also nach Küche, Bad, Heckgarage, Elektrokrams usw., damit man nicht vollkommen den Überblick verliert. Ein paar Möbelstücke wie unser Tisch, oder unser sehr geliebten Campingstühle mit dem Namen Vintage Elisabeth, passen schon mal nicht rein. Hier müssen platzsparendere Alternativen her und für den Tisch wurden wir bereits fündig und passende Stühle sind schon auf dem Weg.

Eckdaten vom CS Rondo XL

Fahrzeug
Maße
Technik

• Mercedes Sprinter 419 CDI
• 3-Liter V6 Motor mit 190 PS
• Allradantrieb mit Getriebeuntersetzung
• 7-Gang-Wandlerautomatik
• zul. Gesamtgewicht 4.500 kg
• Keramikversiegelung
• Unterbodenschutz inkl. Hohlraumversiegelung

Aktuelle und geplante Umbauten

Aktuell herrscht noch etwas Baustelle im und am Rondo. Hier eine kleine Übersicht von aktuellen und anstehenden Umbauten, welche ich vereinzelnd auch im Detail noch in passenden Artikeln vorstelle. Es wird also mal wieder nicht langweilig mit der Camping Family.

  • Schwerlastauszug in der Heckgarage
  • Zusätzliche 12V Steckdosen
  • Tuning der MBUX 360° Kamera
  • UV-C Wasserfilter von TW-DES
  • Wechseln von Kassettentoilette (C400) auf Trocken-Trenn-Toilette (BioToi)
  • Frontschutzbügel
  • LED Zusatzbeleuchtung
  • Selbst befüllbare 2,5 kg Gasflaschen
  • Demontage der Satellitenanlage und leistungsschwachen Solarpaneel
  • So viel Solar von GNS-Grimma aufs Dach wie nur geht
  • Noch mehr Lithium-Batterien (aktuell 200Ah)
  • Zusätzlicher Solarregler und Außenanschluss für die Solartasche
  • Höhenkit für die Dieselheizung
  • Kiiper Staunetze
  • Diverse „Kleinigkeiten“ im Innenraum
  • 3 Blattfeder von Kiefer 4×4
  • ect.

Jetzt muss nur noch das bestellte Material für den Badezimmerumbau eintreffen, dann kann die neue BioToi Trocken-Trenn-Toilette eingebaut werden. Die Thetford C400 Kassettentoilette ist auf jeden Fall schon ausgebaut. Am kommenden Wochenende gehts dann mal kurz auf Tour und Anfang der Woche dann nach Grimma zum weiteren Umbau. Mitte Oktober soll es dann mit dem Rondo XL zum Wandern nach Südtirol gehen, soweit nach aktueller Wetterlage zumindest der Plan.

11 Kommentare
  1. Martina
    Martina sagte:

    Lieber Marc, ich wünsche euch allzeit gute Fahrt und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel. Ach neeee, das sind ja andere Fahrzeuge. Sieht auf jeden Fall toll aus der Neue! Liebe Grüße aus dem Allgäu

  2. Roland D
    Roland D sagte:

    Tschüss Garage…
    Wie haben eine ähnliche Situation, Alkoven Wohnmobil 6,70m lang, mit 2 Stockbetten aber Kinder fahren nicht mehr mit.
    Was Kleiners zu finden wird zur Herausforderung wenn man unter 3,5t bleiben möchte ( wir sind bisher damit klargekommen laut Waage, trotz umfangreichen Zubehör! unser Fahrzeug ist aber über 15 Jahre alt und somit von der Basis schon leichter..).
    Die Kasten Varianten fand ich zuerst auch gut mit 4×4. Aber wenn ich das mit unserm jetzigen Womo vergleiche, welches auch noch 20 cm kürzer ist, hat man im Kasten deutlich weniger Platz, meist keine Innendusche, Fahrräder auf die AHK., Kühlschrank meist unten, etc.

    Die 3,5t Grenze wird hier auch schnell überschritten.

    Wenn man dann noch ein Budget zu beachten hat kommt man in´s Grübeln wenn man weiß was der Kastenwagen nackt als Sprinter kostet und man schnell bei 150T eur mit Zubehör ankommt.
    Ein Stellplatznachbar hatte einen neuen Hymer Grand Canyon und war mit dem Schränken u.a. nicht zufrieden, ist halt alles enger…
    Ich habe deswegen bei uns das 2. Bett ausgebaut, somit eine größere Garage wo 2 e-Bikes, Anhänger, Tische Stühle etc. Platz finden und eine Neuanschaffung „vertagt“.

    Freue mich aber über eure Erfahrungen, auch im Winter !

  3. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hallo Roland, die Heckgarage war jetzt in unserem Dopfer nicht so groß, als dass ich sie sehr vermissen würde. Auf meinen Schwerlastauszug bekomme ich jetzt fast noch mehr Eurokisten unter als damals in der Heckgarage. Unter den 3,5t zu bleiben, kann man selbst ohne Allrad vollkommen vergessen. Ich habe daher auch nach Fahrzeugen gesucht, die über 4t wiegen und der jetzige Rondo XL ist mit seinen 4,5t gut unterwegs. Gestern war ich mal kurz mit vollen Tanks auf der Waage und die zeigte 4100 kg an.

    Einen Umbau/Ausbau der Stockbetten kam für uns erst mal nicht infrage und ist im Dopfer 422A Family auch nicht ohne Weiteres möglich. Was den Platz angeht, hast du absolut recht. Im Kastenwagen ist bei gleicher Länge weniger Platz. Das liegt u.a. an der geringeren Breite (in der Regel 15-20 cm) und den nach oben zulaufenden Wänden. Das muss einmal halt klar sein.

    Wintertauglichkeit „sollte“ wegen innen liegenden Tanks und guter Dämmung „eigentlich“ gegeben sein. Wird sich aber natürlich zeigen müssen und Skandinavien bei-30° haben wir schon öfters gemacht und werden es auch (hoffentlich bald) wieder tun. Einen besseren Härtetest gibt es dafür kaum. Ich werde auf jeden Fall berichten. Viele Grüße Marc

  4. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hi Olaf, danke danke! Gefällt uns auch optisch ziemlich gut. Der Rest muss sich auf den anstehenden Reisen natürlich noch beweisen.

    Bin gerade auf dem Rückweg von Hamburg, dort habe ich passendes Material für den Umbau vom Bad abgeholt. Wenn das alles so klappt wie ich mir das gedacht habe, wird das ziemlich cool mit dem neuen Klo.

    Ich werde berichten. Viele Grüße Marc

  5. Michael Merklinghaus
    Michael Merklinghaus sagte:

    Moinsen Marc,

    Nach langer Zeit endlich wieder Deine Blog gelesen. Viel passiert.

    Herzlichen Glückwunsch zum „neuen“ KaWa.
    Er sieht sehr chic aus, auch wenn‘s innen etwas „bieder“ aussieht -sorry-
    Ich wünsche Euch weiterhin viele schöne und aufregende Reisen.

    Gruß aus Gütersloh
    Michael

    P.S. Die Kinder dürfen ihn (bis jetzt) ja leider nicht fahren. Abwarten

  6. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Moin Michael, danke dir. Ja wenn ich hätte wählen können, dann Holz eher in Richtung Eiche mit hellen Fronten, aber bei einem gebrauchten kann man da nichts machen und so schlimm, das ich jetzt lackieren oder foliieren müsste, es ja Gottseidank nicht.

    Bin gerade in den letzten Zügen vom Bad Umbau. Morgen geht es dann das erste mal kurz auf Tour.

    Viele Grüße aus Oldenburg. Marc

  7. Udo Schmerbauch
    Udo Schmerbauch sagte:

    Gratuliere auch noch nachträglich zum sehr schönen Neuen. Bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und finde ihn richtig gut. Wir haben uns vor kurzem einen VW Caddy 5 Maxi zugelegt und statten den jetzt mit einer Campingbox mit Bett aus. Ist natürlich viel spartanischer , aber mal sehen wie wir zurecht kommen. Wir wollten halt den Camper auch als Alltaugsauto und müssen somit Kompromisse eingehen.
    Viel Spaß mit dem Neuen, werde deinen Blog weiter folgen.
    Gruß Udo

    PS. Bin jetzt schon Fan von deinen wirklich guten Fotos!

  8. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hallo Udo, danke für die netten Worte und in den nächsten Tagen kommen wieder frische Bilder von unserem ersten Trip mit dem neuen Camper nach Südtirol. Viele Grüße Marc

  9. Johannes
    Johannes sagte:

    Zwar etwas spät, aber auch von mir Glückwunsch zum neuen Mobil!

    Wir sind derzeit dabei, einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Obwohl noch alle drei Kinder mitfahren, haben wir uns von unserem Phoenix EuroCargo getrennt und wollen auf etwas handlicheres umsteigen. So ein riesen Schiff behindert doch recht stark, gerade wenn man sich gerne abseits gängiger Pfade bewegt. Momentan denken wir in Richtung Sprinter 4×4 hoch lang und recherchieren welche Möglichkeiten es gibt. Da wir 5 Gurt- und Schlafplätze benötigen wird es wohl kein Modell von der Stange sondern eher ein Individualausbau… Mal sehen was es letztendlich wird!

    Beste Grüße,
    Johannes

  10. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hallo Johannes, danke für die Glückwünsche. 5 Personen im Sprinter ist möglich, wenn auch sicherlich gewöhnungsbedürftig. Besonders, wenn man vom EuroCargo in einen Kasten zieht. Das hat was vom Schloss ins TinyHouse, was aber auch seinen Reiz haben kann. Machbar ist alles, man muss es nur wollen. Wir haben den Schritt bis jetzt nicht bereut.

    Einen fünften Sitz einbauen zu lassen, ist möglich und habe ich schon im Pössel gesehen. Ihr werdet schon etwas Passendes finden und kannst mich ja mal auf dem laufenden halten. Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Viele Grüße Marc

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