Mit dem Wohnmobil nach Slowenien – Teil 2

Die Lesedauer für diesen Artikel beträgt ca. 13 Minuten

Nach unserem kurzem Abstecher an die Küste von Kroatien sind wir noch ein Stückchen weiter bis in den Nationalpark Plitvicer Seen gefahren. Der Park ist für seine 16 kaskadenförmig angeordneten Seen bekannt, welche durch unzählige Wasserfälle miteinander verbunden sind und der Park ist bereits seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Tickets haben wir im Vorfeld online gebucht, und uns ein passendes Zeitfenster ausgesucht. Um die Besucherströme im Park zumindest etwas zu kontrollieren, wird die Anzahl an neuen Besuchern nämlich pro Stunde begrenzt. Besonders in den Sommermonaten sollte man sich frühzeitig um Tickets kümmern, was aber online schnell erledigen ist. Vom Parkplatz P2 aus ist man direkt im Park und nach wenigen Metern Fußweg, kann man bereits das türkisblaue Wasser und den Wasserfall Veliki Slap mit einer Fallhöhe von 78 Metern bewundern.

Die Stationen unserer Reise

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Nationalpark Plitvicer Seen in Kroatien

Die Tour durch den Park haben wir für die ersten Kilometer mit genügend Abstand zwischen zwei Reisegruppen begonnen. Es ging vom Wasserfall aus an vier kleineren Seen entlang bis zum See Kozjak, um dort mit einem Boot (im Eintrittspreis enthalten) überzusetzen. Auf ein Boot passen etwa 100 Personen und wir mussten ca. 45 Minuten warten, bis wir einen Platz auf einem der drei Boote ergattern konnten, welche an diesem Tag über den See gefahren sind.

Auf der anderen Seite vom See angekommen, setzten wir unsere Tour im Sonnenschein fort, bis wir nach wenigen Minuten aber von starkem Hagel überrascht wurden. Also schnell die Regenjacken anziehen und weiter gehts bis zum See Okrugljak.

Fotos zu machen war dann aber gar nicht mehr so einfach und die Hagelkörner waren auf der Haut wirklich schmerzvoll. Unsere Hundedame Luna konnten wir schnell in unserem Kurgo Hunderucksack (Testbericht) verstauen. Nach etwa 15 Minuten war der Spuck bereits wieder vorbei und ich habe dabei auch mal die Grenzen meiner Regenjacke kennengelernt.

Also weiter bis zum Parkplatz bzw. der Station 3. Von dort bringt einen die sogenannte Panoramabahn (ebenfalls im Preis inkl.) bis an Station 1. Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Wasserfall Veliki Slap und somit der Ausgangspunkt unserer Tour. Insgesamt waren wir etwa fünf Stunden im Nationalpark Plitvicer Seen unterwegs und wir können den Besuch absolut empfehlen.

Koordinaten vom Nationalpark Plitvicer Seen
what3words: ///berufsverband.zurückgeben.umweg
44.8828977, 15.6237418
44°52.9739′N, 15°37.4245′E
44°52′58.4317″N, 15°37′25.4705″E

Für die Übernachtung haben wir uns einen nahegelegenen und von Privat angebotenen Stellplatz über Park4Night herausgesucht. Dieser liegt nur wenige Minuten entfernt in der Nähe von Korana auf einem Hügel und geht für 15 € vollkommen in Ordnung. Wer sich in Kroatien übrigens einmal etwas ganz Besonderes gönnen möchte, der kann hier auch für ein paar Tage eine luxuriöse Villa mieten. Wir bleiben vorerst bei unserem Camper und es geht am nächsten Morgen dann von Kroatien ganz entspannt über die Dörfer wieder nach Slowenien gefahren.

In Kroatien haben wir vor der Grenze auch noch unseren Dieseltank gefüllt, was um etwa 20 Cent pro Liter günstiger war. Das Einkaufen im Supermarkt ist hier auch etwas einfacher, weil man keine Höhenbeschränkungen oder gar Verbotsschilder für Wohnmobile bei Parkplätzen von Supermärkten vorfindet. In Slowenien wollten wir uns am nächsten Tag unter anderem die Höhle von Postojna (slow. Postojnska Jama) anschauen.

Die Höhle von Postojna

Neben dem eigentlichen Besucherparkplatz der Höhle befindet sich ein Wohnmobilstellplatz bzw. Parkplatz mit Zaun und Schranke. Auch dieser Platz ist nicht wirklich schön und mit 25 Euro für 24 Stunden auch nicht gerade günstig. Alternativen in Slowenien aber leider mal wieder Fehlanzeige und so bleiben wir hier gezwungenermaßen über Nacht. Wir reden uns die Sache schön, dass wir es dafür morgen nicht so weit bis zur Höhle haben und die Parkgebühren auch bereits bezahlt sind und wir auch noch unser Grauwasser entleeren können.

Wir sitzen also auf Platz neben unserem Camper in der Sonne und buchen bereits online die Tickets für den morgigen Besuch der Höhle. Wenn der Platz in der Saison voll belegt ist, wird es mit draußen sitzen eher nichts. Den Parkstreifen nach zu urteilen, wird man dann dicht an dicht stehen und so gerade einmal die Tür aufbekommen.

Auf dem Gelände der Höhle liegt auch das Vivarium, wo man unter anderem Grottenolme besichtigen kann. In rund 10 Kilometern Entfernung kann und sollte man auch die Höhlenburg von Postojna besichtigen. Diese Sehenswürdigkeiten und noch so einiges mehr lassen sich miteinander in verschiedenen Kombitickets „vergünstigt“ erwerben.

Wir entscheiden uns für die Kombination Höhle + Vivarium + Höhlenburg und bezahlen dafür als Familie stolze 145,00 €. Hierbei noch der Hinweis, dass man die anderen Sehenswürdigkeiten aus einem Kombiticket auch ganz bequem innerhalb von 30 Tagen nach der Besichtigung der Höhle von Postojna besichtigen kann.

Die Nacht auf dem Platz war ruhig und um viertel vor 10 stehen wir vor dem Eingang der Höhle. Hier warten wir auf unseren Reiseleiter Franz, welcher uns in deutscher Sprache durch die Höhle von Postojna begleiten wird. Genauer durch die knapp 3 Kilometer von den insgesamt 25 Kilometern, welche bereits im Jahr 1819 für den Tourismus erschlossen wurden.

Die ersten zwei Kilometer fährt man mit einer kleinen Eisenbahn in die Tropfsteinhöhle. Eine solche Bahn gibt es hier übrigens bereits seit 1872, auch wenn anfangs die Höhlenführer zwei Wagen, sogenannte Faeton, mit je vier Besuchern durch die Höhle von Hand geschoben haben. Die Fahrt ist wirklich ein Erlebnis und man wünscht sich lediglich, die Bahn würde etwas langsamer fahren, damit man noch mehr dieser beeindruckenden Höhle sehen bzw. genießen kann. An der Station angekommen, geht es dann mit Reiseleiter Franz für knapp einen Kilometer zu Fuß weiter durch die Höhle.

In der Höhle kann man unzählige Stalagmiten, Stalaktiten und Stalagnaten bewundern. Letzteres nennt man das Ergebnis, wenn sich ein Stalagmit (von unten) und Stalaktit (von oben wachsend) treffen. Reiseleiter Franz hat uns das alles super verständlich erklärt und man hat beim Schlendern auch ausreichend Zeit, um alles zu bestaunen und Fotos zu machen.

Zum Ende der Tour sieht man auch den fünf Meter hohen und glänzend weißen Stalagmit, welcher Brillant genannt wird. In einem kleinen Schaukasten kann man auch eine Ansammlung von Grottenolmen bewundern, bevor man danach in den Konzertsaal gelangt. Von hier aus gehts dann wieder mit der Bahn zurück zum Ausgang der Höhle.

Die Höhle von Postojna hat ganzjährig geöffnet und das auch an Feiertagen. Die Besichtigung, d.h. die Fahrt mit dem Höhlenzug und der Spaziergang auf der leicht zugänglichen Strecke, dauert etwa anderthalb Stunden und die Temperatur in der Höhle ist das ganze Jahr über konstant bei 10° C. Kein preiswerter, aber ein lohnenswerter Besuch.

Besuch beim Grottenolm

Nach der Höhle sind wir ins Vivarium gegangen. Hier bekommt man kleine Audioguides ausgehändigt und kann anhand von diversen Stationen etwas über die mehr als 150 Tierarten erfahren, welche in der Höhle von Postojna leben. Star des ganzen ist hierbei natürlich der Grottenolm, ein 25 bis 30 Zentimetern langes Höhlentier, welches sich völlig an das Leben im Dunkeln angepasst hat. Ein Grottenolm lebt bis zu 100 Jahre und kann bis zu 12 Jahre ohne Nahrung auskommen.

Die Besichtigung im Vivarium (auf dem Gelände) verläuft ohne Führung, sodass man sich entspannt Zeit nehmen kann. Die Ausstellung und deren Umsetzung mit den Audioguides (auch in Deutsch) hat uns ausgezeichnet gefallen.

Koordinaten der Höhle von Postojna
what3words: ///radsportteam.mietshaus.einbrachte
45.7830298, 14.2038417
45°46.9818′N, 14°12.2305′E
45°46′58.9073″N, 14°12′13.8301″E

Wieder am Camper ging es kurz um Kassenautomaten und dann zur knapp 10 Kilometer entfernten Burg Predjama. Vor der Burg befindet sich ein recht kleiner Parkplatz und wir haben uns, mit dem Camper dann auf die Parkflächen für Busse (3 Stück) gestellt. Wo man hier im Sommer bei Hochbetrieb parken soll, ist mir selbst mit dem PKW ein Rätsel. Im Sommer sollte man den kostenlosen Transfer zwischen der Höhle von Postojna und der Burg in Anspruch nehmen. Genaue Angaben zu den Abfahrtzeiten findet man auf der Webseite des Betreibers.

Zur Burg Predjama

In der 123 Meter hohen senkrechten Felsenwand thront seit über 800 Jahre die weltweit größte Höhlenburg, hinter dessen Mauern sich ein Geflecht von geheimen Gängen befindet. Über diese Gänge wurde die Burg nicht nur mit Nachschub versorgt, sondern man konnte sie darüber auch heimlich verlassen.

Die Burg von Predjama galt sehr lange als uneinnehmbar. Die geheimen Gänge nutze damals auch der bekannteste Bewohner aus dem 15. Jahrhundert, Ritter Erasmus von Luegg, um sich auf seine Raubüberfälle zu begeben. Es nahm mit ihm leider ein unschönes Ende, als er auf dem Klo (im Außenturm) sitzend, der Turm von Steinkugeln getroffen wurde und Ersamus mit ihm in die Tiefe stürzte. Die Burg lässt sich ebenfalls in diversen Sprachen per Audioguide auf eigene Faust erkunden.

Die Burg wurde über die Jahrhunderte immer weiterentwickelt und steht als weltgrößte Höhlenburg sogar im Guinness-Buch der Rekorde. Man kann auf der Tour nicht nur diverse Räumlichkeiten besichtigen, sondern sieht auch ausgezeichnet, wie die heutige Burg fast nahtlos in die natürliche Höhlenburg gebaut wurde.

Man kann auch die eigentliche Höhle, also den Beginn der heutigen Burg und den Eingang zu den geheimen Gängen besichtigen. Frisches Wasser (in einer Burg absolut überlebenswichtig) gab es übrigens über einen Brunnen im Inneren, welcher sich stetig durch Regen- und Schmelzwasser aus dem Berg füllte.

Unter der Burg entstand die zweitlängste Höhle Sloweniens mit 4 Etagen, welche auch die Höhle unter der Burg genannt wurde. Einige Teile dieser Höhle kann man sich im Rahmen der regulären Besichtigung (von Mai bis September) ansehen, die restlichen Teile lediglich im Rahmen von abenteuerlichen Höhlentouren. Ein Besuch der Burg Predjama ist wie auch die Höhle von Postojna sehr zu empfehlen.

Koordinaten der Höhlenburg Predjama
what3words:
///gewerbepark.satt.turniersieg
45.8158037, 14.1268796
45°48.9482′N, 14°7.6128′E
45°48′56.8933″N, 14°7′36.7666″E

Schau aufs Land Slowenien

Von der Bug sind wir weiter bis zu einem Bauernhof mit Blick auf die Steiner Alpen gefahren. Der Betreiber hat sich auf die Erzeugung und Verarbeitung von Bio-Hanf spezialisiert. Den Hof haben wir über das Portal bzw. App Schau aufs Land Slowenien gefunden und bequem gebucht.

Schau aufs Land Slowenien: In Deutschland ist sicherlich einigen Landvergnügen ein Begriff. Selbiges gibt es in Österreich und Slowenien und nennt sich dort Schau aufs Land. Hier kann man gegen eine Jahresgebühr auf Bauernhöfen übernachten. Schau aufs Land Slowenien kostet lediglich 24,90 € für ein Jahr und man kann so bei über 40 Bio-Bauernhöfen & anderen nachhaltigen Betrieben übernachten. Dort kann man auch aus direkter Nähe deren regionale Spezialitäten und die nachhaltige Landwirtschaft kennenlernen. Der Jahresbeitrag lohnt sich auf jden Fall, denn so viel kosten hier ja bereits die meisten einfachen Stellplätze.

Der Betreiber Ambrož ist sehr sympathisch und erzählt einem auch gerne ausführlich etwas zu seinen Produkten. Es gibt neben ein paar Ziegen und Hühnern (frische Eier am Morgen) auch ein Shetlandpony auf dem Gelände. Die Anfahrt ist selbst mit einem kleinen Wohnmobil aber etwas aufregend und mit 3,7 m Höhe, muss man schon gut auf diverse Dachüberhänge und Regenrinnen aufpassen. Hat man den Weg aber gemeistert, steht man direkt an der Schlucht des Flusses Kokra, in welchem man im Sommer auch schwimmen kann.

Am nächsten morgen gab es ein paar frische Bio-Eier und nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir unsere Reise in Richtung Steiner Alpen fortgesetzt.

Weiter geht es im nächsten Teil der Reise

4 Kommentare
  1. Steffi J.
    Steffi J. sagte:

    Ein sehr schöner Reisebericht, vielen Dank dafür. Auch wir wollen Slowenien bald mal mit einem Womo bereisen und sind dankbar für Hinweise und Tips . Liebe Grüße aus Dresden

  2. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hallo Steffi, freut mich zu hören und ich würde dir empfehlen auch den dritten Teil des Berichts und das dortige Fazit zu lesen.

    Hilft evtl bei der Planung des „richtigen“ Zeitraums. Viele Grüße in die sehr schöne Stadt Dresden.

  3. Bianca
    Bianca sagte:

    Hallo Marc,
    vielen Dank für deinen tollen Bericht. Da kommt wieder Fernweh auf. Wir waren letztes Jahr auf der Rückfahrt von Griechenland und Albanien dort und wir wollen dort noch mal wieder hin. Leider sind die Osterferien längst um, sonst hätte ich euch jetzt noch dringend Lipicia und das dortige Lipizzanergestüt mehr als empfohlen. Wir durften auf dem Parkplatz übernachten und die Anlage ist echt toll – auch für nicht-Pferdefans.
    In diesem Sinne Liebe Grüße aus dem LK Oldenburg

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