Skandinavien Winterreise 2022 – Teil 5

Die Lesedauer für diesen Artikel beträgt ca. 6 Minuten

Auf dem Campingplatz in Karasjok⁩ wurden wir herzlichst von den Betreibern Silje und Ronny begrüßt. Der Platz bietet neben Stellflächen für Wohnmobile und Wohnwagen, auch mehrere Hütten, Saunen oder einen Jacuzzi an. Ronny ist Guide für Schneemobile und Silje hat eigene Huskys, mit denen sie nahezu täglich kleine Touren unternimmt. Im Lavvuv bzw. in der Kote, dem traditionellen Zelt der Sami brannte auch noch ein gemütliches Feuer, an welches wir uns selbstverständlich gesellen dürfen, teile uns Silje beim Chek-in mit. Vom Campingplatz aus hat man auch einen Blick auf das Sámi Parliament of Norway.

Die Stationen unserer Reise

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Campingplatz in Karasjok⁩

Huskyschlitten &Schneemobil

Silje hatte angeboten, dass die Mädels doch am nächsten Morgen mit ihr eine Runde auf dem Huskyschlitten fahren könnten. Ein solches Angebot lässt man sich natürlich nicht entgehen und bei traumhaftem Wetter sollte die Tour starten. Dann kam es aber noch besser, denn die Tour sollte auf dem zugefrorenen Fluss Kárášjohka unterhalb vom Campingplatz beginnen. Um dorthin zu gelangen, würden wir mit den Schneemobilen fahren und eines davon dürfte ich alleine fahren. Ein Traum sollte also nicht nur für die bereits über beiden Backen strahlenden Mädels wahr werden.

Wir fuhren mit den Schneemobilen runter auf den Fluss und dort durfte dann zuerst Mia den Huskyschlitten fahren und im Nachgang war Lilly an der Reihe. Auf den Schneemobilen fuhren wir dann in der Zwischenzeit über den Fluss und die angrenzenden Hügel am Ufer. Es hat uns alles super Spaß gemacht und wir sind Silje und Ronny unheimlich dankbar für diesen tollen Ausflug und deren unbeschreibliche Gastfreundschaft. Geld wollten Sie für die Tour keines annehmen und so bedankten wir uns unter anderem mit Sekt und ein paar Flaschen Bier aus der Heimat. Den beiden sagen wir nochmals „Tusen takk begge to for den flotte dagen“.

Das Sámi-Museum

Am Mittag brachen wir auf und nur wenige Minuten vom Campingplatz entfernt liegt das Sámi-Museum, welchem wir natürlich einen Besuch abgestattet haben. Hier befindet sich die größte Sammlung von Artefakten der samischen Kulturgeschichte in ganz Norwegen. In einer Ausstellung sind traditionelle auch samische Kleidung (Gákti) ausgestellt und eine andere befasst sich mit den Schamanen- oder Sami-Trommeln „Rumpu-Ukko„.

Sámi Parliament of Norway

Nach dem Besuch im Museum fuhren wir noch kurz für ein paar Fotos bis zum Sámi Parliament of Norway. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts fand eine Unterdrückung der samischen Bevölkerung statt. Im Jahr 1964 wurde der norwegische Samenrat (norwegisch: Norsk Sameråd) gegründet, welcher beratende Funktionen gegenüber den norwegischen Behörden bei samischen Angelegenheiten hatte. Seit 1987 gibt es in Norwegen ein Gesetz über das Sameting und andere samische Rechtsverhältnisse. Im September 1989 wurden die ersten Wahlen für das Sameting abgehalten und am 9. Oktober 1989 wurde das gewählte Parlament in Karasjok von König Olav V. eröffnet, welches den norwegischen Samenrat ablöste.

In Norwegen, Schweden und Finnland gibt es jeweils ein solches Sameting (Parlament). Das jetzige Parlamentsgebäude in Karasjok⁩ wurde am 2. November 2000 von König Harald V. eröffnet. Der Plenarsaal des Parlaments befindet sich in einem kegelförmigen Bereich, welcher an die traditionelle Behausung der Samen, den Koten, erinnern soll.

Nach Lakselv in Richtung Nordkap

Wir verließen Karasjok⁩ auf der E6 in Richtung Nordkapp nach Lakselv auf den Campingplatz Fjord view Porsanger AS. Es ist der letzte zu dieser Jahreszeit hier oben (vor dem Nordkapp) noch geöffnete Campingplatz. Die Betreiberin fragte uns noch ob wir weiter zum Nordkapp wollen und warnte uns nur vor schwerem Sturm und geschlossenen Straßen. Man müsste das Wetter aber einfach immer beobachten, weil es sich hier oben sehr schnell in alle Richtungen ändern kann. Unser Versuch Hamburger auf dem Grill zuzubereiten, scheiterte auf jeden Fall, weil die Gasflamme trotz Deckel immer wieder ausging.

Unsere Fenster ließen sich auch nicht mehr öffnen, weil alles zugefroren war. Also Heizung auf höchste Stufe, Rollos runter und das Eis abtauen lassen. Nach etwa einer halben Stunde ließ sich zumindest ein Fenster an der Sitzgruppe öffnen und die Hamburger wurden in der Pfanne zubereitet. Was für ein Glück, dass unser Rauchmelder nicht angesprungen war. Mal schauen, wie sich das Wetter am nächsten Tag entwickelt und wo es uns als Nächstes hin verschlagen wird.

Weiter geht es im nächsten Teil der Reise
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