Mit dem Wohnmobil in den Schwarzwald – Teil 3

Die Lesedauer für diesen Artikel beträgt ca. 10 Minuten

Auf dem Wanderparkplatz vom Todtnauberg standen wir alleine und am Abend fing es an zu gewittern und zu stürmen. Regen, Donner und Blitz hielten bis in den Vormittag an und als der Regen nachließ, fuhren wir ins Tal nach Todtnau zum Supermarkt. Auf dem örtlichen Stellplatz nutzen wir (gegen Gebühr versteht sich) die Ver- und Entsorgung. Etwa eine Dreiviertelstunde Fahrt zur Lotenbachklamm und eine kleine Wanderung stand auf dem Tagesprogramm.

Die Lotenbachklamm ist ein 1,5 km langer Seitenarm der Wutachschlucht. Der Lotenbach fließt zunächst noch gemächlich zwischen Granitfelsen dahin, um nach einigen hundert Metern in die wilde Schlucht mit ihren Wasserfällen, Tosbecken und Felsen einzutreten. Vom passenden Wanderparklatz aus, ist man bereits in wenige Minuten in der Klamm. Hier liegen viele umgestürzte Bäume über dem Lotenbach und das viele Laub erzeugt zusätzlich eine schöne Herbstlandschaft.

Nach etwa einer Stunde waren wir wieder zurück am Camper und sind dann noch ein paar Minuten bis nach Löffingen gefahren. Direkt am Sonnenhang steht einem für 5 Euro der dortige Wanderparkplatz am örtlichen Sportplatz für eine Übernachtung zur Verfügung.

Die letzte Nacht war leider sehr unruhig, weil sich die jüngste Mitreisende den Magen verdorben hatte. Wir beschlossen daher, den Platz noch eine weitere Nacht zu nutzen und einen Erholungstag einzulegen. Am Nachmittag kam die Sonne raus und wir unternahmen eine kleine Wanderung in dem Teil der Wutachschlucht nahe Löffingen.

Das Quellgebiet der Wutach befindet sich auf 1440 Meter Meereshöhe im Feldberggebiet, dem sogenannten Grüble. Als Zufluss zum Feldsee und weiter zum Titisee ist der wilde Gebirgsbach als Seebach bekannt. Den Titisee verlässt er als die Gutach und schlängelt sich durch das Tal an Neustadt vorbei in Richtung Osten. Erst hier am Zusammenfluss mit der Haslach wird aus der Gutach die Wutach welche nach etwa 90 Kilometern bei Waldshut-Tiengen in den Rhein mündet. Entspannte 5 Kilometer waren es am Ende für uns und wir genossen zurück am Camper noch das viel zu warme Herbstwetter in unseren Lieblings-Liegestühlen.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Titisee-Neustadt ins Teeblatt, einem schönen Teefachhandel mit einer großen Auswahl an Teesorten. Wer gerne Tee mag und in der Gegend ist, solle einen Abstecher einplanen und meine persönliche Empfehlung wären die Sorten „Kirmes-Mandel“ oder auch der „Gin Tonic“. Unser Tagesziel war der Stellplatz neben dem Solemar in Bad Dürrheim, welchem wir am nächsten Morgen einen Besuch abstatten wollen.

Der Reisemobilhafen Bad Dürrheim sollte als Nachtlager dienen und ist mit über 400 Plätzen schon riesig. Schön ist aus unserer Sicht aber etwas anders und leider ist er aufgrund seiner Nähe zur Bundesstraße auch recht laut. Am späten Nachmittag waren die Sonnenplätze natürlich schon alle belegt bzw. reserviert und so blieb uns nur ein leicht schattiger Platz auf (P2) übrig. Für eine Nacht wird es aber schon gehen. Wer sich hier übrigens länger als eine Nacht einquartiert, der bekommt ab der zweiten Nacht täglich für 3 Stunden kostenlosen Eintritt in die Therme.

Das Solemar gilt im Bereich Wellness und Gesundheit als eine Top-Adresse im Schwarzwald. Der Badebereich bietet auf 4.000 qm insgesamt 13 Innen- und Außenbecken. Hier herrschen Wassertemperaturen von 28° bis 37° C und ein Solegehalt von 3 bis 7 %. Wir haben uns für 3 Stunden eine Familienkarte besorgt und besonders gut hat uns das Erlebnisdampfbad „Sole-Geysir“ gefallen. Nachdem wir genug im Salz gebadet hatten und unsere Haut schon leicht schrumpelig wurde, sind wir nach Schonach auf einen ganz besonderen Stellplatz gefahren. Ein absoluter Kontrast zu dem riesigen Platz in Bad Dürrheim.

Über Stellplätze von privaten Anbietern, welche über diverse „neue“ Portale angeboten werden, habe ich in der Vergangenheit bereits berichtet. Bei den meisten Plätzen finde ich die Preise für das dort angebotene einfach nicht gerechtfertigt. Der Platz in Schonach war aber auch ganz frisch bei Park4Night eingetragen und bei der Beschreibung konnten wir auch bei 20 Euro pro Nacht einfach nicht widerstehen.

Unser Stellplatz befindet sich direkt an unserem traumhaft schönen​,​ privaten Badesee mitten in der Natur. Auf 1000 m ü. NN sind sie weit entfernt von jeglichem Alltagsstress. Ein Stromanschluss und zwei Grillstellen befinden sich direkt am See. Der Stellplatz bietet genügend Platz​,​ dass mehrere Fahrzeuge gleichzeitig am See sein können. Feuerholz kann nach Rücksprache gerne zur Verfügung gestellt werden. Das Quellwasser kann zum Kochen verwendet werden. (Link zum Platz)

Wir gaben die Koordinaten ein und los ging die Fahrt. Dort angekommen, melden wir uns beim sehr freundlichen und tiefenentspannten Betreiber, welcher uns dann den weiteren Weg bis zum Platz beschrieben hat. Am See angekommen hatten wir freie Platzwahl, denn wir waren alleine und nach wenigen Minuten war klar, hier bleiben wir noch eine weitere Nacht.

Auch wenn sich jetzt Sonja den Magen verdorben bzw. angesteckt hatte, verbrachten wir hier zwei sehr entspannte Nächte am See. Bis auf ein Windrad in der Nähe, oder die durchgehend plätschernde Bergquelle, war hier nichts zu hören. In der Nacht kann man hier auch wunderbar die Sterne beobachten.

Nach zwei Nächten fuhren wir nach einem ausgiebigen Frühstück ins Tal nach Schonach, um die erste weltgrößte Kuckucksuhr zu besichtigen. Diese wurde vom Uhrmacher Josef Dold zwischen 1977 und 1980 erbaut. Leider war/ist die Uhr nicht mehr von der Nähe aus zu bestaunen und so blieb uns nur ein Blick von der Straße aus.

Die aktuell weltgrößte Kuckucksuhr befindet sich nur wenige Minuten entfernt im Eble Uhrenpark, direkt vor der Ein- oder Ausfahrt vom Zuckerhut-Tunnel. Zur vollen Stunde öffnet sich die Tür und ein Kuckuck kommt heraus und macht sein typisches Geräusch. Gegen eine Gebühr von 2 Euro pro Person, kann man sich das Uhrwerk und das Pendel im Detail anschauen und natürlich auch Kuckucksuhren in alle erdenklichen Größen und Preisklassen erwerben. Auch wenn es die größte weltgrößte Kuckucksuhr ist, so hat uns die Kuckucksuhr am Eingang zur Ravennaschlucht in Höllsteig von ihrem Spiel zu jeder vollen Stunde besser gefallen. Größe ist halt nicht alles.

Wo wir gerade bei Superlativen sind, so darf eigentlich ein Besuch Deutschlands höchster Wasserfälle in nahegelegenen Triberg nicht fehlen. Über 160 m stürzt das Wasser der Gutach schäumend und tosend in sieben Kaskaden ins Tal. In Triberg angekommen begann die Suche nach einem Parkplatz, was in einem so vollen und sehr touristischen Ort gar nicht so einfach war. Am Ende haben wir etwas oberhalb vom Waldsportbad in einer Straße geparkt. Von dort kommt man aber auch in wenige Minuten bis zu den Wasserfällen.

Die Triberger Wasserfälle gehören mit 163 Metern Fallhöhe und sieben Fallstufen (Kaskaden) zwar zu Deutschlands höchsten Wasserfällen, aber so wirklich spektakulär anzusehen sind sie irgendwie nicht. Das mag sicher an den sieben Kaskaden liegen, sodass die gesamte Fallhöhe einfach nicht ganz zur Geltung kommt.

Wieder am Camper angekommen, sind wir weiter zur Schauenburg nach Oberkirch gefahren. Kurz unterhalb der Burgruine befinden sich drei Parkplätze und auf einem davon ist die Übernachtung mit dem Wohnmobil erlaubt. Hier verbrachten wir ein paar sehr nette Stunden mit Sonjas Großcousin, welche nur ein paar Orte weiter wohnt. Zur späten Stunde begaben wir uns noch auf 367 m ü. NN zur Ruine, von welcher aus man nicht nur am Tag einen schönen Blick über das Tal hat.

Letzte Etappe unseres Urlaubs war Müllers Weinstube im Auerberg bei Nordheim, um unsere Weinvorräte wieder aufzufüllen. Das ist in den letzten Jahren schon zu einem Ritual geworden, wenn wir aus dem Süden in den Norden fahren. Die Familie Müller betreibt neben dem Weingut auch einen kleinen Stellplatz an ihrem Weingut und einen Besuch im Restaurant sollte man sich auch nicht entgehen lassen. Leider ist die Magenverstimmung jetzt auf mich übergesprungen, weshalb meine Nacht leider nicht so angenehm war. Details erspare ich Euch an dieser Stelle.

Am nächsten Morgen luden wir noch 12 Kisten Wein in den Camper und machten uns auf die Heimreise. Die A3 war auf Höhe Köln wegen eines Unfalles gesperrt und die vom Navi errechnete Ankunftszeit klettert kontinuierlich nach oben. Egal, wir versuchen uns davon nicht die gute Laune des Urlaubs vermiesen zu lassen.

Unser Fazit nach 2 Wochen im Schwarzwald

Der Urlaub im Schwarzwald hat uns allen super gefallen. Wer u.a. gerne Wandern geht, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Etappen hielt sich mit durchschnittlich 45 Minuten Fahrzeit auch in Grenzen. So verbringt man nicht so viel Zeit im Auto, sieht aber dennoch einiges. Das Angebot an (schönen) Stellplätzen hält sich leider wie auch in vielen anderen Regionen Deutschlands in Grenzen. Hier ist noch einiges an Luft nach oben und das würde noch mehr Wohnmobilisten in diese wirklich schöne Region ziehen. Schwarzwald, wir kommen wieder!

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