Mit dem Wohnmobil in den Schwarzwald – Teil 1

Die Lesedauer für diesen Artikel beträgt ca. 8 Minuten

Wir nehmen uns regelmäßig vor, auch Regionen in Deutschland zu bereisen, in den wir außer für eine Durchreise noch nicht gewesen sind. Für die Herbstferien stand der Schwarzwald auf unserer Wunschliste und so ging es von Oldenburg über einen Zwischenstopp in Bergisch-Gladbach zu unserer ersten Station, dem kleine Örtchen Bad Wildbad. Wir haben dort für die Übernachtung den Parkplatz Marienruhe gewählt, von welchem aus man direkt die Wanderung auf den nahegelegenen Sommerberg starten kann.

Der Platz liegt etwas abseits am Sportplatz und einem rauschenden Bach. Bis auf ein paar vorbeifahrende Autos war hier nichts zu hören und die Nacht somit schön ruhig. Am nächsten Morgen ging es von hier aus direkt schön steil den Berg hinauf und bei fast 24° Grad kamen wir ganz schön ins Schwitzen. Höhe der Auchhalder Kopfhütte machten wir eine kleine Pause und genossen die Aussicht. Von dort aus ging es dann weiter zur 380 Meter langen Hängebrücke WildLine, mit einer maximalen Höhe von 60 Metern über Grund, für welche man als Familie 33 Euro aufbringen muss.

Über die Brücke zu laufen hat schon was und man sollte keine Höhenangst und auch ein ausreichendes Vertrauen in die Ingenieurskunst, oder den zuständigen TÜV haben. Auf der anderen Seite angekommen, ging es dann weiter bis zum Baumwipfelpfad. Wer mag, der kann über einen ca. 1.200 Meter langen Erlebnispfad, den ca. 40 Meter hohen und hauptsächlich in Holzbauweise erbauten Aussichtsturm entspannt erklimmen. Ein Familienticket kostet 27 Euro und wir haben aufgrund des sehr hohen Besucheransturms an einem so warmen und sonnigen Sonntag auf diesen Besuch verzichtet. Wir traten lieber den Rückweg erneut über die Hängebrücke in Richtung ruhige Natur an, denn im Eintrittspreis ist eine zweimalige Nutzung der WildLine am selben Tage inbegriffen.

Wieder am Camper angekommen, ging die Fahrt zu den Allerheiligen Wasserfällen, welche zu den schönsten und höchsten Wasserfällen des Schwarzwaldes zählen. Sie stürzen sie sich über sieben Kaskaden fast 90 Meter die steilen Felsen hinab. Vom Parkplatz aus sind es nur wenige Minuten zu Fuß und wenn es noch nicht so spät gewesen wäre, hätten wir auch hier eine der vielen schönen Wanderrouten gewählt.

Über die Passstraße mit vielen Serpentinen sind wir ins nahegelegene Oppenau auf den Stellplatz im Ortskern gefahren. Dieser ist aktuell aufgrund eines defekten bzw. abgedeckten Parkscheinautomaten kostenlos. Die Nacht war zwar ruhig, aber leider etwas kurz, denn wir wurden gegen 07:00 von einem hier parkenden LKW etwas unschön geweckt.

Wir haben in Oppenau das Schuhgeschäft Hodapp aufgesucht und den Kids neue Wanderschuhe besorgt. Die „alten“ waren nach einem Jahr leider zu klein und die Füße schmerzten bereits bei der ersten Wanderung zu sehr. Die Beratung war wie auch die Auswahl an verschiedensten Schuhen sehr umfangreich. Wer sich neues Schuhwerk zulegen möchte und in der Gegend unterwegs ist, sollte Hodapp einen Besuch abstatten und von wegen liebe Bürgermeister, Stadträte und sonstige Entscheider, Camper würden auf ihren Reisen kein Geld vor Ort lassen.

Nach dem Frühstück sind wir dann vom Stellplatz aus den Erlebnispfad Rosi Rotkehlchen gewandert. Auf dem 3,5 Kilometer langen Rundweg lernt man auf zahlreichen Infotafeln und Spielstationen alles über die Welt der Vögel. Die Steigung bzw. die Schwierigkeit sollte man anhand des kindlich klingenden Namen dennoch nicht unterschätzen.

Zurück im Camper wurde als Erstes ein Zimmer in Toms‘ Hundehotel in Riegel am Kaiserstuhl gebucht. Dieses liegt nur ca. 20 Minuten vom Europa-Park entfernt, welchen wir am nächsten Tag besuchen wollten und auch wenn dort Hunde grundsätzlich erlaubt sind, so sollte man ihnen diesen Stress auf jeden Fall ersparen. Nachdem wir die Zusage für das Hundehotel erhalten haben, wurden noch die Tickets für den Europa-Park online gekauft. 240 Euro reiner Eintritt für eine Familie sind schon eine Ansage, wollen wir mal hoffen, dass sich das am Ende auch lohnt.

Damit wir es am nächsten Morgen nicht mehr so weit zu fahren haben, sind wir noch nach Endigen am Kaiserstuhl an einen kleinen See gefahren. Hier kann man auf einem Parkplatz eine ruhige Nacht verbringen und so starteten wir am nächsten Tag in aller Herrgottsfrühe in Richtung Hundehotel. Acht Uhr hatten wir als Zeitpunkt für die Abgabe unserer Hundedame vereinbart und von dort aus ging es dann für uns weiter zum Europa-Park.

Der Europa-Park ist ein Freizeit- und Themenpark in Rust und mit rund 5,8 Millionen Besuchern (2019) der meistbesuchte Freizeitpark im deutschsprachigen Raum. Nach Bezahlung einer Parkgebühr von nicht gerade günstigen 15 Euro für den Camper auf einer Wiese nahe dem eigenen Campingplatz, packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg. Die meisten deutschen Bundesländer hatten keine Ferien mehr und so hielten sich die Wartezeiten in Grenzen, auch wenn sich hier einige Franzosen und Schweizer im Park tummelten, war es angenehm voll bzw. leer.

Tipp: Über eine passende Smartphone-App vom Europa-Park sieht man auf einer Karte nicht nur wo man sich genau aufhält, sondern auch welche Attraktionen usw. sich in der Nähe befinden. Des Weiteren wird einem für die Fahrgeschäfte auch die ungefähre Wartezeit angezeigt. Die Angaben passten in den meisten Fällen und somit ein sehr praktisches Feature. Ebenfalls praktisch ist die kostenlose VirtualLine, mit welcher man die Wartezeit für bestimmte Attraktionen effektiv nutzen kann. Man klickt sich nämlich einfach das nächste freie Zeitfenster und kann in der Zwischenzeit etwa eine andere Attraktion besuchen. Zum angegebenen Zeitpunkt geht man einfach zu einem speziellen Eingang und zeigt den QR-Code vor. Danach kann man einfach an der Warteschlange vorbei, direkt nach vorn gehen.

Einen Rucksack mit Getränken hatten wir mit in den Park genommen. In die meisten Attraktionen kann man diesen ohne Einschränkungen mitnehmen und bei manchen Achterbahnen gibt es dafür passende Fächer am Einstieg. Essen in solchen Parks ist nicht wirklich günstig und ich würde hier auch eher den Besuch in einem der Restaurants empfehlen, als eine der sehr vielen Fressbuden aufzusuchen. Wir haben uns z.B. für das Seehaus entschieden und waren vom Essen insgesamt positiv überrascht.

Bis kurz nach 18:00 warnen wir im Park und haben natürlich nicht alle Attraktionen oder gar Show besuchen können. Dafür fehlte einfach die Zeit. Die großen Achter- und Wildwasserbahnen wie Blue Fire, Euro-Mir, Fjord Rafting, Silver Star, WODAN und einige mehr, wurden aber alle mitgenommen. Insgesamt ein toller Tag für die ganze Familie.

Wir haben dann unsere Hundedame Luna aus dem Hotel abgeholt und sind noch bis nach Breisach am Rhein auf den örtlichen Stellplatz gefahren. Aufgrund eines Defekts gab es an der Ver- und Entsorgungsstation kein Frischwasser und somit ging es am nächsten Morgen einfach „Mal eben“ nach Frankreich. Der Rhein ist hier nämlich die Landesgrenze und auf einem Flussarm liegt auf französischer Seite ein Platz vom Anbieter Camping-Car-Park. Über den Anbieter hatte ich diesen Sommer berichtet und das passende Kärtchen inkl. Guthaben hatten wir praktischerweise mit dabei. Vollgetankt kann unsere Reise im Schwarzwald somit entspannt weitergehen.

Weiter geht es im nächsten Teil der Reise
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