Vom Zelt über den Wohnwagen zum Camper – Gastbeitrag von Tanja Mauel

Die Lesedauer für diesen Artikel beträgt ca. 9 Minuten

Campingfieber…wir wurden wir infiziert und warum sind seit Kurzem stolze Besitzer eines Team Roller Wohnmobils Modell Kronos 290 M. Nun erzähle ich euch, wann und wie wir (Tanja & Mike mit den beiden Kids Timo & Malia) mit unserem ersten Camping Abenteuer gestartet sind und was jetzt als Nächstes alles noch so geplant ist. Ich nehme euch mit auf unsere Camping Reise!

Also wir sind “Camper” schon seit ca. 10 Jahren und gestartet haben wir mit einem 45 qm großen und 80 kg schweren Baumwollzelt vom Hersteller Freibeuter. Ein wirklich ein tolles Teil, aber wenn man einen Anhänger braucht, um das Zelt überhaupt ans Urlaubsziel zu bekommen, kann man sich den Umfang und Aufwand vorstellen, den man aufwenden muss, ein solches Teil aufzubauen. Auch wenn das nach anfänglicher Mordlust auf den Partner irgendwann gefluppt hat, haben wir uns doch irgendwann für ein kleineres aus Nylon entschieden, welches deutlich kompakter und schneller aufzubauen war.

Dieses hat aber auch nur einen einzigen Urlaub in Holland überlebt und ist dann postwendend wieder beim Händler gelandet, weil nach einem Wahnsinns großen, qualitativ hochwertigem tollem Zelt, war das danach eher eine Enttäuschung. Nun hatten wir ja aber allen „Campingkrams“, den man sich so vorstellen kann und waren auch schon überzeugt davon, dass dieses Urlaubsfeeling so bleiben kann, aber der Wunsch nach ein wenig mehr Komfort ist natürlich schnell aufgetaucht, wenn man sieht, was auf einem Campingplatz so alles vertreten ist.

Ich muss dazu sagen, dass ich aus Erzählungen nach auch schon auf einem Campingplatz ins Leben katapultiert wurde und somit das Camper Virus von Sekunde eins in mir habe, konnte mich also auch gar nicht wehren. Meine Familie zu überzeugen, hat auch nicht wirklich lange gedauert, weil mein Mann als gelernter Feinmechaniker einfach liebend gerne irgendwas bastelt und braselt und wo geht das besser als beim Hobby “Camping”!

Also war der Wunsch nach einem Wohnwagen geboren, nur das nötige Taschengeld dafür fehlte und man muss ja doch sagen, dass es eine finanzielle Steigerung ist, will man nicht ein uraltes Teil kaufen und liebevoll von innen nach außen kramen. Da wir das schon mit einer Kernsanierung unseres Hauses durchgemacht haben, war uns der Sinn nach etwas, was direkt genutzt werden kann. Um diesem Ziel nah zu kommen haben wir einfach Oma und Opa (Vollblutcamper seit gefühlt immer schon) mit ins Boot geholt und der Plan stand. Wir teilen uns einen Wohnwagen und wir nutzen ihn in der freundlichen Jahreszeit und den Ferien und meine Eltern in der kalten zum Überwintern in Spanien. Gesagt, getan und schon ging die Suche im Netz nach einem gebrauchten gut geschnittenen Wohnwagen los. Neu kam für uns ehrlich gesagt nicht infrage, auch wenn wir uns das gerne gegönnt hätten. Aber so viel Budget stand nicht zur Verfügung und ich liebe es “auf die Jagd zu gehen” und wie unser Freund Marc so schön sagt, nach Trüffeln zu suchen. So entstand übrigens mein Spitzname „Tanja Trüffelschwein„.

Da ich mich tatsächlich dann richtig dahinterklemme und jede freie Minute das Netz durchstöbere, dauerte es damals auch nicht lange, bis ich was gefunden hatte, was allen Bedürfnissen gerecht werden sollte. Natürlich gab es vorab Nieten, Wohnwagen, die auf den Fotos gut dargestellt waren, aber bei Besichtigung muffig, verschimmelt oder nach Rauch rochen oder einfach wirklich ungepflegt waren. So etwas wollte natürlich keiner von uns haben.

Unsere erste gemeinsame Knutschkugel war dann ein Bürstner Ventana 480 TK (BJ 2006) mit Stockbetten auf der einen und einer Rundsitzecke auf der anderen Seite. Diese wurde mit einem Topper ausgerüstet und zum festen Bett umgebaut, alles andere wäre für uns (keine Leichtgewichte) nicht tragbar gewesen. Gegenüber der Stockbetten gab es noch eine kleine Sitzbank, diese konnte man sogar zu viert nutzen, auch wenn es schon ziemlich eng war. Dieses erste Wohwagenabenteuer hielt aber nicht ewig, weil dann alle Beteiligten nach den ersten Urlauben einfach feststellen mussten, dass es weder für uns noch für Oma und Opa, die damit einen Winter in Spanien verbrachten, die optimale Lösung ist. Zum Start war es sicherlich alleine aus der finanziellen Sicht zum Ausprobieren eine gute Sache und das war aber dann auch der Startschuss für den ersten eigenen Wagen, mit etwas mehr Luxus und vor allem mehr Raum für uns als Familie.

Als Nächstes folgte also (nach kurzer Suche) ein Knaus Südwind 500 FSK  mit 7,23 m Länge und 2,5 m Breite. Die Aufteilung dieses Wohnwagens war dann tatsächlich für uns als Familie ziemlich gut, denn als weiteres Luxus Begleit-Utensil hatten wir uns ein Luftzelt von Kampa ACE AIR 400 Pro mit allem Schnick und Schnack angeschafft und sind bis heute vom Konzept Luftvorzelt überzeugt! Wir können sagen, wir würden an einem Wohnwagen nichts anderes nutzen wollen. Der Aufbau geht schnell und ist selbst im strömenden Regen gut zu bewältigen. Wenn andere Camper staunend gucken, dass das Teil quasi in 20 bis höchstens 30 Minuten komplett mit Inneneinrichtung steht, lässt man die Leute gerne erst grinsend, dann staunend zurück.

Somit wurde unser Wohnraumangebot noch mal vergrößert und hat auch bei kalten oder nassen Tagen so viel Raum für uns geschaffen, dass wir uns wirklich rundum wohlgefühlt haben. Sobald das Zelt steht und die Stühle samt Tisch positioniert sind, kommt natürlich das Tischdeckchen raus, Blümchen und Kerzchen drauf, Lichterkette muss definitiv immer und schon kann der Urlaub beginnen. Das haben wir bis zum letzten Sommer gut genutzt und viele schöne Urlaube mit unserem Wohnwagen genossen.

Die ersten Fahrten mit einem 2,5 m breiten Wohnwagen haben mich aber schon gestresst, auch wenn man sich schnell an die Maße und das Handling gewöhnt. Nur das Rückwärtsfahren mit Anhängern, habe ich bis heute immer noch nicht drauf. Wenn man aber im Innenraum dieses Maß zur Verfügung hat, ist es schon sehr angenehm. Jeder hat sein eigenes gemütliches Bett, eine bequeme Sitzecke in der Mitte, dessen Tisch auch fürs Kochen und Hantieren in der Küche noch als Abstellfläche gut zu gebrauchen ist, eine separate Toilette und ein vernünftig großes Waschbecken. Auch die Staumöglichkeiten waren wirklich für uns als vierköpfige Familie mehr als ausreichend. Wenn wir bei einem Wohnwagen geblieben wären, hätte es keine Notwendigkeit eines Wechsels zu einem anderen Modell sein müssen. Nur hatte dieser keine Dusche (ist sonst bei dem Modell aber verbaut, warum auch immer dieser nicht-keine Ahnung) und diese hätte uns in der Corona Zeit zumindest das Reisen erlaubt. Das war aber wirklich das einzige, was mich an dem Wagen gestört hat. Vor allem mit einem City Wasseranschluss ist das wirklich entspannt und viele Campingplätze haben mittlerweile einen solchen Anschluss am Platz, was schon sehr komfortabel ist.

Allerdings war dieser im Gegensatz zum vorherigen Modell aufgrund seiner Größe und seines Gewichts für unser Auto eigentlich eine Nummer zu groß. Die Ladekapazität von 1700 kg konnten wir nur bis zu 1350 kg nutzen, weil unser Opel Zafira nicht mehr auf dem Kasten hat. Wären wir bei dem Wohnwagen geblieben, hätte die Überlegung angestanden, ein anderes Fahrzeug zu kaufen. Daher kam dann als Alternative das Thema Reisen mit Wohnmobil auf den Plan.

Durch Marc und Sonja sind wir schon lange nah dran am Thema Wohnmobil und hatten seit Längerem darüber gesprochen, ob das was für uns sein könnte. Nach unserem letzten Urlaub auf Fehmarn habe ich meiner Familie dann vorgeschlagen, wir verkaufen den Wohnwagen und steigen auf ein Wohnmobil um. „Mann“ zeigte nur mäßige Begeisterung, weil der Markt ohnehin leer ist und wir nichts zu einem vernünftigen Preis finden werden (war seine Einstellung). Aber da kommt „Tanja Trüffelschwein“ ins Spiel, denn wer intensiv sucht und ein klares Ziel vor Augen hat, findet auch (meine Devise)! Gesagt, getan, Wohnwagen bei Ebay Kleinanzeigen rein und schwupp drei Tage später verkauft an ein junges nettes Paar mit Zwillingen, die happy, wir happy und somit alles prima.

Aber wer glaubt, ich liebe das Risiko, der liegt falsch. Denn bevor ich den Wohnwagen verkauft habe, hatten wir uns ein! Wohnmobil angeschaut. Tatsächlich hier in der Nähe und man kann es kaum glauben, das ist es auch direkt geworden, unser Elvis! Mein Mann (der ja erst nicht wollte) war schon bei der ersten Besichtigung hin und weg und hat direkt gesagt, ich denke den nehmen wir. Sonst ist er nicht so spontan in solchen Entscheidungen und dann heißt das was! Der Verkäufer samt Familie war uns aber auch auf Anhieb so sympathisch, das war wohl Schicksal, der sollte zu uns. Denn eigentlich hatte ich immer nach einer ganz anderen Aufteilung gesucht, hinten mit zwei Einzelbetten umbaubar zu einer großen Liegefläche für Mike, Malia und mich und vorne Alkhoven oder Hubbet für Sohnemann, weil der auch gerne im Zelt schläft oder eh nicht mehr so lange mit von der Partie sein wird, so dass Malia dann hätte diesen Platz im Anschluss einnehmen können. So war eigentlich der Plan. Aber es kommt oft anders, als man denkt.

Das ist er nun, ein Roller Team Kronos 290 M auf einem Ford mit 170 PS Euro 6d Temp und einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,1 Tonnen, Länge 7430 mm, Breite 2350 mm, Höhe 3200 mm und einer gigantischen Heckgarage, auf die man auf dem Stellplatz angekommen, nicht selten angesprochen wird.

Denn somit sind wir nun als stolze Wohnmobilfahrer unterwegs und in diesem Metier natürlich noch Anfänger. Die ersten kleinen Touren haben wir hinter uns und die ersten Lacher oder Verzweiflugssituationen ebenso. Fahr mal mit einem 4,1 Tonnen schweren Wohnmobil in Schräglage auf durchgeweichter Wiese nach tagelangem Regen vorwärts auf Keile drauf. Das war neu für uns – mit einem Wohnwagen ist das alles etwas entspannter, da bekommt man es mit Manpower hin. Es war von außen bestimmt herrlich zu beobachten, wie wir zunehmend am Ende waren und uns anstellen wie die Vollidioten. Wie sagt es der Marc aber immer „jeder fängt mal klein an“ und nette Tipps von den erfahrenen Wohnmobil-Campern drumherum haben uns dann letztendlich doch gerade schlafen lassen. Darüber waren wir sehr dankbar. In den nächsten Artikeln möchte ich Euch von unseren Reisen und Erfahrungen mit unserem Elvis berichten. Bis dahin grüßt ganz lieb Eure Tanja

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