Sommerferien 2021 in Norwegen und Schweden Teil 1

Diese Sommerferien waren für uns natürlich alleine schon wegen des neuen Campers eine Premiere. Über einige Monate hatten wir kein Wohnmobil zur Verfügung, mit dem wir überhaupt hätten verreisen können und von den ganzen Einschränkungen durch Corona mal abgesehen. Wir wussten aber auch noch nicht genau, ob unser Camper rechtzeitig zum Urlaub fertig seien würde. Mitte Juli konnte ich den neuen Dopfer aber in Neuburg an der Kammel abholen und zwei kleine Testfahrten übers Wochenende waren somit auch noch machbar. Die ein oder andere Personalisierung wollte natürlich auch noch umgesetzt werden.

Unser Favorit vom Reiseland war Norwegen, die Norweger hatten bis vor Kurzem ihre Grenzen noch vollständig geschlossen und diese dann erst „nur“ für vollständig geimpfte Personen geöffnet. Unsere Kids hätten aber bis kurz vor Reiseantritt in Norwegen noch für 14 Tage in Quarantäne gemusst, weswegen wir uns dann erst für eine Reise nach Schweden und eine Anreise über die Öresundbrücke entschieden haben. Etwa eine Woche vor Abfahrt, änderten sich aber die Einreisebestimmungen und auch Kinder von vollständig geimpften Personen durften ohne Quarantäne einreisen, somit sollte es für uns durch Schweden nach Norwegen gehen, weil so leer wird man Norwegen sicherlich nicht mehr so schnell vorfinden.


Die Anreise in den Norden

Von Oldenburg aus ging es als Erstes für einen kleinen Zwischenstopp nach Lübeck, um Teile unserer Familie zu besuchen und am nächsten Tag sind wir nach Fehmarn gefahren. Von hier aus ging es dann wiederum mit der Fähre nach Rødby in Dänemark überzusetzen um von dort aus gemütlich weiter in den Norden vorzudringen.

Nach nur 45 Minuten waren wir bereits in Dänemark angekommen. Auf dem Landweg in Richtung Schweden, kommt man auch am kleinen Örtchen Maribo vorbei, wo es in der „Pabst Bakery“ das beste Brot des Landes geben soll. Zwei Brote wechselten zu fairen Konditionen den Besitzer und ob es das beste Brot in ganz Dänemark ist, das kann ich zwar nicht sagen, aber was ich sagen kann, dass es uns wirklich sehr gut geschmeckt hat.

Nach dem kleinen Einkauf ging unsere Reise dann über die knapp 8 Kilometer lange Öresundbrücke, welche seit Juli 2000 die Städte Kopenhagen in Dänemark und Malmö in Schweden miteinander verbindet. Das Ticket hatte ich wie auch für die Fähre im Vorfeld online gebucht und für die Brücke habe ich auch den Transponder BroPas mitbestellt, welchem einen Rabatt für Hin- und Rückfahrt ermöglicht. In einer weisen Voraussicht (oder nach dem Prinzip, was man hat, das hat man) habe ich u.a. für Norwegen auch den Transponder BroBizz (mit EasyGo) bestellt, welcher in Norwegen und Österreich für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen aber sowieso vorgeschrieben ist. Über den Transponder werden Mautgebühren und in Norwegen auch die Gebühren für einige der vielen Fähren automatisch abgerechnet.

Die Überfahrt über die Öresundbrücke war jetzt nicht ganz so spektakulär wie wir es uns vorgestellt haben, aber dennoch schon ein toller Anblick und insgesamt natürlich ein wirklich beeindruckendes Bauwerk.

In Schweden angekommen, ging es dann ohne jegliche Kontrollen auf der E20 immer an der Küste entlang bis nach Varberg, wo wir uns neben der guterhaltenen Festungsanlage, auch das Kaltbadehaus aus dem Jahre 1866 angeschaut haben. Das Wetter meinte es nach ersten Regenfällen jetzt wirklich gut mit uns und so konnten wir noch einen schönen Abendspaziergang am Meer unternehmen.

Für unsere erste Übernachtung in Schweden, sind wir dann aber noch an den uns bereits bekannten Parkplatz am Naherholungsgebiet Stora Amundön gefahren, welches etwas unterhalb von Göteborg liegt.

Das schwedische Bilderbuchstädtchen Smögen

Vom Naherholungsgebiet Stora Amundön sind wir dann weiter ins Bilderbuchstädtchen Smögen auf der gleichnamigen Insel gefahren. Die kleinen Häuschen am Wasser sind wirklich wunderschön anzusehen und machen sich auf jeder Postkarte wunderbar.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang am Meer sind wir dann zur norwegischen Grenze gefahren und haben an einem kleinen See die Nacht verbracht. Auf dem letzten Stück des Weges erfreute ich mich das erste Mal über den zuschaltbaren Allradantrieb und vor allem über die erhöhte Bodenfreiheit. 

Auf gehts nach Tistedal in Norwegen

Nach dem Frühstück ging es dann über die Grenze nach Norwegen. Der sehr freundliche Polizist kurz hinter dem Grenzübergang sprach sogar ein paar Worte Deutsch und wünschte uns nach kurzer Prüfung der COVID-19 Zertifikate einen schönen Aufenthalt in seinem Land. Takk! den werden wir sicherlich haben.

Unsere erste Station kurz hinter der Grenze war Nordeuropas höchste SchleusentreppeBrekke-Slusar“ in Tistedal. Die vier Kammern mit einer Gesamthöhe von 26,6 Metern sind schon sehr beeindruckend. Als wir dort ankamen, haben wir gerade das Ausflugsschiff MS Brekke verpasst, aber nach Auskunft des freundlichen Schleusenwärters, ist sie in einer Stunde wieder hier und passiert die Schleuse erneut. Wir gönnten uns einen Kaffee und schauten ein paar sehr mutigen Leuten zu, welche sich vom Berg aus über eine Leine hängend ins Tal sausen ließen. Als das Stündchen rum war, kam auch schon die MS Brekke und passierte von oben nach unten alle der vier Treppen. So etwas live zu sehen ist schon sehr beeindruckend und ein tolles Erlebnis.

Das Ende der Welt

Endstation des Tages war für uns dann Verdens Ende (Ende der Welt) an der Südspitze von Tjøme. Hier steht auch der Leuchtturm bzw. das Wippfeuer „Vippefyret„. Ein Wippfeuer ist ein mit Kohlenfeuer gefüllter Eisenkorb, welcher am Ende eines langen Holzbalkens aufgehängt wird und dieser gleicht somit einer Wippe. Gegenüber einem offenen Feuer auf einem Felsen erweiterte das erhöhte Kohlefeuer die Reichweite auf bis über 10 Seemeilen. Am Meer gibt es für Rollstuhlfahrer auch einen speziellen Angelsteg und eine eigene Rampe ins Wasser. So geht Inklusion!

Ein Platz zum verweilen

Am nächsten Morgen unternahmen wir noch einen Spaziergang am Meer und machten uns auf den Weg zum See Onevatn in der Nähe von Homdrom. Auf dem Weg besorgten wir uns noch eine ordentliche Portion Garnelen, welche in Norwegen und Schweden einfach am besten schmecken. Wir haben die letzten Jahre immer mal wieder gefroren Garnelen (wiederum gefroren) mit nach Hause genommen. Sie haben zwar geschmeckt, aber nicht so wie auf dem Grill an einem Fjord, See oder sonst wo in Skandinavien sitzend. Man kann halt einfach nicht alles mit nach Hause nehmen.  

Der Platz am See ist ein Träumchen. Absolute Ruhe und es gibt einen kleinen Strand mit Steg und Feuerstelle. Es handelt sich um einen privaten Platz, welcher für 24 Stunden faire 15€ kostet, die wir sehr gerne unter Angabe unseres Kennzeichens auf ein angegebene IBAN überweisen. Bezahlung per Vipps wäre auch möglich, aber die Registrierung geht leider nur mit norwegischer ID-Nummer. Uns hat der Platz so gut gefallen und das Wetter hat dabei auch noch mitgespielt, dass wir noch eine weitere Nacht dran gehängt haben.

Erstes Fazit zum Mercedes Sprinter

Die erste „Langstrecke“ meisterte unser neuer Mercedes Sprinter 906 wirklich sehr gut. Der Fiat Ducato war und ist sicherlich kein schlechtes Fahrzeug, aber das Reisen mit dem Mercedes Sprinter ist um einiges komfortabler. Das Automatikgetriebe schaltet wunderbar und auch der Abstandstempomat ist jeden seiner vielen Cents wert. Einfach die Wunschgeschwindigkeit angibt und das bremsen und erneute beschleunigen, übernimmt der Sprinter nahezu vollautomatisch. Mit einem durchschnittlichen Verbrauch von knapp 15 Litern Diesel, ist der V6 Motor mit seinen 190 PS bei stattlichen 5,5 Tonnen Gesamtgewicht des Dopfer Wohnmobils, ja fast als sparsam zu bezeichnen. 

Der zuschaltbare Allradantrieb war zwar (bis jetzt) weniger „notwendig“, aber die dadurch zusätzlich verfügbare Bodenfreiheit und die Getriebeuntersetzung erleichterte einige Strecken doch merklich und schützte uns vor ansonsten evtl. entstandenen Schäden am Fahrzeug bzw. am Aufbau.

Weiter gehts mit unserer Reise durch Skandinavien im zweiten Teil…

1 Kommentar
  1. Micha
    Micha sagte:

    Der Platz am Onevatn ist super! Letztes Jahr hatte uns der Besitzer(?) dort vertrieben. Anscheinend hat er jetzt auf Bezahlung umgestellt… Für diesen tollen Platz würde ich aber auch sofort 15€ zahlen.

    Liebe Grüße
    Micha vom Momoblog

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