Garmin Camper 890 MT-D im Test

Eine Übersicht der verschiedenen Arten einer Campernavigation hatte ich hier im Blog bereits veröffentlich. Von den verschieden mobilen Navigationsgeräten auf dem Markt, möchte ich euch heute das Flaggschiff Camper 890 MT-D* vom Hersteller GARMIN genauer vorstellen. Das Navi verfügt über ein mit 8 Zoll (20,3 cm) sehr großes und wiederum mit 1280 x 800 Pixel gut ablesbares Display und es hat natürlich eine fahrzeugspezifische Routenführung für Wohnwagen und Wohnmobile mit an Board.

Befestigen kann man das Navi auf unterschiedlichste Arten und die magnetische Halterung mit Stromversorgung und Videoeingang ist hierbei besonders praktisch. Diese kann man ganz klassisch per Saugnapf an der Windschutzscheibe, mit der Schraubhalterung am Armaturenbrett, oder mit einem ebenfalls im Lieferumfang befindlichen Kugelhalterungsadapter für Montagelösungen von Drittanbietern, wie etwa vom Hersteller Brodit* befestigen. Was den Saugnapf angeht, so hält dieser dank eines stabilen Hebels für zusätzlichen Unterdruck sehr gut. Hier wackelt selbst auf Schotterstraßen nichts und der Magnet der Halterung ist sehr stark, sodass einem das Navi auch in schwierigen Situationen nicht verrutschen, oder abfallen wird.

An der Halterung kann man auch eine kompatible Rückfahrkamera, oder per USB eine DashCam anschließen. Die kabellose Rückfahrkamera BC 35* von Garmin wird natürlich auch unterstützt. Unter dem Anschluss für eine Kamera, befindet sich auch noch ein AUX (Klinke) Anschluss, wodurch Ihr das Navi auch mit eurem Autoradio verbinden könntet, sofern dieses (meistens der Fall) über einen AUX Eingang verfügt.

Die Bedienung

Das Navi reagiert Ratz Fatz auf jegliche Eingaben und die Genauigkeit des Touch Displays hat mit wirklich positiv überrascht. Unter der Haube werkelt ein Android und somit sind hier gewisse Anpassungen und auch die Installation von diversen Apps möglich. Ob man mehr als die bereits vorhandenen Apps benötigt, muss jeder für sich entscheiden, aber es ist grundsätzlich möglich, sofern diese keine Google-Play-Dienste benötigen.

Als erstes legt man ein Fahrzeugprofil an und man kann im späteren Verlauf dann vom Startbilschirm aus, auch ganz einfach das Fahrzeug wechseln. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn man das Navi auch im PKW verwenden möchte, oder einen Anhänger nicht immer hinter sich herzieht, aber dann bereits angelegt haben möchte.

Wie bei modernen Geräten heute üblich, wird auch ein Sprachassistent unterstützt, welcher auf den unheimlich kreativen Befehl „OK Garmin“ reagiert. Das klappte bei mir insgesamt recht gut und etwa ein „OK, Garmin, stelle die Lautstärke auf 0 ein„, funktionierte bei mir auch zuverlässig während der Fahrt. Hierbei muss man wie auch bei Smartphone und Tablet, immer etwas auf die Hintergrundgeräusche, wie etwa auf ein laufendes Radio achten. Die Tage etwa wollte ich noch auf dem Weg kurz einkaufen und der Befehl „OK, Garmin, fahre zum nächsten Rewe“ wurde einwandfrei umgesetzt. Definitiv wie die Assistenten von Apple und Google eine praktische Funktion.

Karten und Updates

Das Navi umfasst Karten-Updates und ist mit Karten für ganz Europa vorinstalliert. Außerdem hast du Zugriff auf Karten-Downloads über Garmin Express für Nordamerika, Südamerika, Australien und Neuseeland, Südafrika, den Nahen Osten und Nordafrika. Beim 890 MT-B ist das Thema System und Kartenupdates ebenfalls sehr gut umgesetzt. Man muss nämlich für die Updates das Navi nicht zwingend mit einem Computer verbinden, sondern benötigt lediglich eine WLAN-Verbindung.

Updates für die installierten Karten und für das eigentliche System kommen also ganz bequem kabellos über eine WLAN/Internetverbindung auf das Navi. Das ist sehr praktisch wie ich finde und nicht nur für lange Fernreisen sehr interessant. Die Darstellung der Karten ist sehr gut und dank des großen Displays, sind alle Daten auch super abzulesen. Alle relevanten Informationen wie Ankunftszeit, Distanz zum Ziel, Geschwindigkeit usw. lassen sich nicht nur anzeigen, sondern auch ganz nach den persönlichen Bedürfnissen anpassen. Auch anstehende Tempolimits werden einem frühzeitig auf dem Display angezeigt.

Sprach und Audiowiedergabe

Die Sprachausgabe etwa mit der deutschen Stimme Petra funktioniert recht gut. Sie hört sie sich je nach Straßen- und oder Stadtnamen noch etwas künstlich an, aber sagt dafür einem sehr gut an, dass man etwa nach der Ampel an der zweiten Straße links einbiegen soll. Das ganze nennt Garmin Real Directions und hierbei erhält man leicht verständliche Fahranweisungen, als würde ein Beifahrer Ansagen geben und gut erkennbare Orientierungspunkte wie etwa Ampeln, Brücken, Tankstellen und Gebäude verwenden. Dank der regelmäßigen Systemupdates, sind hier aber noch einige Verbesserungen zu erwarten.

Der eingebaute Lautsprecher reicht für die Ansagen vollkommen aus und übersteuert auch bei hoher Lautstärke nicht. Man kann das Navi auch mit einem kompatiblen Fusion Radio kabellos, oder per AUX (Klinke) verbinden.

Die Zieleingabe war noch nie so einfach

Neben der Eingabe direkt am Navi, welches man ja dank der magnetischen Halterung bequem in die Hand nehmen kann, steht einem auch die kostenlose Garmin Drive App zur Verfügung. Mit der kann man über ein Smartphone, Adressen und/oder Koordinaten direkt an das Navi zu schicken. Ihr sucht etwa auf dem Smartphone per Google Maps oder per Park4Night nach einem geeigneten Platz für die Nacht. Die Adresse bzw. Koordinaten könnt ihr dann markieren > kopieren > in Garmin Drive einfügen und so an das Navi übergeben und schon kann die Fahrt beginnen.

Ihr könnt auch im Vorfeld die Route inkl. Zwischenstopps usw. planen und auch GPX Dateien, etwa aus Google Maps ins Navi importieren. Zusätzlich kann man auf ein vorinstalliertes Verzeichnis von Campingplätzen und Einrichtungen von ACSI, Campercontact und Trailer’s PARK zurückgreifen, das nach Leistungen wie Duschen, Elektrizität usw. gefiltert werden kann.

Kluge Navigation mit Verkehrsfunk oder Live Daten

Wenn man trotz des Navis mal vom Weg abkommt, ist das nicht schlimm und auch nicht, wenn man es mal mit der Strecke besser weiß als das Navi. Die Neuberechnung geht super schnell und es beharrte bis jetzt auch nicht Felsenfest auf seiner Route, sondern hat nach kurzer Zeit die Änderungen berücksichtigt und die Route angepasst. Im beiliegenden KFZ-Anschlusskabel ist übrigens ein Verkehrsfunkempfänger verbaut. Alternativ kann das Navi auch per verbundenem Smartphone auf Live-Verkehrsdaten zugreifen und berechnet die Route dementsprechend bzw. zeigt die Informationen an.

Natürlich wird man während der Fahrt auch über vorausliegenden Kurven, Bahnübergängen, Wildwechseln, engen Straßen, Steigungen/Gefällen, Seitenwinden, u.v.m informiert. Durch die Verbindung zur Garmin Drive App, hat man auch immer die aktuellen Kraftstoffpreise entlang der Route im Blick und das nun mal in Echtzeit.

Viele Einstellungen sind möglich

Die Einstellungsmöglichkeiten sind insgesamt sehr umfangreich. So kann man nicht nur den Startbildschirm anpassen und hat somit immer alle persönlich relevanten Punkte direkt im Zugriff, auch bei den Unterpunkten lässt sich so einiges einstellen. Ein Beispiel ist die Eingabe eines Ziels. Wer wie wir meistens nach Koordinaten navigiert, kann sich den Menüpunkt ganz einfach nach oben ziehen und hat den so schneller im Zugriff. Es lassen sich auch unterschiedliche Lautstärken und Benachrichtigungstöne und vieles mehr einstellen.

Multimedia und Freisprecheinrichtung

Das Navi unterstützt neben WLAN auch Bluetooth und Micro SD Karten von bis zu 256 GB Speicher. Von der SD-Karte kann man dann etwa Musik abspielen und auch wenn der eingebaute Lautsprecher echt gut klingt (für die Ansagen mehr als ausreichend), sollte man hier dann Fusion Link (wenn vorhanden) verwenden, oder zum AUX Kabel greifen, damit die Tonausgabe über die Boxen vom Radio erfolgend kann.

Das eingebaute Mikrofon für die eingebaute Freisprecheinrichtung ist ebenfalls in Ordnung, was die Sprachqualität angeht, hier würde ich aber eher zu einem Headset greifen. Wer möchte, kann sich auch alle Benachrichtigungen, die auf dem gekoppelten Smartphone eintreffen, ebenfalls auf dem Navi anzeigen lassen. Ob man das wirklich braucht, weiß ich jetzt nicht, aber es geht und es lässt sich auch genauer einstellen, was alles angezeigt werden soll.

Mein Fazit

Wer sich ein Flaggschiff-Navi für den Camper zulegen möchte, ist mit dem 890 MT-D von Garmin sehr gut bedient. Eine super Verarbeitung, tolles und durchdachtes Zubehör, Anschlussmöglichkeiten für Kameras und vieles mehr, haben mich überzeugen können. Das Navi ist sicherlich kein Schnäppchen, muss es auch nicht, weil es in vielen Punkten die günstigeren Geräten auf dem Markt aus meiner Sicht weit überlegen ist. Wer also etwas tiefer in die Taschen greifen kann, möchte, darf, wird mit dem Garmin Camper 890 MT-D sicherlich seine Freude haben.

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4 Kommentare
  1. Donnili
    Donnili sagte:

    Hallo

    Wir mögen die Garmins im Camper auch. Aber uns ist die Camperversion viel zu überteuert. Und einen hab ich noch gefunden. „und es behaarte“ – nicht eher „es beharrte“?

    Bleibt gesund
    Don

  2. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hallo Donnili, es ist mit Sicherheit kein günstiges Gerät, aber wie ich persönlich finde ein sehr gutes. Danke für den Hinweis auf den kleinen Fehlerteufel. Viele Grüße Marc

  3. bodo schulz
    bodo schulz sagte:

    Hallo Marc,
    ein schöner Test des Garmin Camper. Ich verwende seit Jahren TomTom. Aktuell das Go6200. Alte Technik, leider entwickelt TomTom nicht wirklich weiter. Der Markt dieser Geräte schrumpft ja auch immer weiter. Ich wäre sehr am Garmin Camper interessiert, wenn bei diesem Gerät in der Routenwahl zwischen Maut (also Tunnel, bestimmte kurze Strecke) und Vignette je nach Land ausgewählt werden kann. Wenn ich nach Rumänien fahre, dann habe ich z.B. nicht für alle Länder die Vignette, sondern fahre teils über Landstraßen. Bei der ADAC Routenplanung kann man dies einstellen. Mein TomTom (alle TomTom) kann (und wird es wohl auch in Zukunft nicht, weil es TomTom nicht umsetzen will) nur pauschal eingestellt werden. Also Mautstrecke ja/nein. Keine Unterscheidung zwischen Länder auf der Route, keine Unterscheidung Vignette/Maut. Sollte das Garmin Camper dies können, wäre es meine nächste Anschaffung.
    Beste Grüße
    Bodo

  4. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hallo Bodo, Du kannst das unter Einstel​lungen > Navigation > Mautstraßen > Vignetten einstellen. Siehe Handbuch (Link) und das gilt auch für Mautstraßen. Das schönste ist aber, das Du deine Route etwa mit dem sicherlich sehr umfangreichen ADAC Routenplaner bequem am PC erstellen und dann dort als GPX Datei exportieren kannst. (Anleitung)

    Die GPX Datei kannst Du dann sehr einfach über PC, Micro SD-Karte oder vom Smartphone über die Garmin Drive App auf das Navi übertragen. Habe das gerade mal eine Route mit dem ADAC nach Bukarest geplant, exportiert über über Dropbox auf dem iPhone mit Garmin Drive geöffnet. Die Route wurde einwandfrei in der Routenplanung gespeichert und steht dort jederzeit zum Abruf bereit. Man kann die Routen also bereits weit im Voraus erstellen, exportieren > importieren und dann bai Bedarf auf den Navi abrufen. Ich denke es ist ein super Kandidat für ein Weihnachtsgeschenk :-) Beste Grüße Marc

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