Der Fiat Ducato ist mit Abstand das meistverwendete Basisfahrzeug bei Reisemobilen. Was sich hinter dem Begriff Dieselskandal verbirgt, ist sicherlich jedem durch VW, Audi und Daimler bestens bekannt. Auch wenn die eigentlichen Klageverfahren gegen die genannten Firmen ihren Höhepunkt noch gar nicht erreicht haben und sich Akten bei den zuständigen Gerichten bis zu Decke stapeln, kündigt sich ein neuer Skandal bereits an. Es scheint dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wohl schon seit Jahren (2016) bekannt zu sein, dass auch Fiat Chrysler Automobiles (FCA) von Abgasmanipulationen betroffen ist und dieses könnte wiederum tausende Besitzer von Reisemobilen betreffen. Die ganze Situation hat nun aber durch Razzien der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main, im Oktober diesen Jahres wieder an Bedeutung gewonnen.

Wie bei VW, so sollen auch bei Fahrzeugen von Fiat (inkl. Iveco und weiteren Marken) die Grenzwerte für Stickoxide im Realbetrieb auf der Straße nicht eingehalten werden. Unter anderem sollen der weit verbreitete Fiat Ducato 2,3l (96kW Diesel Euro 5), und der Fiat Ducato 2,3l (110kW Diesel Euro 6 LNT), sowie weitere Motoren aus den Jahren 2014 bis 2019 davon betroffen sein. Es scheinen auch hier unzulässige Abschalteinrichtungen in der Motorsteuerungssoftware zum Einsatz gekommen zu sein.

Was haben Besitzer von Reisemobilen mit betroffenem Fiat Ducato zu befürchten?

Das ist noch recht schwer zu beantworten, weil das ganze noch am Anfang steht und es sich auch nicht um einen deutschen Hersteller handelt. Ein Nachbessern seitens Fiat wird bei einem Euro 5 Motor, selbst mit SER-Systemen kaum möglich sein. Ohne einen AdBlue-Tank mit dem die Stickoxide minimiert werden können, sieht das insgesamt schlecht aus. Ob es nun zu einer (wenn überhaupt möglich) Rückrufaktion durch das KBA, oder im schlimmsten Fall zu Fahrverboten oder gar Stilllegungen kommen wird, ist noch vollkommen offen.

Ende Oktober kam es durch die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main, auf jeden Fall zu Razzien bei FCA in mehreren europäischen Ländern. Es sollen laut der Staatsanwaltschaft etwa 200.000 Fahrzeuge betroffen sein und darunter befänden sich auch viele Basisfahrzeuge von Wohnmobilen. Das ganze dürfte aber sicherlich erst ab Herbst nächsten Jahres, also nach der Bundestagswahl wieder an Fahrt gewinnen. Offen ist halt wie sich das Kraftfahrt-Bundesamt verhalten wird, welches dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) untersteht. Dieses ist wiederum in der Hand von CDU und CSU, aber sollte hier eine andere Partei Einfluss gewinnen, könnte es eher zu Fahrverboten oder im schlimmsten Falle zu Stilllegungen kommen.

Es bleibst also spannend wie es hierbei weitergeht, auch wenn Reisen mit dem Wohnmobil am Ende umweltfreundlich sind, so könnte hier noch eine unschöne Zeit auf betroffene Camper zukommen.

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1 Kommentar
  1. Avatar
    Bodo Schulz sagte:

    Hallo Marc,

    meinen Eura Mobil mit 180 PS Euro 6 wurde mir ja geklaut. Wohl zum Glück. Der dürfte auch davon betroffen sein. Mein neuer Knaus (Baujahr 2020) hat auch 180 PS Euro 6dTemp mit der neuen Automatik. Ein Traum diese Automatik.
    Was jedoch völliger Mist ist: AdBlue. Ja nach Höhe des Diesel-Verbrauchs (Fahrweise) ergibt sich etwa ein AdBlue Verbrauch zwischen 4 bis 8 Liter auf 1000 km. Und Du darfst keinesfalls zuviel einfüllen. Dann spinnt die Elektronik und Du bleibst stehen als hättest Du zu wenig AdBlue. Mein erster Winter kommt jetzt mit AdBlue. Alles was kälter aus 15 Grad Minus wird, wird zu einer Herausforderung. Die Bundeswehr bestellt auch gerade neue G-Modelle bei Mercedes. Warum auch immer möchte das Militär kein AdBlue und bekommt eine Sonderserie mit Euro 5….
    Grüße
    Bodo

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