Von A nach B zu kommen ist manchmal gar nicht so einfach und das vor allem dann, wenn man nicht mit einem normalen PKW unterwegs ist. Wohnmobile sind deutlich größer und teilweise auch schwerer und können somit oftmals nicht die selbe Route fahren, sondern bei der Routenplanung müssen die Fahrzeugspezifischen Werte berücksichtigt werden.

Einschränkungen wie Straßenbreite, Gewichtsbeschränkungen, und Höhenbeschränkungen müssen also vom Navi bei der Route berücksichtigt werden. Bei einer zu tiefen Brücke könnte es ansonsten ein böses Erwachen geben und auch sehr enge Straßen machen nicht wirklich Spaß, von einstürzenden Brücken mal abgesehen.

Es gibt grob gesagt 3 unterschiedliche Arten der digitalen Navigation. Klassische mobile Navigationsgeräte, wie man sie bereits seit fast 20 Jahren kaufen kann. Dann sogenannte Naviceiver, also festeingebaute Systeme mit in der Regel Doppel DIN Größe und Bildschirmen so um 6-7″. Bildschirmdiagonale. Als letztes gibt es noch passende Apps, welche dann auf Smartphone oder Tablet laufen können. Letztere können Dank Apple CarPlay und Android Auto auch über moderneren Multimediasystemen wie etwa MBUX von Mercedes gespiegelt bzw. bedient werden.

Welche Software bzw. welchen Anbieter man am Ende verwendet macht natürlich einen deutlichen Unterschied. Wir gehen hier immer von einer Software speziell für LKW´s oder Camper aus, bei der man also die Fahrzeugspezifischen Daten hinterlegen kann. Alles andere macht für Reisemobile oder PKW mit Wohnwagen aus meiner Sicht absolut keinen Sinn. Mit einer mobilen Lösung kann man aber in der Regel mehrere Fahrzeuge bzw. Profile anlegen und somit das Navi auch mit einem PKW verwenden, was halt umgekehrt nicht geht.

Ich hatten in den letzten Jahren alle diese Arten von Navigationsgeräten im Einsatz und die haben aus meiner Sicht folgende Vor- und Nachteile. Ich werde hier nicht auf spezielle Modelle eingehen, weil sich der Markt zu oft ändert und es eine große Auswahl gibt, sondern erstmal nur auf die verschiedenen Arten bzw. Möglichkeiten.

Mobile Navigationsgeräte (Camper Edition)

+ Einsetzbar in PKW und Camper
+ Montageort flexibel wählbar
+ Besser gegen Sonneneinstrahlung positionierbar
+ Moderater Anschaffungspreis
+ Routenplanung auch außerhalb des Campers möglich

+/- Flaggschiffe erlauben den Anschluss von Rückfahrkameras des selbigen Herstellers
+/- Mehrwertdienste und Anbindung an das Internet per WiFi oder eingebauter SIM möglich

– Zusätzliche Verkabelung per 12V/USB Stecker nötig
– Höheres Diebstahlrisiko
– Sprachansage nur über internen Lautsprecher möglich

Naviceiver (mit Camper Navigation)

+ Bestmögliche Integration ins Fahrzeug
+ Keine zusätzliche Stromversorgung per 12V/USB nötig
+ Schaltet sich mit der Zündung automatisch ein
+ Herstellerunabhängige Rückfahrkameraswerden unterstützt
+ Sprachansage über internen Lautsprecher und Unterbrechung/Reduzierung der Musik

+/- Diebstahl aufwendiger, daher besser gegen den schnellen Einbuch geschützt
+/- Routenplanung meistens nicht außerhalb des Campers möglich
+/- Einbau/Anschluss aufwendiger und nicht von jedem machbar
+/- Teilweise nur schlechte Anbindung an das Internet und somit wenige Mehrwertdienste

– Geringe Hersteller und Modelauswahl
– Deutlich höherer Anschaffungspreis
– Montageort fest vorgegeben
– Schlecht gegen Sonneneinstrahlung positionierbar

App (Camper Edition)

+ Geringer Anschaffungspreis (Plus Smartphone/Tablet)
+ Einsetzbar in PKW und Camper
+ Montageort flexibel wählbar
+ Besser gegen Sonneneinstrahlung positionierbar
+ Routenplanung auch außerhalb des Campers möglich
+ Sprachaussage auch über interne Lautsprecher möglich

+/-  Anzeige und Bedienung teilweise über Apple Car Play und Android Auto möglich
+/- Gerät steht während der Navigation eingeschränkt für andere Dinge zur Verfügung

– Zusätzliche Verkabelung per 12V/USB Stecker nötig
– Kein Anschluss von Rückfahrkameras möglich
– Zusätzliche Halterung für Smartphone notwendig
– Geringe Auswahl an „guten“ und Apple Car Play sowie Android Auto tauglichen Apps

Fazit

Das man als Camper andere Anforderungen an eine Navigationslösung stellt, ist sicherlich klar. Alleine schon die Berücksichtigung der Fahrzeugspezifischen Maße ist sehr wichtig. Ob nun die Zeitangabe bis zum Ankunftsort passt, weil das Navi von höheren Geschwindigkeiten eines PKW`s ausgeht ist eher nicht so wichtig, wie das man nicht unter einer Brücke herfahren kann und im schlimmsten Fall der Urlaub vorbei und das Konto leer ist, wenn man sich das Dach zerstört hat.

Die mobilen Navigationsgeräte haben für mich immer noch die Nase vorn. Natürlich muss man für Flaggschiffe der Markführer TomTom* oder Garmin* auch einiges auf den Tisch legen, bekommt dafür aber neben dem eigentlichen Navigationsgerät auch einen umfangreichen Lieferumfang. Etwa lassen sich bei TomTom Routen im Vorfeld bequem am PC mit TomTom MyDrive planen, oder Garmin geht den Weg über den Import und Export von GPX-Dateien oder über deren Drive App. Auch bieten beide Mehrwertdienste wie etwa ein vorinstalliertes Verzeichnis von Campingplätzen und Einrichtungen von ACSI, Campercontact usw.

Naviceiver sind auf den ersten Blick sehr beindruckend. Sie passen alleine schon optisch sehr gut in das Fahrzeug und bieten ein großes Display. Dank der Verkabelung an die vorhandenen Lautsprecher auch einen super Sound und der Anschluss von Rückfahrkameras und ein automatisches Umschalten auf diese, bei Einlegen des Rückwärtsganges stellt auch kein Problem da. Sie sind aber deutlich teurer und haben am Ende aus meiner Sicht doch zu viele Nachteile bzw. zu wenig Vorteile. Angefangen schon bei Kleinigkeiten wie dem schlechteren Schutz vor der Sonneneinstrahlung, bis hin zu den meistens kostenpflichtigen, oder zumindest zeitlich begrenzen Kartenupdates.

Bei den Apps für Smartphone und Tablet ist leider nach dem Rückzug von Navigon in den letzten Jahren nichts mehr passiert. Auch wenn Apple Car Play oder Android Auto hier viele Möglichkeiten in der verbesserten Bedienung und Integration in das Fahrzeug bieten könnten, so gibt es leider einfach zu wenige Navigation-Apps für Camper. Auch kann es auf Dauer recht nervig sein, immer das Smartphone in die Halterung stecken und verkabeln zu müssen. Dieses dient ja vielmals auch als Kamera und als Kommunikationsmittel für die Daheimgebliebenen. Am Ende bleiben für mich am die mobilen Navigationsgeräte als beste Lösung bezogen auf das Preis-Leistungs-Verhältnis übrig.   

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