Strom kann man im Reisemobil eigentlich nie genug haben. Wer sich meistens auf Stell- und Campingplätzen aufhält und dort am Ladekabel hängt, für den mag das folgende Thema nicht so interessant sein. Wer aber gerne freisteht und das halt auch im Herbst und Winter, wo über die Solaranlage teilweise zu wenig Energie reinkommt, der sollte sich EFOY Hybrid Power mal genauer anschauen.

Die Brennstoffzelle von EFOY als Energieerzeuger im Camper gibt es zwar schon recht lange, ist aber noch nicht so weit verbreitet. Das Prinzip ist relativ einfach, denn neben dem technischen Gerät (Brennstoffzelle), wird eigentlich nur Methanol in sogenannten Tankpatronen zu 5 oder 10 Liter benötigt. Die Brennstoffzelle von EFOY beruht auf der DMFC (Direktmethanol-Brennstoffzellen)-Technologie. Sie wandelt chemische Energie ohne Zwischenschritte und große Wirkungsgradverluste in elektrische Energie um. Mit dem Betriebsstoff in der Tankpatrone (Methanol), ergänzt um Sauerstoff aus der Luft wird Strom produziert. Dabei entsteht neben Strom lediglich Abwärme und Wasserdampf mit einem geringen und ungefährlichen Anteil Kohlenstoffdioxid. Effizient, leise und außergewöhnlich umweltfreundlich.

Einbau einer EFOY Brennstoffzelle

Wer eine Brennstoffzelle einbauen möchte, benötigt bei der Wahl des Einbauraumes etwas Platz und es ist auf eine ausreichende Zuluft und auf die Abführung der Abwärme/Abluft und des Kondenswasser zu achten. Neben der eigentlichen Brennstoffzelle, muss auch noch ausreichend Platz für die Tankpatrone vorhanden sein, weswegen kleinere Wohnmobile oder Vans eine Herausforderung darstellen können. Unmöglich ist hier aber nichts, denn Platz ist ja bekanntlich in der kleinsten Hütte.

Man sollte die Brennstoffzelle wenn möglichst nah zur Bordbatterie platzieren, damit Verluste durch lange Kabel vermieden werden. Da Sauerstoff benötigt wird, muss man rund um den Einbau etwas Platz (ca. 10 cm) lassen, damit die Luft zirkulieren kann. Die entstehende Abwärme leitet man einfach vom Gerät weg oder aus dem Einbauraum raus. Die Abwärme kann man bedenkenlos in den Innenraum leiten, da sie keine schädlichen Abgase beinhaltet. Lediglich das von der Brennstoffzelle abgegebene Kondenswasser, sollte nach außen abgeführt werden. Hier ein Beispiel für einen Einbau in einer Reihe, wobei die Batterie natürlich auch von einem anderen Hersteller und auch an einem anderen Platz untergebracht seien kann.

Für die Brennstoffzelle und die Tankpatrone müsst Ihr 678 mm in der Länge und 198 mm in der Tiefe, sowie 320 mm in der Höhe rechnen. Hinzu kommt der Abstand von jeweils 100 mm für die nötige Luftzirkulation.

Die Kombination macht’s – EFOY Hybrid Power

Brennstoffzellen von EFOY haben schon immer alle gängigen 12 V Batterietypen geladen. Die Brennstoffzelle arbeitet auch wunderbar mit einer Solaranlage zusammen und schaltete sich automatisch ein, wenn nicht mehr genügend Sonne zur Verfügung gestanden hat. Dieses Jahr wurde auf dem Caravan Salon in Düsseldorf nun die fünfte Generation der EFOY Brennstoffzelle mit perfekter Abstimmung zur neuen EFOY Lithium Batterie vorgestellt. EFOY hat die Brennstoffzelle noch ein kleines bisschen kompakter gemacht. Geringere Einbauhöhe, längerer Tankanschluss und mit ca. 6,5 kg noch etwas leichter als der Vorgänger.

Viel interessanter ist bei EFOY Hybrid Power, aber das perfekt aufeinander abgestimmtes Energiepaket, bestehend aus Brennstoffzelle und Lithium Batterie. Die Brennstoffzelle erzeugt Strom, die Lithium Batterie speichert ihn und die Beiden wurden speziell füreinander konzipiert und sind daher besonders effizient.

Das smarte Battery-Management-System (BMS) der EFOY Lithium-Batterie sorgt für eine intelligente Kommunikation zwischen Brennstoffzelle und Batterie. So arbeitet die Brennstoffzelle maximal effizient und die Batterie profitiert von idealer Ladung, besonderem Schutz und einer langen Lebensdauer.

Durch diese intelligente Kommunikation werden unnötige Ladezyklen vermieden und das sorgt für einen geringeren Tankpatronenverbrauch. Herkömmliche Batterien geben teilweise nur eingeschränkte Informationen an die Brennstoffzelle weiter, wodurch sie sich häufiger in Betrieb setzt. Die EFOY Batterie erkennt, im Vergleich zu anderen Batterien noch besser, wenn sie von einer anderen Quelle, wie etwa der Solaranlage, geladen wird. Die Brennstoffzelle erhält diese Info, schaltet sich dadurch nicht an und verbraucht keine Flüssigkeit aus der Tankpatrone.

Lohnt sich eine Brennstoffzelle?

Die Brennstoffzelle fand ich im Wohnmobil schon immer sehr interessant, aber nicht als alleinige Energiequelle. Das liegt natürlich daran, dass ich möglichst unabhängig sein möchte. Somit will ich nicht vollständig auf eine Versorgung mit Methanol angewiesen sein, sondern setze auf Solarenergie und beim Fahren auf meine Lichtmaschine mit evtl. nötigem Ladebooster. Die Brennstoffzelle ist aber eine sehr gute und nun auch vollautomatische Ergänzung. Die neue Brennstoffzelle wird es in zwei Ausführungen geben:

EFOY 80 EFOY 150
Maximale Leistung 40 W 75 W
Maximale Ladekapazität /Tag @ 12 V 80 Ah 150 Ah
Nennspannung 12 V / 24 V 12 V / 24 V
Gewicht 6,5 kg 6,9 kg
Abmessungen (L × B × H) 448 × 198 × 275 mm 448 × 198 × 275 mm

Verbrauch und Kosten von Methanol

Es gibt das Methanol laut Karte in Europa gut verbreitet in 5 oder 10 Liter Kanistern, welche EFOY als Tankpatrone bezeichnet. Mit 10 Litern kann man ca. 925 Ah erzeugen, was auf den ersten Blick viel klingt. EFOY bietet auf seiner Seite selber einen Energierechner an, wodurch man einen Eindruck bekommt, wieviel Energie im Sommer und im Winter verbraucht wird. Ich komme im Sommer auf ca. 70 Ah pro Tag und im Winter und auf ca. 90 Ah. Im Skiurlaub könnte ich also etwa 10 Tage an einem Ort bleiben und komplett Strom über die Brennstoffzelle beziehen. Alles natürlich nur theoretische Werte, die stark vom wirklichen Verbrauch abhängen und daher bitte nicht auf die Goldwaage legen. 10 Liter Treibstoff kosten übrigens ca. 50€ und ein 10 Liter Kanister wiegt 8,4 Kilogramm.

Im Sommerurlaub ist selbst in den von uns bevorzugt nördlichen Gefilden alles Tutti. Über die Solaranlage (330WP) kommt meistens genug Energie rein und alle paar Tage starten wir eh den Motor und fahren wieder ein Stück. Wir sind aber das ganze Jahr unterwegs und in Herbst und Winter sieht es wieder ganz anders aus.

Hier haben wir deutlich weniger Sonneneinstrahlung und somit auch weniger Energie zur verfügung. Daher finde ich eine zusätzliche Energiequelle wie die Brennstoffzelle in Kombination sehr interessant. Das Wort unabhängig ist hier grundsätzlich etwas unangebracht und das gilt für alle Energiequellen, welche nicht das ganze Jahr zu 100% zur verfügung stehen. Ich mache mich zwar unabhängig von einem Stell- oder Campingplatz, also deren Stromanschluss und auch von der Sonne oder der Lichtmaschine, aber dann halt wiederum abhängig vom Methanol. Somit finde ich es als Ergänzung, Unterstützung, Kombination oder wie auch immer ihr es nennen wollt wirklich sehr praktisch, aber nicht als alleinige Energiequelle, was aber auch für die andern gilt.

Scheint ausreichend die Sonne, oder läuft der Motor, so macht die Brennstoffzelle nichts. Stehen aber diese Energieversorger nicht zur Verfügung, springt die Brennstoffzelle vollautomatisch an und lädt die Batterie. Daher finde ich es sehr praktisch und das macht uns am Ende unabhängig(er).

Ist eine Brennstoffzelle im Camper nicht gefährlich?

Hier kann man Entwarnung geben, denn was etwa die Abgase beim Betrieb angeht, so entsteht Wasser und Kohlendioxid in sehr geringen Mengen und Konzentrationen und zwar unter den gesetzlichen Grenzwerten. Die EFOY 80 gibt zum Beispiel CO2 ab, die bei Volllast in etwa der Atemluft eines Menschen entspricht. Zusätzlich tragen die Brennstoffzellen die Zertifizierungen ECE-R10 (Einbau und Betrieb in Kraftfahrzeugen), CE und „Sicherheitsgetestetes, produktionsüberwachtes Brennstoffzellsystem“ des TÜV Süd.

Methanol selbst ist zwar giftig, aber auch hier wurde vorgesorgt, denn die Kanister haben ein Rückschlagventil und sind natürlich auslaufsicher. Die gesamte Technik ist ausgereift und langjährig erprobt. Also keinen Grund zur Sorge.

Was kann die Lithium Batterie von EFOY?

Nun das ist aktuell noch nicht zu beantworten, weil sie erst ab Anfang 2021 auf dem Markt verfügbar sein wird und somit liegen noch keine Erfahrungswerte vor. Der deutsche Hersteller SFC Energy aus der Nähe von München, welcher wiederum die Brennstoffzellen der Marke EFOY herstellt, ist bereits 20 Jahre auf dem Markt und einer der führenden Anbieter von mobilen Hybrid-Stromversorgungslösungen. Somit habe ich hier mal großes Vertrauen, dass auch deren Lithium Batterien von bester Qualität seien werden.

EFOY Li 70  EFOY Li 105
Nennkapazität 70 Ah 105 Ah
Nennspannung 12,8 V 12,8 V
Gewicht 11,8 kg 16,3 kg
Abmessungen (L × B × H) 269 × 175 x 190 mm 368 × 175 × 190 mm

Das integrierte Smart Battery Management System (BMS) kontrolliert und optimiert laufend die Batterieparameter für ideale Effizienz und Schutz der Batterie. Durch das eingebaute Heizelement ist die EFOY Lithium Batterie auch bei Minustemperaturen ladefähig. Das robuste Gehäuse schützt vor Spritzwasser

Fazit

Eine Brennstoffzelle alleine stellt für mich persönlich keine optimale Energiequelle da. Als Kombination zu einer Solaranlage und einem Ladebooster aber auf jeden Fall. Als beste Speicherlösung stehen die Lithium Batterien unangefochten an erster Stelle. EFOY bringt nun eine eigene Lithium Batterie auf den Markt, welche noch besser mit der EFOY Brennstoffzelle zusammenarbeiten soll. Das wiederum macht die Brennstoffzelle ideal, um in nahezu jeder Situation immer genügend Strom zu haben.

Preise für die neuen EFOY Brennstoffzellen (verfügbar Ende 2020) und die neuen Lithium Batterien (verfügbar Anfang 2021) stehen leider noch nicht fest, aber hier halte ich euch auf dem Laufenden.

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