Kaum eine Branche hat in den letzten Jahren so einen Zuwachs hinlegen können, wie die Campingbranche. Trotz oder gerade durch Corona, sind die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen nahezu explodiert. Unglaubliche 99,5% mehr Zulassungen bei Reisemobilen als im Vergleichsmonat Juli 2019 meldete das Kraftfahrt-Bundesamt. Dieses ist gleichzeitig das beste jemals gemessene Ergebnis für einen einzelnen Monat. Seit Jahresbeginn wurden damit bereits mehr als 70.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen.

Wohnwagen sind ja schon sehr beliebt und deren Zulassungen stiegen um 61,7% an und erreichte für den Bereich beste Juli-Ergebnis in der Geschichte, so der CIVD. Bei Reisemobilen ist es kaum zu glauben, denn deren Neuzulassungen verdoppelten sich sogar im Vergleich zum Juli des Vorjahres. 10.943 Fahrzeuge ist der höchste jemals erreichte Wert für einen einzelnen Monat. Seit Jahresbeginn wurde damit fast ein Viertel mehr Reisemobile neuzugelassen als zum selben Zeitpunkt des Rekord-Vorjahres.

Reisemobile 2017 2018 2019 2020 Veränderung
Monat Juli 3.866 4.609 5.484 10.943 +99,5%
Kalenderjahr Januar-Juli 30.956 35.606 40.854 50.570 +23,8%
Wohnwagen 2017 2018 2019 2020 Veränderung
Monat Juli 2.504 2.944 3.196 5.169 +61,7%
Kalenderjahr Januar-Juli 17.428 18.465 20.321 19.981 -1,7%
Quelle: CIVD

Die Anzahl an Neuzulassungen von Reisemobilen und Wohnwagen zeigt die stetig steigende Beliebtheit von Campingurlauben. Die Corona-Krise hat das ganze natürlich nochmals beschleunigt. Bei vielen gilt das Reisen in den „eigenen vier Wänden“ als besonders sicher und als sehr flexibel. Der Markt boom und es ist kein Ende in Sicht.

4 Kommentare
  1. Avatar
    Thomas+Wolf sagte:

    Dies Entwicklung macht fast schon Angst. Die Infrastruktur für die Campingfahrzeuge wächst nicht mit. Da sind Probleme Vorprogrammiert.

  2. Avatar
    Franz Peters sagte:

    Hallo Marc , bin nur mal gespannt wann diese Blase zusammen bricht . Muss allerdings zugeben das ich mich mit einem Händler vor drei Jahren darüber unterhalten habe der das genauso sah . Es werden dann WM auf den Markt geschmießen von Menschen die dann merken das es doch nicht das Richtige für sie ist oder die Gelder nicht mehr da sind um sich dieses Luxus Hobby sich zuleisten . Sehe wenn ich unterwegs bin , weiß garnicht wie ich das ausdrücken soll ,das es wenige “ Gewachsen Camper“ sind und kaum Ahnung haben was und wie man sich verhält mit so einem Mobil . Musste schon dem einen oder anderen mit Rat und Tat helfen , nein bin kein Schulmeister aber wenn man z.b sieht das eine Bora kommt und diese Leute dann mit einem “ Bindfaden “ ihre Markise sichern und solche Sachen oh mann . Das nur mal am Rande könne jedem das seine aber man lebt heute anders irgend wie was interessiert mich das morgen .
    Gruß Franz

  3. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hallo Thomas, ich stimme dir zur, dass die Infrastruktur ein sehr großes Problem darstellt. Es gab schon vor 3 bis 4 Jahren zu wenig Stell oder Campingplätze, aber jetzt ist das noch viel dramatischer geworden. Die nennen wir sie mal „Neucamper“, haben teilweise für ihre Freizeitfahrzeug viel Geld auf den Tisch gelegt und wollen es natürlich auch nutzen. Die alten Hasen sind sind darüber nicht erfreut, weil es schon früher schwierig war einen freien Platz zu ergattern. Jetzt kommen auch noch die „Neucamper“ hinzu und nehmen den alten Hasen „ihren“ Platz weg, um den Sie eh schon oft kämpfen mussten. Hier könnte der Ärger vorprogrammiert sein. Wir brauchen mehr Stellplätze!

  4. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hallo Franz, also an eine Blase glaube ich nicht direkt, zumindest nicht wie bei der Immobilienblase. Das was wir jetzt sehen ist etwa mit der Immobilienblase in den USA auch nicht vergleichbar. Klar Camping ist ein teures Hobby, aber bezahlbarer als ein Hauskauf und die Banken hier sind nicht ganz so dubios bis die damals in den USA.

    Wie ich habe schon bei Thomas seinem Kommentar geschrieben habe, ist aus meiner Sicht die fehlende Infrastruktur ein größte Problem. Hier treffen viele weitere Camper, auf jetzt schon zu wenige Stellplätze. Ich befürchte das die „neuen“ nicht mehr so herzlich aufgenommen werden, wie etwa wir damals, sondern sie als Konkurrenten um einen freien Platz wahrgenommen werden könnten und dann kippt die Stimmung. Die Campingindustrie verkauft in Ihren Hochglanzmagazinen die pure Freiheit. Die Realität sieht natürlich anders aus und es wird bei überfüllten Plätzen und dadurch genervten Campern nicht besser. Im Gegenteil! Da sind schlecht gespannte Markisen das kleinere Problem und hier ist es doch schön, wenn Du als Experte Tipps geben kannst. Wir haben alle mal mit dem Camping angefangen und wussten nicht wie das alles geht. Es bleibt also abzuwarten wie es sich entwickelt, aber mein Gefühl sagt, das wird nicht ganz so einfach, wie im TV Sport zum neuen Camper. Grüße Marc

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