Über das Thema Frischwasser im Wohnmobil habe ich schon einiges geschrieben und diverse Filter für die Wasserbefüllung und Hilfsmittel für die Konservierung hier im Blog vorgestellt. Zwei sogenannte Inlinefilter habe ich seit einer geraumen Zeit im Einsatz und beide verfügen über eine gängige 1/2 Zoll Steckkupplung und können somit ganz einfach am Ende des Wasserschlauchs angebracht werden. Die beiden Filter unterscheiden sich in Ihrer Feinheit und dadurch natürlich in Ihrer Durchlaufgeschwindigkeit. Solche Filter lassen sich je nach Bedarf einzeln verwenden, oder auch sehr einfach miteinander kombinieren.

Der grobe Befüllfilter von TW-DES

Im inneren des Filtergehäuses sitzt ein wechselbarer Filter mit einem Netz, welches Partikel bis zu einer Größe von 80 Mikrometer herausfiltert. Dadurch kann man sehr einfach verhindern, dass unerwünschte Fremdköper in den Tank gelangen. Mikroorganismen wie Bakterien und Keime können jedoch nicht herausgefiltert werden, denn dazu ist das Filterelement nicht feinporig genug. Dafür schafft er eine sehr hohe Durchlaufmenge von bis zu 20 Liter pro Minute bei einem üblichen Druck von 4 bar und der Filter ist bis 45°C spülmaschinenfest und somit nahezu dauerhaft einsetzbar. Ebenfalls ist der Filter recht günstig in der Anschaffung*.

Durch die hohe Durchlaufmenge ist der Filter sehr alltagstauglich und kann immer verwendet werden, ohne das es sich an der Ver- und Entsorgungsstation staut und man böse Blicke erntet, weil die Befüllung so lange dauert. Einen detaillierten Testbericht zu dem Filter findet Ihr hier im Blog.

+ Geringer Anschaffungspreis
+ Gute Filtereigenschaften
+ Kann gereinigt und wiederverwendet werden
+ Sehr hohe Durchlaufmenge und alltagstauglichkeit
– Kann keine Bakterien und Keime unter 80 Mikrometer herausfiltern

Der feine Befüllfilter von ae-aqua

Wo der Befüllfilter von TW-DES mit seinen 80 Mikrometern aufhört, fängt der von ae-aqua mit seinen einer Feinheit von < 0,2 Mikrometern erst richtig an. Die austauschbare Mikrofiltrationsmembran hält zuverlässig Bakterien (auch Legionellen) und sonstige Partikel zurück. Das in den Befüllfilter am Ein- und Auslass integrierte AGXX® Gewebe sorgt wirkungsvoll dafür, dass die von der Membran zurückgehaltenen Bakterien absterben und verhindert ebenso, dass Bakterien von außen nachwachsen. Mit diesem Filter bekommt man also nahezu Trinkwasserqualität in seinen Frischwassertank. Einen detaillierten Testbericht zu dem Filter findet ihr natürlich auch im Blog.

Wo Licht ist, da ist aber natürlich auch Schatten und neben einem deutlich höheren Anschaffungspreis*, ist hier die geringe Durchlaufmenge von ca. 7 Litern pro Minute und die Anfälligkeit für Verstopfungen, die größte Einschränkung. Während ich also mit dem groben Filter 100 Liter in ca. 5 Minuten befülle, dauert es mit dem feinen Filter schon knapp 15 Minuten und der Filter verstopft auch leichter, was den Durchlauf weiter reduziert.

Es ist natürlich soweit klar, dass je engmaschiger das Netz des Filters ist, umso feiner kann das durchlaufende Wasser gefiltert werden. Dieses schränkt aber halt auch wiederum die Durchlaufmenge des Wassers ein, welche durch dieses extrem feine Mikrofiltrationsmembran gepresst werden muss. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass die Membrane (Kostenpunkt ca. 60,00€) durch zu große Fremdkörper verstopft und ersetzt werden muss.

+ Höherer Anschaffungspreis
+ Sehr gute Filtereigenschaften für Bakterien auch für Legionellen
– Geringere Durchlaufmenge und alltagstauglichkeit
– Die Membrane kann nicht gereinigt werden und verstopft schneller

Die Kombination aus beiden Filtern

Beide Filter haben wie beschrieben ihre Vor- und Nachteile, aber sie lassen sich sehr gut nach Bedarf einzeln oder halt auch in einer hintereinander gesteckten Kombination verwenden. Bei einer (sofern man das erkennen kann) vertrauenswürdigen Wasserstelle, wird der gröbere Filter verwendet, oder anders gesagt dieser wird immer verwendet und nach Bedarf um den feineren Filter ergänzt, was eine praktische Kombination ergibt.

Diese Kombination erhöht logischerweise nicht den Wasserdurchlauf, aber verringert ihn halt auch nicht. Was sie aber macht, ist das sie einem Flexibilität gibt und die Lebensdauer der hinteren und teureren Mikrofiltrationsmembrane erhöht, weil ein Großteil an Fremdkörpern ja bereits filtert und erst gar nicht erst zur Membrane durchlässt.

Dazu wird halt einfach nur ein kurzes Stück Schlauch mit zwei gängigen Schlauchverbindern benötigt, welche dann jeweils auf die 1/2 Zoll Steckkupplungen der Filter gesteckt wird, also quasi eine Art Verlängerung oder Zwischenstück. Grundsätzlich (nicht nur für das kurze Stück) empfehle ich immer einen blauen Trinkwasserechter Schlauch* mit KTW- oder W270-Zulassung zu verwenden. Der ist Lebensmittelecht, erfüllt die Trinkwasserverordnung und die blaue Einfärbung (DBGM) verhindert die Algenbildung.

Durch ein solches Setup kann man ganz einfach einen der Filter, oder halt beide Filter gleichzeitig verwenden. Dieses erhöht ganz einfach die Wasserqualität und die Lebensdauer der verwendeten Filter. Eines kann ich immer wieder sagen, frisches sauberes Wasser ist kein Hexenwerk!

Damit das saubere Wasser im Tank auch über einen längeren Zeitraum sauber bleibt und sich im Tank keine Algen oder ähnliches bilden, sollte man es konservieren und das geht ganz einfach und auch ohne die bösen Silberionen.

2 Kommentare
  1. Avatar
    720-days.eu sagte:

    Den Befüllfilter von TW-DES kannte ich noch gar nicht. Klingt aber nach einer guten Alternative. Wir haben den ae aqua als Befüllfilter verwendet und waren recht schnell bei den von dir erwähnten 7 Liter pro Minute Durchlaufgeschwindigkeit.

    Um wirklich Trinkwasser aus dem Hahn zu bekommen, verwenden wir den US-E2 von 3M (https://www.720-days.eu/leben-im-wohnmobil/umbauten/trinkwasser-wohnmobil/). Mit dem ae aqua hatten wir vor allem in Südeuropa einen ganz leichten Chlor-Geschmack.

  2. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hi, ja ein Filter direkt vor dem Hahn finde ich auch sehr interessant und rüste den evtl. auch noch zusätzlich nach. Ich möchte aber erst gar keine Fremdkörper bzw. Bakterien im Tank haben, daher kommt auf jeden Fall ein Filter beim Befüllen zum Einsatz. Viele Grüße Marc

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