Ein kalter und harter Fussboden im Camper ist schon recht unangenehm und das nicht nur im Winter. In unserem LMC Explorer Comfort befindet sich wie in nahezu allen Fahrzeugen ein PVC Fussbodenbelag. Wir haben zwar einen Doppelboden mit Fußbodenerwärmung und dadurch ist der Boden nicht mehr so kalt wie im Vorgänger, aber es ist halt auch keine Fussbodenheizung. Ein Teppich ist schon wärmer und vor allem auch gemütlicher und somit kam der Wunsch auf, in Teilen des Campers einen flauschigen Teppich zu verlegen.

Jetzt ist das mit dem Teppich im Camper wegen der ungeraden Bodenflächen nicht ganz so einfach, wie man es von den festen vier Wänden gewohnt ist. Es gibt zwar bereits von den meisten Reisemobilherstellern fertige Teppiche zu kaufen, aber die haben aus meiner Erfahrung zu viele Nachteile. Zum einen sind sie sehr teuer und vom Material her eher eine Mischung aus Wohnraumteppich und Schmutzfangmatte. Auch decken sie aus einem Stück den gesamten Boden ab und somit auch den eher schmutzanfälligen Eingangs- und Küchenbereich und sind dadurch dann auch schwerer zu reinigen.

Im Eingangsbereich haben wir seit Jahren immer eine Schmutzfangmatte* liegen, welche deutlich mehr Vorteile gegenüber einem festen Teppich hat. Zum einen kann man sie ganz einfach ohne Aufwand draußen mit einer Bürste reinigen und sollte sie mal in einem nicht mehr ansprechenden Zustand sein, ist sie für kleines Geld ausgetauscht. Auch kämen wir nicht mehr so bequem an die Bodenfächer heran und daher geht es uns „nur“ um den Bereich von unserer Sitzgruppe. Hier spürt man vor allem beim Frühstück und Abendessen, dass PVC doch ohne dicke Socken oder Pantoffel recht kühl und auch einfach sehr ungemütlich ist.

Der Teppich

Einen geeigneten Teppich finden man eigentlich überall. Entweder man geht in ein Fachgeschäft und fragt nach recht günstigen Reststücken von teilweise sehr hochwertigen Teppichen, welche meistens für die benötigte Fläche vollkommen ausreichen, oder man sucht ein Möbelgeschäft auf. Bei uns befindet sich in näherer Umgebung ein Ikea und dort wechselte Stoense seinen Besitzer. Hierbei handelt es sich um einen Kurzflorteppich aus Synthetikfasern und dieser ist daher robust, fleckabweisend und leicht zu reinigen. Die etwas längeren Fasern haben den Vorteil, dass man am Ende die Schnittstellen nicht sehen wird und sich auch mehrere Stücke zusammensetzen ließen, ohne dass Übergänge sichtbar wären.

Der Zuschnitt

Als erstes wird natürlich Maß der gesamten Fläche genommen und ein passendes Stück Teppich besorgt. Bei uns waren das benötigte 80×130 cm und der Teppich hatte die Maße 80×150 cm und somit musste ich im ersten Schritt nur die längere Seite um 20 cm kürzen. Das schneiden sollte man immer von der Rückseite aus und mit einer frischen Klinge* durchführen. Wichtig ist es hierbei daran zu denken, dass man spiegelverkehrt arbeitet. Die Schnittseite sollte man am Ende versiegeln und hierfür bietet sich am besten ein Feuerzeug an. Einfach kurz mit der Flamme über die die Schnittseite gehen und die Fasern ziehen sich zusammen und fransen somit nicht aus.

Um alle Bereiche sauber abzudecken, wird einfach immer wieder Maß genommen und auf der Unterseite die Schnittstelle mit einem Edding markiert. Beim schneiden nimmt man am besten ein Lineal zur Hand und ich verwende hierfür eine einfache Flachstange aus dem Baumarkt um einen geraden Schnitt zu erzielen.

Auch ein Tischbein stellt keine große Herausforderung dar. Man könnte den Teppich natürlich auch unter dem Bein verlegen, aber dieser ließe sich dann nicht mehr so einfach entfernen um ihn draußen reinigen, oder ihn gar zu ersetzen. Den Umfang des Beines ermittelt man einfach mit einem Seil und schon kann man den Durchmesser errechnen. Es bieten sich hier Müslischalen, Gläser oder ähnliches an, um den Kreis für das Tischbein auf der Teppichunterseite sauber zeichnen und schneiden zu können. Nun muss man nur noch entscheiden, von welcher Seite aus nachher der Schnitt von der Außenseite zum Kreis ausgeführt werden soll. Stichwort spiegelverkehrt.

Ich habe mich einfach für die kürzeste Stecke von der Sitzbank aus zum Tischbein entschieden. Ein gerader Schnitt und schon lässt sich der Teppich um das Tischbein legen. Den Schnitt sieht man bei den meisten Teppichen dann auch nicht mehr und damit jede Seite genau an einem Platz bleibt, bietet sich selbstklebendes Klettband* an.

Fazit

Ob man nun mehrere Bereiche des Bodes, den ganzen oder nur einen kleinen Teil wie etwa die Sitzgruppe mit einem Teppich ausstattet, ist wie so oft natürlich reine Geschmacksache. Der Aufwand lohnt sich meines Erachtens nach in jedem Fall und ich habe insgesamt keine 30 Minuten (inkl. Fotos und Notizen) benötigt. Bei stark verwinkelten Wohnmobilen kann es natürlich ein wenig länger dauern und hier kann man sich auch vorher aus Papier eine Schablone basteln. Das Gefühl an den Füßen ist aber auf jeden Fall um einiges angenehmer geworden und ich würde mindestens für den Bereich der Sitzgruppe einen Teppich empfehlen.

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