Die Herbstferien starteten wir mit Freunden übers Wochenende in Bremerhaven. Deren 29 Jahre alter Dethleffs wollte keiner mehr so langen Fahrten zutrauen und das Wetter sollte leider auch nicht so toll werden. Wir trafen uns am Freitag nachmittag in Bremerhaven auf dem Stellplatz an der Doppelschleuse. Der Platz hat eine recht gute Lage und von hier aus ist man in wenigen Minuten mit dem Rad in der Innenstadt bzw. am Hafen. Wir starteten noch eine kleine Fahrradtour und am Abend gab es dann lecker Pizza vom Grill und danach den ein oder anderen Wein.

Am nächsten Tag sind wir dann mit den Rädern ins nahegelegene Klimahaus gefahren. Hier findet man eine wirklich sehr toll gemachte Wissens- und Erlebniswelt zu den Themen Klima, Klimawandel und Wetter. Entlang des 8. Längengrades geht man hier auf eine Weltreise und erlebt die unterschiedlichen Klimazonen der Erde auf spannende und beeindruckende Weise hautnah.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen Supermarkt aufgesucht und Abends gab es dann leckeres vom Grill. Sonntag morgen trennten sich dann unsere Wege und wir zogen für einen Familienbesuch weiter nach Travemünde. Ohne großen Stau sind wir in Travemünde auf dem Priwall angekommen und waren Abends bei Gosch Fisch essen. Ursprünglich wollten wir auf die Ostseeinsel Fehmarn fahren, aber die Wettervoraussichten waren nahezu überall recht schlecht und die Stellplätze sind auf Fehmarn deutlich teurer als auf dem Festland. Wenn wir eh die meiste Zeit im Camper verbringen müssen, dann können wir das auch wo anders und günstiger machen und so sind wir am Montagmittag dann nach Brasilien gefahren.

Brasilien? Ja das Ostseebad Schönberg macht es sogar möglich, zu Fuß in nur fünf Minuten von Brasilien nach Kalifornien zu gelangen. Schönberg umfasst neben dem Zentralort auch die Ortsteile Neuschönberg und Holm sowie die Strandabschnitte Schönberger Strand, Kalifornien und Brasilien. In Strandnähe liegen hier direkt zwei Stellplätze nebeneinander und die unterscheiden sich lediglich in der nur auf einem vorhendenen Stromversorgung. Da wir auf Strom dank unserer Solaranlage in der Regel nicht angewiesen sind, wählten wir den Stellplatz mit dem Namen Brasilien auf dem wir eine lange Zeit die einzigsten Gäste waren.

Stellplatzinfo: Stellplatz Brasilien

Preis: 8,00€ plus Kurtaxe pro Erwachsener: 2,50€
Ver- und Entsorgung Ja
Stromanschluss Nein
Adresse Mittelstrand, 24217 Schönberg

Es handelt sich hierbei um einen recht einfachen Platz auf einer großen Wiese, wo der hintere Teil für insgesamt 50 Wohnmobile vorgesehen ist. Der Platz selber ist jetzt nichts besonders, obwohl er wegen seiner Lage aus meiner Sicht sehr großes Potenzial bietet. Bei der Einfahrt zahlt man an der Schranke wie auch die PKW´s dann 3,00€ und den Rest bezahlt man  beim Betreiber, in diesem Fall einem älteren und sehr freundlichen Ehepaar.

Vom Platz aus muss man nur auf den Deich und ist direkt am herrlichen Sandstrand angekommen. In 10 bis 15 Minuten ist man zu Fuss im Zentrum von Schönberg und dort gibt es neben ein paar Restaurants, auch einen Supermarkt und einen Bäcker. Die Versorgung ist also schon mal gesichert.

Wir unternahmen als erstes einen schönen Spaziergang am Strand, wo es auch offizielle Abschnitte für Hunde gibt, was aber zu der Jahreszeit auch keinen mehr interessiert. Ziel war die Seebrücke Schönberger Strand, welche 250 Metern auf die Ostsee hinaus geht.

Der Dienstag sollte laut Wetterbericht der beste Tag der ganzen Woche werden und so stand ein längerer Ausflug auf dem Programm. Wir schnappten uns die Fahrräder und radelten nach Laboe um dort das Marine-Ehrenmal zu besuchen. Fahrradfahren kann man hier sehr gut und die Wege sind breit und in einem sehr guten Zustand und man fährt eigentlich immer direkt am Meer entlang. Leider durften wir das Ehrenmal mit Hund nicht von innen besichtigen, was aber auch kein Drama war und so schafften wir es noch passend auf die Fördefährlinie F1 nach Kiel.

Die Fahrt von Laboe nach Seegarten in Kiel, dauert knapp 70 Minuten und dann ist man auch schon direkt im Zentrum angekommen. Wir machten einen kleinen Stadtbummel, kauften das ein oder andere und fuhren mit der vorletzten Fähre wieder zurück nach Laboe. Auf der Rückfahrt mit dem Rad konnten wir noch den wunderschönen Sonnenuntergang genießen.

Wie angekündigt wurde das Wetter am nächsten Tag deutlich schlechter, aber darauf hatten wir uns ja bereits eingestellt und so blieben wir in Brasilien. Hier stand man einfach so entspannt und wir machten uns einen schönen Gammeltag im Camper. Am Nachmittag hörte es aber dann doch mal kurz auf zu regnen und wir spazierten zum nahegelegenen Museum für Straßen und Eisenbahnen. Leider verpassten wir den Zeitpunkt für die Fahrt mit einer der Museumsstraßenbahnen, aber sich die alten Schätzen anzuschauen, war dennoch sehr interessant.

Bis zu unserer Abreise am Freitag machten wir es uns im Camper gemütlich, nutzen die kleinen Regenpausen für Spaziergänge und am letzten Abend gingen wir bei Bodega Las Tapas, wie der Name es schon vermuten lässt, Tapas essen. Auf dem Hinweg genossen wir noch einen herrlichen Sonnenuntergang und das sogar mal ohne den sonst so präsenten Regen.

Ein wirklich sehr nettes Restaurant direkt am Schönberger Strand mit super leckeren Tapas und einer sehr freundlichen Bedienung. Der Rückweg von ca. 15 Minuten tat echt gut, weil die Tapas waren so lecker, dass wir sicher deutlich mehr gegessen haben, als in den Magen passte. Kugelrund fielen wir ins Bett und machten uns am nächsten Tag dann auf in Richtung Heimat.

Auch wenn wir in diesem Urlaub mal nicht so sehr aktiv waren und auch nicht viel rumgereist sind, war es dennoch insgesamt sehr schön und vor allem erholsam und das soll Urlaub ja auch sein. Wenn das Wetter bzw. die Temperaturen besser sind, werden wir Brasilien in der Kieler Bucht sicher erneut einen Besuch abstatten.

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