Spätestens durch den VW Diesel Skandal, Diesel Fahrverbote in immer mehr Innenstädten und die junge Umweltaktivistin Greta Thunberg, hat die Elektromobilität auch außerhalb des Tesla-Kosmos an Fahrt gewonnen. Aus Studien und Prototypen werden ganz langsam praxistaugliche und somit auch serienreife Reisefahrzeuge. Eines kommt vom alteingesessenen Hersteller Dethleffs und hierbei handelt es sich um den Globevan e.hybrid, welcher eine maximale Reichweite von 500 km haben soll.

Die Basis des Globevan e.Hybrid ist ein Ford Transit Custom, dessen Antriebsachsen rein elektrisch angetrieben werden. Über den im Fahrzeug verbauten Akkumulator sind somit bis zu 50 km rein elektrische Reichweite möglich. Damit käme man natürlich kaum bis zum nächsten Stellplatz und daher ist ein sogenannter „Range Extender“ verbaut. Hierbei handelt es sich um einen 1,0-l-EcoBoost-Benzinmotor, welcher ausschließlich als Generator dient und den Akkumulator mit Strom versorgt. Somit ist laut Herstellerangaben in der Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor, eine maximale Reichweite von 500 km möglich.

Die Gesamtleistung der Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor liegt bei 92 kW (126 PS). Die verbaute 13,6 kWh Batterie, kann innerhalb von 5,5 Stunden an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose oder in 3 Stunden an einer Schnellladedose aufgeladen werden. Somit wäre ein aufladen der Batterie auf den meisten Stellplätzen auch kein Problem. Vom Aufbau her ist der Globevan ansonsten ganz klassisch unterwegs. Aufstelldach mit Schlafmöglichkeit, Küchenblock mit Zwei-Flamm-Kocher, Spüle und 16l-Kompressor-Kühlbox.

Der Verkaufsstart vom Dethleffs Globevan e.Hybrid beginnt im Frühjahr 2020 und der Basispreis liegt bei 74,990€. Ich finde das Konzept von einem Reise-Hybrid-Fahrzeug sehr interessant. So kann man kurze Strecken, etwa in die Innenstadt auch rein elektrisch zurücklegen und bleibt auf längeren Strecken nicht direkt liegen. Der Ausbau an Ladestationen ist zwar im Gange, aber bis wir hier von einer flächendeckenden Versorgung sprechen können, ist es noch ein sehr langer Weg. Vor allem bei einem Reisemobil ist man auch auf eine gute Versorgung im Ausland angewiesen und somit kommt ein rein elektrisches Fahrzeug für viele noch nicht in Frage.

Bildquelle: Hersteller

3 Kommentare
  1. N. N.
    N. N. sagte:

    Der Range Extender lädt die Batterien. Das eigentlich interessante an dem Konzept wäre doch, den RE als Notstromaggregat zu nutzen, so dass jederzeit und überall genug Strom bereitsteht, solange nur der Tank voll ist.

  2. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Da finde ich ausreichend Solar, Ladebooter und Lithium-Batterien als Stromkonzept deutlich besser. Im totalen Notfall wenn nichts mehr geht, lässt man den Motor mit einem 60A Ladebooster eine Runde im Stand laufen und kommt so sicherlich auch kurzfristig über die Runden.

  3. N. N.
    N. N. sagte:

    Warum ich an dem Konzept so interessiert bin: Ich denke, dass die durchgängige Elektrifizierung kommt.

    Konsequent auf Strom zu setzen – beim Antrieb und Wohnen – bietet Vorteile bzgl. Gewicht, Baugröße, Betriebsgeräusch, Flexibilität, einfache Handhabung, Zuverlässigkeit, Wartung, Betriebssicherheit.

    Der bekannte Haken: Die Energiespeicherung in elektrischer Form = Batterie.
    Hier kommt der Hybrid ins Spiel, und für Wohnmobile speziell der serielle Hybrid.

    Beim normalen Auto ist diese Brückenlösung eher eine Nische, weil Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis stehen.

    Beim Wohnmobil sehe ich das anders, da hier viel mehr elektrische Verbraucher relevant sind. Deshalb finde ich das Angebot von Dethleff interessant und zugleich zu kurz gesprungen.

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