Um 05:00 klingelte unser Wecker und wir fuhren vom herrlichen Platz in Beitostølen, zum Fähranleger am See Gjende. Heute stand die Wanderung über den 1700 Meter hohen Gebirgsrücken Besseggen an. Nach ca. 20 Minuten Fahrt waren wir am großen Parkplatz angekommen, auf welchem das übernachten leider verboten ist und das trotz stolzen 250 NOK Parkgebühr.

Vom Parkplatz aus sind es noch etwa 2 Kilometer bis zum Fähranleger und hierfür steht ein Shuttlebus zur Verfügung, was recht praktisch ist denn man hat später noch genügend Kilometer zu laufen.

Pünktlich um 07:00 ging unsere im Vorfeld online gebuchte Personenfähre von Gjendesheim nach Memurubu. Die Tickets sollte man auf jeden Fall im Vorfeld buchen und für 2 Erwachsene, 2 Kinder und einen Hund, sind 510 Norwegische Krönchen fällig. Man kann den Besseggen entweder von Gjendesheim nach Memurubu (mit dem Schiff zurück) oder von Memurubu nach Gjendesheim laufen (erst mit dem Schiff nach Memurubu). Natürlich sind auch Hin- und Rückweg zu Fuß möglich, aber das wird man n einem Tag kaum schaffen können.

Wir entschieden uns für die Hinfahrt mit dem Schiff, denn so hat man keinen Zeitdruck um maximal 17:00 in Memurubu ankommen zu müssen, weil dann fährt nämlich die letzte Fähre. Davon abgesehen ist das herunterklettern der engen Passage vom Berg Veslfjellet aus unserer Sicht noch schwerer ist, als es hinauf schon der Fall ist, aber dazu später mehr.

Die Fahrt mit der Fähre dauert ca. 20 Minuten und von dem Oberdeck aus, kann man die herrliche Landschaft genießen und schon mal einen Blick auf den Besseggen werfen, auf dem man gleich wandern wird.

Wir starten also in Memurubu auf 1008 Metern und als erstes gilt es einen recht steilen Anstieg zu bewältigen. Ziel ist dann nach einigem rauf und runter die Spitze vom Berg Veslfjellet auf 1743 Metern und wir werden insgesamt eine Strecke von ca. 14 Kilometern und 1200 Höhenmetern bewältigen.

Auch wenn die erste Passage schon recht anstrengend ist, haben wir dank des super Wetters, immer wieder einen herrlichen Blick auf das Jotunheimen. Es handelt sich hierbei um das höchste Gebirge Skandinaviens und der Name bedeutet übersetzt „Heim der Riesen“.

Wir mussten nicht nur wegen der Steigung alle paar Minuten kurz anhalten, sondern man muss sich einfach umdrehen und die wunderbare Aussicht genießen, welche sich immer wieder verändert je höher man kommt.

Nachdem wir die ersten 500 Höhenmeter absolviert hatten, machen wir eine kleine Pause und schossen noch ein paar Fotos von diesem super Ausblick auf das Jotunheimen.

Der Weg war bis hierher recht steil, ließ sich aber insgesamt gut laufen. Auf dem Bergrücken geht es dann immer wieder rauf und runter und man hat einen tollen Blick auf den Gjende mit seinem Türkisen Wasser.

Bevor der letzte und auch schwerste Aufstieg (250 Höhenmeter) auf den Veslfjellet (1743 Metern) kommt, liegt zur einen Seite der See Bessvatnet (Dunkelblau) und auf der anderen der Gjende (Türkis).

Über den schmalen Grat kommt man teilweise nur auf allen vieren vorwärts und man muss sich gut festhalten und auch auf Gegenverkehr achten. Den Besseggen kann man ja auch von der anderen Seite aus besteigen. Zusätzlich geht es auf beiden Seiten steil in die Tiefe, so dass man sich hier gut konzentrieren muss.

Mancher Wanderer hat sich hier auch ein bisschen überschätzt, so sahen wir teilweise (vor Höhenangst) leicht zitternde Leute und auch einen Jungen, welcher sich vollkommen verkrampft hatte und an einer sehr ungünstigen Stelle nicht mehr weitergehen wollte bzw. konnte. es dauerte einige Zeit und es staute sich an dieser Stelle. Dann kam auch noch eine Reisegruppe älter Griechen entgegen und die mussten wir erstmal alle vorbeilassen, bevor es weitergehen konnte.

Vom Gipfel aus geht es dann über einen steinigen Weg immer weiter ins Tal zum Fähranleger in Gjendesheim, wo einen der Shuttlebus dann wieder zum Parkplatz bringt. Von hier aus sind wir dann wieder etwas weiter in den Süden gefahren und als nächstes steht bei uns nach einer kleinen Ruhephase am Soneren bei Eidal, die Besteigung des Gaustatoppen auf dem Programm. Weiter geht die Reise in Teil 9.

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