Wir haben zwei Nächte gegenüber des Preikestolen verbracht und waren dort ein wenig Wandern. Von dort aus sind wir dann zum Preikestolen aufgebrochen, um die dortige Besteigung mit Übernachtung zu beginnen. Am Einstiegspunkt gibt es einen Parkplatz für 200 NOK, aber leider darf man auf diesem nicht zwischen 24:00 und 06:00 Parken. Bringt uns also nichts für diese Tour, bei der wir mit dem Zelt in der Natur übernachten wollen.

Auf einem etwas unterhalb gelegenen Parkplatz sah es aber identisch aus, was das Parken während der Nacht angeht. Es blieb also nur noch der deutlich weiter unten liegende Campingplatz als Abstellort für unseren Camper übrig. Von dem Platz gibt es auch einen Shuttlebus, weil die Strecke möchte man auf keinen Fall laufen. Der Campingplatz war mit 29,00€ übrigens günstiger als die Hin- und Rückfahrt mit dem Shuttlebus in Höhe von 35,00€.

Um 17:30 kamen wir am Einstiegspunkt an und es waren immer noch 30° Grad im Schatten und die schweren Rucksäcke spürten wir ganz schön bei unserem Anstieg. Es sind eigentlich „nur“ 3,8 Kilometer (pro Stecke), für die man ca. 2 Stunden benötigt. Unterschätzen sollte man das aber nicht, denn es sind immerhin 604 Höhenmeter zu bewältigen, oder in unserem Falle noch ein paar Meter mehr. Man sollte auf jeden Fall ausreichend Wasser mitnehmen. Auf etwa der Hälfte der Strecke, kann und sollte man seine Flaschen nochmal an einem Bach auffüllen.

Auf dem Weg hat man immer wieder einen schönen Blick auf die Landschaft und nach ca. 2,5 Kilometer erreicht man einen See, an dem wir eine Pause machten und eine Kleinigkeit gegessen haben. Dann ging es weiter und bald kam auch schon der Lysefjord zum Vorschein und ab dann ist es zum Preikestolen auch nicht mehr weit.

Die letzten Meter bis zur Kanzel, sollte man auf seine Schritte achten, weil auf der einen Seite geht es unverzeihliche 600 Meter in die Tiefe. Selbst Abends um 20:00 war hier auf dem Preikestolen noch gut was los. Hier und auf den etwa letzten 100 Metern vor der Kanzel, ist das Campen und das Fliegen von Drohnen nachvollziehbarerweise natürlich verboten. Ansonsten würde hier das reinste Chaos herrschen.

Hier war es uns zum einen zu voll, die Sonne eh fast weg und wir wollten ja auch noch ein Stück weiter nach oben klettern, um dort unser Nachtlager aufzuschlagen. Also klettern wir noch ca. 30 Minuten weiter und fanden einen sehr schönen Platz, von wo aus wir einen tollen Blick über den Fjord auf das Meer hatten.

Jetzt sind wir keine großen Outdoorcamper und hatten somit auch hierfür bis dato kaum Equipment für einen solchen Tripp. Das Zelt haben wir uns von Freunden geliehen, die gerade auf Island unterwegs sind (danke ihr Lieben!) und Schlafsäcke und passende Isomatten haben wir im Vorfeld getestet (Testbericht) und für gut befunden. Was aber uns noch fehlte war etwas zum kochen und auch hier wurden wir für kleines Geld fündig.

Ein kleiner faltbarer Campingkocher* und ein 4-Teiliges Kochtopf Set* reichten vollkommen aus, um ein paar Suppen aufzuwärmen und einen leckern warmen Tee zuzubereiten. Beides kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen und bei der Aussicht schmeckten uns sogar die Tütensuppen.

Hier oben war es aber schon recht windig und wir mussten das Zelt noch einmal kurz umsetzen, aber das war schnell erledigt. Der Platz bot auf jeden Fall eine sehr tolle Aussicht.

Ab dann konnten wir uns ganz dem Sonnenuntergang hingeben, welchen man weder in Worten beschreiben, noch wirklich mit Bildern festhalten kann, sondern selbst erlebt haben muss.

Man sitzt einfach nur dort und kann es kaum glauben, was die Sonne für Farben zaubern kann. Das ganze zieht sich über 3 Stunden und ist einfach unglaublich. Gegen Mitternacht war die Sonne dann verschwunden, wobei hier immer ein gewisses Restleuchten vorhanden ist, also so richtig dunkel wird es hier nicht. Ich bin dann auch ins Zelt gekrabbelt und habe versucht eine Runde zu schlafen.

Die Kids haben trotz einem recht starken Wind vor lauter Aufregung sogar ganz gut im Zelt geschlafen. Sonja und ich haben kaum ein Auge zugetan. Es geht halt einfach nichts über den Schlafkomfort in unserem Camper. Wer länger mit einem Zelt unterwegs ist, der muss das schon mögen. So ganz unseres ist das zumindest dauerhaft nicht.

Wir hatten uns für 04:00 den Wecker gestellt, weil die Sonne gegen 05:20 aufgehen sollte und dann wollten wir natürlich parat sein, um uns das Farbenspiel zu genießen. Das zusammenpacken all unserer Sachen inkl. dem Zelt ging relativ schnell und wir waren früh genug zur Stelle, um uns einen guten Platz am Fjord zu sichern.

Auch zu dieser frühen Uhrzeit versammelten sich einige Sonnenanbeter auf der Kanzel, so das wir uns einen schönen Platz oberhalb vom Preikestolen ausgesucht haben, von dem man eh eine bessere Sicht auf das gesamte Geschehen hat. Wir kochten uns noch einen warmen Tee, kuschelten uns in die Schlafsäcke und bereiteten uns auf den Moment vor. Natürlich kommt auch dieser Moment auf Fotos und Videos nicht gebührend rüber.

Ganz langsam kam die Sonne über dem Fjord hervor und tauchte vor allem den Preikestolen in ein sehr warmes Licht. Irgendwie ein magischer Moment und schwer in Worte zu fassen.

Kurz nach 06:00 traten wir unsere Rückreise an und der Abstieg dauerte etwa 2 Stunden. Auch wenn die Temperaturen natürlich noch deutlich angenehmer waren, schmerzte der Weg ganz schön und vor allem in den Knien. Das wir die Nacht kaum ein Auge zu getan haben, kam natürlich noch dazu.

Gegen 07.30 schaltete ich per Truma iNet vom iPhone aus das Warmwasser im Camper ein, warum auch nicht wenn man schon so einen geilen Kram verbaut hat. Pünktlich um 08:00 kam der Shuttlebus und 20 Minuten später standen wir in unserem Camper unter der heißen und wohlverdienten Dusche.

Was für ein geiler Trip! oder um es mit Mia´s Worten danach zu sagen „Danke Mama und Papa, dass wir so tolle Sachen mit euch erleben dürfen“. Sehr genre mein Schatz!

Bis 11:00 mussten wir den Campingplatz verlassen haben. Das passte locker und wir nutzen noch kurz die Ver- und Entsorgungsmöglichkeit und machten uns auf den Weg zu einem ruhigen Stellplatz in den Bergen. Es war erstmal schlafen angesagt. Weiter geht die Reise in Teil 5.

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