Lange haben wir hin und her überlegt, ob wir uns eine Markise montieren wollen oder nicht. Die Vorteile wären Sonnen und Regenschutz, sowie schneller Auf- und Abbau auf jedem Untergrund. Die Nachteile hohes Gewicht, feste Montage und ein hoher Preis. Hier passt für uns persönlich das Kosten-Nutzen-Verhältnis einfach nicht, wir sind keine Camper die sich tagsüber groß am Camper, etwa auf dem Campingplatz aufhalten. Klar gibt es auch mal ein paar Tage, wo wir mal länger als einen Tag an einem Platz stehen und auch eine Markise zu schätzen wissen, aber das kommt einfach zu selten vor.

Sich gegen die Sonne und mal einen Regenschauer zu schützen, sollte dennoch machbar sein und die Alternative stellt hier dann ein Sonnensegel* dar. Es gibt Sonnensegel in unterschiedlichsten Ausführungen und ebenso verschiedenste Wege, ein solches Segel am Fahrzeug zu befestigen. Normalerweise findet man bei Google ja alles, aber Sonnensegel Vollintegriertes Wohnmobil brachte selbst bei der Bildersuche, einfach mal gar nichts an Inspirationen. Also war ich bei meinem Vorhaben etwas auf mich alleine gestellt und über meine Ideen, habe ich bereits berichtet . Nach gründlicher Überlegung haben wir uns für ein Sonnensegel mit Keder entschieden.

Eine andere Art der Befestigung wären etwa Saugnäpfe gewesen, aber hier könnte es durch Zugkräfte im schlimmsten Fall zu einer Beule kommen, wie unserer Leser Patrick in dem anderen Artikel richtig angemerkt hat. Jetzt hatte ich auch noch das Glück, von meinen Schwiegereltern ein Sonnensegel mit Keder kostenlos zu bekommen und dadurch bietet sich ein Test natürlich noch mehr an. Ich benötigte also „nur“ noch eine passende Kederschiene und ein bisschen Kleinkram für die Montage.

Die Kederschiene wollte ich an am hinteren Teil der Seitenwand befestigen. Über die Tür geht es wegen der Regenrinne mit eingebauter Lampe nicht, aber das nicht nicht weiter schlimm. Hierfür benötige ich dann also 3 Meter und dieses bitte am Stück, weil mehrere Schienen aneinander sehen nicht nur bescheiden aus, sondern die Kederführung kann so auch uneben werden. Zusätzlich dann bitte in weiß, damit die Schiene so unauffällig wie möglich ist.

Viel Auswahl auf dem Markt gibt es für diese Anforderungen nicht wirklich, aber ich wurde am Ende dennoch fündig und die Schiene vom Hersteller LYSEL ist es am Ende geworden. Die Schiene gibt es in zwei Ausführungen und die unterscheiden sich zum einen vom Material her und von der zum kleben zur Verfügung stehenden Fläche. Die Variante aus Kunststoff* bietet 33mm gerade Fläche und die aus Aluminium* 25mm. Beide der Schienen nehmen einen Keder mit 7,5 -8,5 mm Durchmesser (inklusive Ummantelung) auf und der Öffnungswinkel beträgt jeweils 45 Grad.

Ich habe mich am Ende für die Variante aus Aluminium entschieden, weil Alu einfach robuster ist und auf lange Sicht gesehen besser halten wird. Als Kleber wird Dekasyl MS-5* in weiß verwendet und dieser hält auch ohne Primer auf sauberen, trockenen, staub- und fettfreien Untergründen. Nicht zu verwechseln mit Dekaseal, was nämlich ein Dichtstoff und kein Kleber ist. Hierbei also bitte aufpassen und lieber noch mal einen Blick auf die Broschüre von Dekalin oder noch besser, auf den YouTube Kanal von Knut dem Erklärbar aus der Einraumwohnung werfen.

Montage der Kederschiene

Eine 3 Meter lange Kederschiene aus Aluminium alleine zu montieren, ist eine ziemlich doofe Idee und man fängt sich eventuell ganz schnell Kratzer an der Wand ein. Mein lieber Kumpel Marco war aber wie so oft schnell zur Stelle und als erstes haben wir die Schiene angehalten und mit einem Graffit Marker abgezeichnet. Als nächstes wurde an den Linien Kreppband verklebt, so das von dem Kleber (aus Versehen) auch etwas daneben gehen kann.

Den Bereich habe ich dann zuerst mit einem sauberen Lappen und danach (kurz vor dem kleben) mit Dekaclean ultra* gereinigt. Bei anderen bzw. falschen Reiniger, kann das kontraproduktiv für den Kleber, oder für das Material des Untergrunds sein. Also Dekaclean ultra auf einem Papiertuch, den Bereich säubern und ca. 5-10 Minuten verflüchtigen lassen und dann kann/sollte auch schon geklebt werden. Den Reinigungsvorgang haben wir natürlich auch an der Kederschiene durchgeführt.

Allgemein wird von Dekalin eine Klebeschicht von 2 mm empfohlen und den Kleber haben wir dann, an dem mit Kreppband markierten Bereich angebracht und mit einem in Seifenlösung getauchten Kunststoffpachtel* verteilt. Die auf jeden Fall entstehenden Überreste kann man damit auch direkt entfernen, ohne dabei Kratzer zu erzeugen. Ist der Untergrund also sauber und der Kleber angebracht, kann die Kederschiene gegen die Fahrzeugwand gerückt werden. Spätestens hierbei weiß man die 2 zusätzlichen Arme, bei 3 Metern Fläche sehr zu schätzen.

Nach ein paar Minuten haben wir dann das Kreppband abgezogen und die Kederschiene hielt bereits sicher von alleine an der Wand. Hier braucht man auch nicht mehr nachhelfen, sondern den Kleber einfach aushärten lassen. Nach etwa 15 Minuten beginnt bereits die Aushärtung. In der gesamten Zeit sollten die Temperaturen am nicht unter 5° Grand fallen und es sollte nicht regnen. Jetzt ist die Kederschiene eigentlich schon fest mit dem Fahrzeug verbunden, aber belasten sollte man sie erst nach 24 Stunden. Etwa 12 Stunden nach dem aufbringen, also am nächsten Morgen musste ich mit dem Camper nach Bremen zum Händler, wegen ein paar kleinen Reklamationen.

Vor der Abfahrt habe ich mich noch kurz davon überzeugt, dass der Kleber unter der Kederschiene ausgehärtet ist. Dem war Fall und somit ging es erstmal auf nach Bremen. Am Mittag habe ich dann die Kederschiene  noch mit Dekaseal 1512 Dichtmasse verschlossen bzw. versiegelt. Das ist sicherlich nicht zwingend nötig, sondern bei mir eher aus optischen Gründen und meinem Perfektionismus geschuldet, der mich fast 3 Stunden gekostet hat. An der der Unterseite quillt natürlich etwas von dem Kleber aus, welchen man auch nicht vollständig entfernen sollte. Zumindest nicht kleine Nasen direkt an der Wand, denn dadurch zieht man im schlimmsten Fall den Kleber unter der Schiene hervor. Somit hab es einfach mit der Dichtmasse verschlossen und jetzt sieht das ganze einfach noch etwas besser aus.

Montage des Sonnensegels

Das Sonnensegel lässt sich trotz der vorhandenen Keder, relativ klein zusammenfalten bzw. rollen. Unser Segel mit 3,0 x 2,5 Metern bring auch nur 2,8 Kilo auf die Wage. Die beiden Aluminiumstangen, Seile und Heringe bringen es auf etwa unter 1 Kilo und somit wiegen alle notwendigen Materialien zusammen keine 4,0 Kilogramm. Das Keder des Sonnensegels wird nun einfach an einer Seite in die Kederschiene geschoben und an den anderen Seiten dann die Aufstellstangen* befestigt und die Seile an den Heringen festziehen. Je nach Untergrund halten handelsübliche Zeltheringe nicht sehr gut, weswegen ich Peggy Peg Schlagschraubheringe* empfehlen würde. Der Auf- und Abbau ist in wenigen Minuten erledigt und stellt für uns bis jetzt eine sehr gute Alternative dar. Nächte Woche geht es über Christi Himmelfahrt nach Holland auf einen Campingplatz und dort wird das Segel dann eingeweiht.

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