An den meisten Wohnmobilen hängt eine Markise und die Teile sind grundsätzlich ja auch sehr praktisch. In den letzten zwei Jahren haben wir am vorherigen Fahrzeug die Markise aber nur sehr selten genutzt. Wir halten uns nicht so lange an einem Ort, etwa auf einem Campingplatz auf und richten uns dort häuslich ein. Tagsüber sind wir auch oftmals unterwegs und daher haben wir vorerst auf eine Markise verzichtet. Markisen mit 4,5 Meter Länge kosten ca. 1300,00€, wiegen etwa 45 Kilo und einmal montiert, lassen sie sich nicht mehr rückstandslos entfernen und daher sollte eine Montage gut überlegt sein.

Dennoch benötigen wir ab und zu mal einen Sonnenschutz und somit bin ich auf der Suche nach einer passenden Alternative zu einer Markise. Hier kommt dann wohl am besten ein Sonnensegel zum Einsatz. Ein Sonnensegel ist nicht dauerhaft am Wohnmobil befestigt, sondern wird nur bei Bedarf aufgebaut und somit auch nur in den relevanten Monaten des Jahres mitgeschleppt. Zudem ist ein Sonnensegel auch noch deutlich günstiger, leichter und flexibler als eine Markise. 

Gewicht

Eine Markise mit den Maßen 4,5 x 3 Metern kostet etwa 1300,00€ und wiegt ca. 45 Kilogramm. Im Gegenzug wiegt ein wasserabweisendes Sonnensegel* in gleicher Größe nur 2,2 Kilogramm und kostet weniger als 60,00€. Die Segel gibt es als Wind- und Wasserabweisend mit UV-Schutz, oder auch wenn gewünscht als Winddurchlässig. Man rechnet beim Gewicht des Sonnensegels mit ca. 160 g/m² und es gibt die Segel in unterschiedlichsten Formen und Größen.

Dazu kommen dann noch verstellbare Aufstellstangen aus Aluminium* und passende Zeltheringe* für die Befestigung auf freien Seite und es gibt auch spezielle Schraubheringe* für sehr weiche Untergründe. Das wiegt aller alles zusammen weniger als 1 Kilo. Je nach gewünschter Befestigungsart am Camper, kommt dann noch ein bis zwei Kilo für Kederschiene, Airlineschiene oder Glassauger* dazu.

Montage

Es gibt einige Möglichkeiten das Sonnensegel am Camper zu befestigen. Zum einen könnte man am Camper eine Kederschiene oder eine Airlineschiene mit Kleber dauerhaft befestigen.

Die Kederschiene hat den Vorteil, dass man das Sonnensegel quasi nahtlos mit dem Camper verbinden kann und das Segel einfach in die Schiene geschoben wird. Somit kann kein Wasser an der Wand vom Camper herunterlaufen. Dafür sind die Sonnensegel mit integrierter Keder deutlich teuer und lassen sich nicht so platzsparend verstauen.

Eine Airlineschiene muss aber wie Kederschiene fest am Camper angebracht werden. Etwa mit Kleber oder man schraubt sie an und in beiden Fällen lässt sich das nicht ohne Rückstände wieder entfernen. Außerdem sind die beiden Schienen in einer durchgehenden Länge von 4,5 oder mehr Metern, nur sehr schwer zu bekommen.

Die sicherlich charmanteste Lösung für die Befestigung sind Glassauger*, welche man normalerweise zum Transport von Glasscheiben oder Fliesen verwendet. Solche Sauger halten je nach Model bis zu 200 Kilo und benötigen lediglich einen glatten und möglichst sauberen Untergrund.

Beides ist an der Außenhaut eines Wohnmobils ja gegeben und die Montage geht super schnell. Kurz mit einem Lappen die Stelle sauber wischen und den Sauger anbringen. An diesem kann man dann wiederum das Segel mit Planspannern* befestigen, denn an dessen Ecken befinden sich Edelstahlösen.

Auf der anderen Seite werden dann die Zeltstangen montiert und schon steht der Sonnenschutz. Am Ende lässt sich alles sehr einfach und Platzsparend in der Heckgarage des Wohnmobils verstauen. Ebenfalls trocknet es viel schneller als eine Markise bzw. man kann es zum trocknen an andere Stelle aufhängen.

Natürlich bringt eine Solches Sonnensegel auch Nachteile mit sich. Ein Montage auf hartem Untergrund wird teilweise nicht möglich sein und nur ein kleines Stück ausfahren, wird auch nicht gehen. Daher sollte man das Segel nur in der Größe nehmen, die man auch wirklich braucht, oder es mit einem weiteren Segel erweitern. Dazu benötigt man lediglich zwei weitere Zeltstangen und kann die Erweiterung auch nach Bedarf seitlich befestigen, um sich vor der Sonne zu schützen.

Also einfach mal realistisch Tisch und Stühle aufstellen und die benötigte Fläche ausmessen und wie beschrieben lieber ein weiteres Segel dazunehmen, was natürlich auch eine andere Form und Größe haben kann.

Fazit

Wir werden und ein solches Setup für den kommenden Sommer zulegen und mal ausprobierten, ob es in der Praxis so gut funktioniert, wie in der Theorie. Am Ende können wir ja immer noch eine Markise montieren, wenn es aus welchen Gründen auch immer, mit dem Sonnensegel nicht klappt. Die Investitionskosten halten sich auf jeden Fall in Grenzen.

8 Kommentare
  1. Avatar
    Patrick sagte:

    Hi,
    ich weiß nicht ob das mit den Saugern so eine gute Idee ist. Bei einem Segel können große Zugkräfte entstehen wenn eine Windböe ungünstig reingreift. Diese ziehen dann, auf vermutlich zwei Sauger verteilt, an je einem kleinen Punkt deiner WoMoAußenhaut. Diese ist vermutlich nur 1mm dick und mit einem Schaumdämmstoff verklebt. Ich könnte mir vorstellen, dass es möglich ist die Haut vom Dämmstoff abzureißen und dann eine Beule zu ziehen. Abgesehen davon ist die ganze Zelle des WoMo evtl. nicht auf solche Punktbelastungen ausgelegt.
    bye,
    Patrick

  2. Avatar
    Micha sagte:

    Hallo,
    Ich persönlich finde die Lösung mit dem Sonnensegel hat mehr Nachteile als Vorteile. Zum einen möchte ich nicht erst Anfangen mit Stangen zu hantieren und das Segel zu befestigen, da ist man mit der Markise deutlich schneller fertig und kann schon das erste Bierchen genießen während das Segel noch befestigt wird:-) Am Ende läuft es vielleicht sogar darauf hinaus, dass man lieber in der Sonne sitzt bevor man anfängt das Segel aufzubauen und der Untergrund ist auch egal. Ein weiterer Punkt wäre für mich das Problem wenn plötzlich ein Unwetter aufzieht, hier bin ich mit der Markise auch deutlich besser aufgestellt meiner Meinung nach. Diese ist schnell bei Bedarf oder Gefahr eingekurbelt. Zu den Saugnäpfen, da hätte ich weniger Bedenken wenn diese am Rand befestigt sind. Vom Prinzip sind diese ja wie die Multianker und da hätte ich bisher nie Probleme. Einziger Vorteil für mich wäre wirklich das Gewicht falls es wirklich eng wird, wobei ich hier dann eher eine etwas kleinere Markise von 4×2,5m wählen würde.
    VG
    Micha

  3. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hi Micha, das mit dem Bierchen ist natürlich ein Argument :-)

    Ja der Aufbau wird länger (5-10 min) dauern, aber bei einem schnellen Abbau mache ich mir weniger Sorgen. Das Segel könnte man mit Karabinern an den Saugnäpfen befestigen und somit wäre das auch schnell wieder gelöst. An die Multianker habe ich auch schon gedacht, welche ja auch keine Probleme verursachen. Nun ich bin ja noch in Überlegungsphase und freue mich ja über die Anmerkungen.

    Wenn am Ende rauskommt, das macht mit dem Segel keinen Sinn, ist das ja auch ein Ergebnis! Eine 4x,25 Markise ist mit ca. 28 KG schon mal eine gute Nummer leichter. Ich muss irgendwann mal Tisch und Stühle aufstellen und ausmessen wieviel ich an Fläche benötige. Nur so groß wie nötig denke ich. Danke Dir! Beste Grüße Marc

  4. Avatar
    Michael Merklinghaus sagte:

    Moinsen Mac,

    wenn man eine SoSe mürbe die Kederschiene oder Airlineschiene wählt, ist dann die einzuführende Seite „steif/starr? Weil Du was mit „nicht platzsparend verstauen“ schreibst.
    Die Idee mit den Saugnäpfen find ich aber auch sehr gut.
    Und meist kommt ein „Regenguss, Gewitter auch mit etwas Ankündigung so das man zeitnah „die Segel streicht“
    Es hat alles sein pro und contra. Aber Faktor Geld und Gewicht, was ja bei uns Campern ein Dauerthema ist, sprechen dafür. Und wenn man den Dreh für SICH raushat, passt es auch flott mit dem kühlen Hopfensaft.
    Gruß Michael

  5. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hallo Michael, die Keder ist schon etwas starr und daher wird man das Segel nicht so klein falten können und somit Platzsparend unterbringen können, als eines ohne Keder.

    Ich tendiere im Moment zu der Lösung ,mit den Saugnäpfen. Grüße Marc

  6. Avatar
    Bodo Schulz sagte:

    Hallo Marc,
    hast Du schon mal über ein kleines leichtes Vorzelt nachgedacht? Das ist auch noch eine Option, die ich derzeit im Kopf habe. Gruss Bodo

  7. Marc Broch
    Marc Broch sagte:

    Hi Bodo,

    auf den ersten Blick zu viele Nachteile. Schwerer, teurer, Auf- und Abbau dauert deutlich länger und die Fläche ist vorgegeben. Bei einem Segel verhält es sich wie bei der Markise. Man kann ganz oder auch nur teilweise drunter sitzen und wird nicht durch Seitenteile eingeschränkt. Im Sommer dürfte es darunter auch recht warm werden. Gruß Marc

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