Wer bei Minustemperaturen im Camper weder frieren, noch seinen Gasverbrauch in die Höhe treiben möchte, der sollte über eine zusätzliche Dämmung der Kältebrücken nachdenken und die befinden sich eigentlich immer im Fahrerhaus des Fahrzeugs.

Erfahrungen ohne jegliche Zusatzdämmung, haben wir vor zwei Jahren mit unserem LMC Breezer in Winterberg sammeln können. Verdammt war das kalt, wenn die Heizung nicht auf Hochtouren lief und das Gas ging auch fast schneller zur Neige, als wir neues besorgen konnten. Neben einer passgenauen Außenisoliermatte* für die Frontscheibe vom Fiat Ducato inkl. den Seitenfenstern, haben wir uns danach auch noch eine passende Matte für den Fussraum* zugelegt und beide Maßnahmen haben sich auf jeden Fall sehr positiv bemerkbar gemacht, was den Gasverbrauch angeht.

Wer ein Wohnmobil mit dem typischen Fiat Ducato Fahrerhaus in Form eines Teilintegrierten oder Kastenwagen fährt, ist beim Thema Dämmung mit Thermomatten relativ fein raus. Hier gibt es die verschiedensten Varianten für innen und außen bereits passgenau zu kaufen*. Bei einem Vollintegrierten Fahrzeug sieht die Sache leider schon anders aus.

Entweder bietet der Hersteller für viel Geld eigene Thermomatten an oder man setzt hier auf Speziallösungen einer weniger Zubehörhersteller, welche leider auch teilweise recht teuer sind. Auch wenn unser LMC Explorer Comfort um einiges besser isoliert ist als es beim LMC Breezer der Fall war, wollten wir hier die Front und Seitenscheiden vom Fahrerhaus zusätzlich vor Kälte schützen. Die Fussraummatte konnten wir weiterverwenden, aber für die Scheiben vom Fahrerhaus brauchten wir etwas neues.

Matten für die Außenmontage inkl. der Seitenscheiben kommen für uns nicht in Frage, da hier Druckknöpfe durch kleben oder bohren am Fahrzeug dauerhaft befestigt werden müssen. Es fehlen beim Vollintegrierten ja die Fahrer- und Beifahrertüren für die Befestigung.

Die Frontscheibenisolierung von außen

Für die große Frontscheibe alleine ist das auch noch so kein großes Problem, denn hierfür gibt es vom Hersteller Hindermann eine universelle Matte für Frontscheibenisolierung*. Mit einer Breite von 267 und einer Höhe von 130 cm, sollte sie sicherlich überall passen und wird ganz einfach von außen an der Frontscheibe angebracht. Ein innenliegender Gummispanner in der Oberkante sorgt für einen dichten Abschluss und oben wird die Matte an den Außenspiegeln und unten an Radkasten und etwa an der Motorhaube mittels der kleinen Schnapphaken befestigt.

Hindermann Universelle Frontscheibenisolierung
  • Maße (B x H): 267 × 120 cm
  • Sehr effizient
  • Einfach zu verwenden

Die Montage ist relativ schnell erledigt und die im Lieferumfang enthaltenen Gummispanner, können je nach Bedarf gekürzt werden. Man muss nur je nach Höhe des Fahrzeuges bzw. der Spiegel und der eigenen Körpergröße daran denken, eine Trittleiter oder ähnliches dabei zu haben. Die Matte sollte gerollt untergebracht werden, wodurch sie in der Heckgarage auch nicht viel Platz wegnimmt.

Die Seitenscheiben von innen

Druckknöpfe von außen kommen uns wie gesagt nicht ans Fahrzeug und somit benötigen wir für die Seitenscheiben eine Lösung von innen. Diese kann man sich relativ einfach und vor allem sehr günstig selber herstellen. In unseren LMC Breezer hatte ich mir damals einen Thermo-Trennvorhang für das Fahrerhaus auch selber hergestellt und den, sowie die Reste der verarbeiteten isolierenden Luftpolsterfolie mit Aluminium-Beschichtung*, wollte ich natürlich weiterverwenden. Es handelt sich hierbei um die Version mit 300g/m2, welche Wärmeisolierend, Wasser und Dampfresistent ist.

SuperFOIL RadPack Isolierfolie, 5 m x 60 cm, 3,6 mm, wärmereflektierende Luftpolsterfolie, spart Energie und Geld, isoliert bis zu 3 Heizkörper pro Packung, silber, 5 Medium
  • Einfach zu installieren: passt auf alle Heizkörper und es ist nicht...
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  • Hohe Leistung: Unsere 3,6 mm Luftpolsterfolien-Isolierung reflektiert...

Herstellen der Matten für die Seitenscheiben

Als erstes misst man die maximale Breite und Höhe eines Fensters aus und schneidet sich ein passendes Stück der Luftpolsterfolie zurecht. Das geht super einfach, da sich die Folie dank der Luftkammern sehr gut anpassen und schneiden lässt. Nun hält man die Folie an das Fenster und passt die Rundungen usw. des Fensters an und zeichnet diese einfach mit einem Edding auf die Folie.

Mit einer Schere kann man so ganz einfach den angezeichneten Markierungen folgen und die Folie somit dem Fenster anpassen. Die Schnittkanten kann man eigentlich so belassen, da sich nicht wirklich ausfransen werden. Wer möchte kann diese aber mit einem Klebeband aus Aluminium* abdichten.

Diese Schritte wiederholt man bei jedem Fenster und wer bereits ein Fahrerhausverdunklungssystem verbaut hat, kann die Folie einfach an das Fenster legen und das Plissee zuziehen. Die Folie hält dann in dem Spalt zwischen Plissee und der Scheibe von alleine. Alternativ kann man auch kleine Löcher in die Folie bohren und daran 40mm Saugnäpfe mit Rändelmutter* befestigen. Auf beide Seiten des Loches sollte man jedoch eine Unterlegscheibe anbringen, damit hier nichts ausreißt. Bei uns hält die Folie aber sehr gut von alleine in dem Spalt zwischen Plissee und Scheibe.

Verstauen und Gewicht der Seitenscheibenmatte

Die einzelnen Luftkammern sind sehr stabil und dank der Isolierungsfolie aus Aluminium an der Außenseite, reißt hier auch nichts ein. Somit kann man die Folie(n) falten oder rollen und das ohne die Luftkammern zu beschädigen. Platzsparend verstauen ist somit kein Problem und bei nur 300g/m2 ist das ganze auch vom Gewicht sehr leicht.

Die Frontscheibenisolierung von innen

Natürlich kann man sich mit der Luftpolsterfolie auch eine Isolierung für die Frontscheibe basteln. Die 5 Meter Rolle reicht dafür je nach Fahrzeug und somit Scheibengröße auch aus. Die Rolle mit 10 Metern ist aber auch nur unwesentlich teurer und hier könnte man aus dem Rest, wiederum auch die Kunststofffenster vom Aufbau isolieren.

Auch ließen sich Innenfolie und Außenfolie wunderbar miteinander kombinieren, um einen maximalen Grad an Wärmeisolierung zu erzielen. Je nach Reiseziel und den dort herrschenden Temperaturen kann das schon Sinn machen. Schaden würde es auch jeden Fall nicht, auch die Scheibe von innen her zu isolieren.

Fazit:

Thermomatten für die Seitenscheiben des Wohnmobils selber herzustellen, ist kein großer Aufwand und insgesamt sehr kostengünstig. Sie lassen sich sehr einfach und schnell anbringen, gut verstauen und kosten kaum Gewicht. Wer bereits Plissees verbaut hat, kann auf Saugnäpfe oder ähnliches auch verzichten. Ich habe jetzt keine Wärmebildkamera im Zugriff um hier Ergebnisse bildlich darstellen zu können, aber man merkt man den Effekt aber auf jeden Fall wie ich finde. Nahezu jede Maßnahme zur Erhöhung der Isolierung des Fahrzeuges kann ja eigentlich nur förderlich sein.

3 Kommentare
  1. Avatar
    Judith sagte:

    Super Idee! Ich habe letzte Woche diese Folie bestellt um daraus eine Isomatte für außen zu nähen. Wir haben original Matten für den Jung, aber die gehen nicht über den Kühler. Ja, man kann die dazu kaufen, sind aber unglaublich teuer. Und daher wird jetzt genäht!

  2. Avatar
    Peter Brückmann sagte:

    Alternativ Isolierfolie für Gewächshäuser ohne Alubeschichtung, daher schön hell. Sehr preiswert im Baumarkt, ebenso preiswerte Saugnäpfe mit Unterlegscheiben und Rändelmuttern. Kosten für Frontscheibe bei Integrierten unter 15 €.

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