In den nächsten Wochen sollten wir unseren neuen LMC Explorer in Empfang nehmen können und im jetzigen Breezer stört mich unter anderem die Lautstärke der Wasserpumpe. Warum ist die lauter als im Vorgängerfahrzeug und was ist der Unterschied zwischen den Pumpen. Sollte im neuen der gleiche Pumpentyp verbaut sein, was kann ich gegen die Lautstärke unternehmen?

In unserem ersten Camper dem Weinsberg CaraBus, war eine Wasserpumpe direkt im Tank verbaut. Hierbei handelte es sich um eine sogenannte Tauchpumpe. In unserem jetzigen LMC Breezer ist eine Druckwasserpumpe außerhalb des Tanks verbaut und ich werde hier mal die Unterschiede und somit Vor- und Nachteile erläutern. 

Tauchwasserpumpe

Die Tauchpumpen werden direkt im Wassertank befestigt und verbrauchen somit keinen zusätzlichen Einbauplatz im Fahrzeug. Sie sind vom Gewicht mit um die 300 Gramm sehr leicht und vor allem sehr leise. Zusätzlich sind sie wartungsfrei und versprechen eine lange Lebensdauer. Am Ende sind sie mit 10-50 Euro auch sehr preiswert.

Klingt doch alles super, aber vor Licht ist, da ist auch Schatten und somit hat Sie natürlich auch ihre Nachteile. Durch Ihren Montageort im Tank, wird sie direkt auch bei der Bedienung gekühlt. Ist der Wassertank etwa wegen der kalten Jahreszeit entleert worden, läuft die Pumpe trocken und geht kaputt.

Jetzt könnte man sich einen separaten Schalter einbauen, wenn nicht schon einer vorhanden ist, um die Pumpe auszuschalten wenn der Tank leer ist. Ein weiterer Nachteil ist der geringe Wasserdruck, denn hier ist bei maximal 2 bar Schluss. Das merkt man vor allem in größeren Fahrzeugen, wo das Wasser auch weitere Wege zurücklegen muss. Der letzte mir bekannte Nachteil ist die starke Einschränkung bei den Armaturen. Diese müssen nämlich über einen eingebauten Mikroschalter verfügen. Beim betätigen des Hahns wird ein elektrischer Impuls an die Pumpe geschickt und diese schaltet sich erst dann ein. Man ist also bei der Auswahl an Armaturen sehr eingeschränkt und die Teile sind ausschließlich aus Kunststoff gefertigt.

+ Sehr leicht
+ Sehr leise
+ Wartungsfrei
+ Lange Lebensdauer
+ Sehr preiswert

– Darf nicht trocken laufen
– Geringer Wasserdruck
– Armaturen nur mit Mikroschalter und somit meistens aus Kunststoff

Druckwasserpumpe

Erster sichtbarer Unterschied einer Druckwasserpumpe ist der Montageort, weil dieser befindet sich außerhalb des Wassertanks und die Pumpe kann stehend und hängend montiert werden. Man muss sie auch nicht in unmittelbarer Nähe zum Wassertank befestigen, denn 2-3 Meter in der Höhe und bis zu 8 Metern Entfernung sind hier kein Problem.

Die Lebensdauer ist sehr hoch und das gilt auch für den hohen Wasserdruck. Es gibt Modelle die schaffen einen Druck von über 5 Bar. Das schafft einen Wasserdruck nahezu „wie Zuhause“, auch wenn die Kapazität des Wassertanks dieses kaum lange erlauben wird. Die Pumpe erzeugt einen dauerhaften Wasserdruck in den Leitungen und dieses ermöglicht eine freie Auswahl bei den Armaturen. Hier wird ja kein Mikroschalter benötigt und daher kann man alle handelsüblichen Armaturen verwenden.

Öffnet man einen Hahn wird der Druck logischerweise sinken und das gleicht die Pumpe umgehend wieder aus. Das gilt aber leider auch für einen Defekt in einer Leitung, oder sonst wo im Wasserkreislauf des Campers. Somit besteht die bei Leck die Gefahr, das der gesamte Wassertank leergesaugt und im Camper verteilt wird. Hier kann man natürlich mit einem separaten Schalter für die Pumpe vorsorgen.

Der aber sicherlich größte und wahrnehmbare Nachteil ist die hohe Lautstärke. Hier muss man je nach Montageort nachbessern, was die Übertragung der Vibrationen angeht. Hier könnte sich bei Pumpen von SHURflo bzw. Lilie, etwa der Einbau des Montagesets „Leise Sohle“ lohnen. Es passt für alle Pumpen der Classic Serie und mindert die Schallübertragung von der Pumpe auf das Fahrzeug durch vollständige Lagerung auf Gummis. Auch jede andere Form von Dämmung an der Pumpe und auch an den Wasserleitungen, wirkt hier wahre Wunder.

Auch lässt sich bei Pumpen der SHURflo Classic-Serie ein Druckausgleichstank* einsetzen. Er kann in beliebiger Lage montiert werden und beim öffnen des Hahns fließt das Wasser sofort, gleichmäßig und leise ab. Eine flexible Membrane enthält eine Luftblase mit konstantem Druck und so muss die Pumpe nicht direkt anspringen, wenn man nur eine kleine Menge Wasser, etwa zum Händewaschen benötigt.

Die Pumpen sind leider teuer und es geht so mit etwa 80 Euro für 7,0 l/min und 1,4 bar los und je mehr Liter im Durchlauf und Druck in bar man haben möchte, je teurer ist dementsprechend die Pumpe. Zu dem gegenüber den Tauchpumpen höheren Preis, kommt leider auch ein höheres Gewicht. Bis zu 3,5 Kilo kann einen solche Pumpe auf die Waage bringen.

+ Sehr hohe Lebensdauer
+ hohe Flexibilität bei der Montage
+ Druck von bis zu über 5 Bar
+ Handelsübliche Armaturen verwendbar
+ Darf auch trocken laufen

– hoher Anschaffungspreis
– hohe Lautstärke
– höheres Gewicht
– größeres Risiko bei einem Leck

Wenn die Druckwasserpumpe laut ist

Das Druckwasserpumpen grundsätzlich lauter als Tauchpumpen sind, ist ja soweit noch nachvollziehbar, aber die Lautstärke kann sehr nervig sein. Nicht jeder Hersteller verbaut die Pumpe mit Rücksicht auf die Geräuschentwicklung. Hier kann bzw. muss man dann halt selber nachbessern. Folgende Punkte sind zu beachten.

  • Für die Montage sollte einen fester, stabiler Untergrund (dickes Sperrholz) gewählt werden, welcher die Schwingungen der Pumpe nicht überträgt. Generell empfiehlt sich die Montage im beheizten Doppelboden. Wo dies nicht möglich ist, sollte die Pumpe auf der Bodenplatte montiert werden. Die Montage in Schränken, Sitzbänken, an dünnen WC-Wänden, also generell an vibrationsübertragenden Stellen, muss auf jeden Fall vermieden werden.
  • Durch den Einbau des „Leise Sohle“ – Montagesets können sie annähernd dasselbe Ergebnis erzielen. Es passt für alle Pumpen der Lilie Classic Serie und mindert die Schallübertragung von der Pumpe auf das Fahrzeug durch vollständige Lagerung auf Gummi. Die Pumpe wird einfach aufgesteckt. Die Sicherung erfolgt durch selbstsichernde Muttern.
  • Auch die verlegten Rohrleitungen sollte man überprüfen, die sich unter Umständen gelockert haben können. Hier muss alles isoliert werden, durch welches die Geräusche übertragen werden können.
  • Bei den Pumpen der SHURflo Classic-Serie kann man einen Druckausgleichstank* einsetzen. Er kann in beliebiger Lage montiert werden und beim öffnen des Hahns fließt das Wasser sofort, gleichmäßig und leise ab. Eine flexible Membrane enthält eine Luftblase mit konstantem Druck und so muss die Pumpe nicht direkt anspringen, wenn man nur eine kleine Menge Wasser, etwa zum Händewaschen benötigt.

Fazit: Tauchpumpe oder Druckwasserpumpe?

Wir kamen damals mit der Tauchpumpe im CaraBus eigentlich gut aus. Der Druck war in Ordnung hat uns ausgereicht. Sie war schön leise und hat ihren Dienst einwandfrei verrichtet. Bei einem Defekt würden sich die Kosten sehr in Grenzen halten.

Unsere jetzige Druckwasserpumpe liefert schon mehr Druck, aber ist dafür um einiges lauter. Schön so, dass wir es als störend empfinden. Im neuen Camper werde ich hier ein Augenmerk drauflegen und gegebenenfalls mit den beschriebenen Maßnahmen nachbessern.

Die große Wahl bei der Fahrzeugbestellung was die Art der Pumpe angeht hat man ja eh nicht. Sollte sich keine Pumpe im Camper befinden und ich hätte die freie Auswahl, würde ich eher zu einer Druckwasserpumpe tendieren. Hier müssten aber der Einbauplatz gewisse Voraussetzungen für eine gute und notwendige Dämmung mitbringen.

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