Bei einem fast durchgehend perfekten Solaranlagenwetter, verbrachten wir eine Woche der Herbstferien in der Eifel. Die Anreise am Freitag in Richtung Süden, war zwar wie zu erwarten von einigen Staus auf der Autobahn begleitet, aber am Abend erreichten wir unseren ersten Platz in der Nähe von Kommern.

Hier sollte es am nächsten Morgen in das Freilichtmuseum gehen und die Nacht verbrachten wir auf einem Parkplatz in der Nähe. Nicht der schönste Platz und die nahegelegene Bundesstraße konnte man auch deutlich hören, aber für eine Nacht ging das schon soweit in Ordnung.

Nach dem Frühstück fuhren wir die letzten Meter zum Freilichtmuseum. Hier kann man auf über 95 Hektar etwa 67 original historische Gebäude wie Hofanlagen, Ställe, Scheunen und Läden aus der preußischen Rheinprovinz besichtigen. Besonders spannend war der Besuchs des Gemeindehauses aus Löhndorf (Westerwald/Mittelrhein).

Hier befindet sich im oberen Teil eine Schule und diese zeigt die Situation in der späten Kaiserzeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im unteren Teil des Gebäudes befindet sich das Backhaus und hier wurden in dem großen Holzofen auch Brote und Streuselkuchen zubereitet. Riecht nicht nur super lecker, sondern schmeckt auch super lecker. Wir deckten uns direkt mit 2 Broten und etwas Kuchen ein. Ingesamt war der Besuch im Freilichtmuseum eine sehr feine Sache und das nicht nur für die Kinder.

Am Nachmittag machten wir uns dann weiter auf den Weg zum sehr schön gelegenen Wohnmobilhafen am Nationalpark Eifel in Schleiden-Gemünd. Hier ist man mit 10 Euro pro Nacht mit dabei und es ist für etwa 40 Mobile Platz. Der Stellplatz liegt sehr ruhig im Wald bzw. am Waldrand. Neben einer Vor- und Entsorgung und wer braucht Toilette und Duschen, gibt es auch um 08:30 einen Brötchenservice und es sind natürlich Hunde erlaubt.

Stellplatzinfo - Wohnmobilhafen am Nationalpark Eifel

Preis 10,00 € + Kurtaxe pro Person am Tag 1,00 €
Ver- und Entsorgung Ja
Stromanschluss Ja
Adresse Pfarrer-Kneipp-Straße 3, 53937 Schleiden

Eigentlich sollte es am Sonntag in den Hochseilgarten Hürtgenwald gehen. Leider hat es in der Nacht aber so stark und lange geregnet, dass klettern in den Bäumen nicht möglich war. Aber am Montag hätte der Hochseilgarten ab 09:00 auch geöffnet, weil sich eine Schulklasse angekündigt hatte. Sonst hat er nur am Wochenende und in den Schulferien von NRW geöffnet, welche zu unserem Glück erst in der nächsten Woche beginnen.

Das Wetter war ansonsten soweit in Ordnung und es regnete auch nicht mehr, es war nur halt alles noch klitschnass. Wir entschieden uns dem Hohen Venn einen Besuch abzustatten, welches nicht weit entfernt war. So steuerten wir einen Wanderparkplatz an und verbrachten dort ein paar Stunden an der frischen Luft.

Beim Hohen Venn handelt es sich um eines der letzten Hochmoore. Ein besonderes Naturerlebnis sind die Wanderungen auf den Holzstegen. Hier kann man wirklich sehr schöne Wanderungen unternehmen und am Abend fuhren wir dann wieder in Richtung Hochseilgarten.

Kurz vor dem Ziel steuerten wir einen einsamen Wanderparkplatz an und verbrachten hier eine sehr ruhige Nacht. Das Thermometer viel zwar in der Nacht auf 2°, aber als sich am Morgen der Nebel gelegt hatte, schien es ein sehr schöner Tag zu werden.

Noch vor der Schulklasse erreichten wir den Hochseilgarten und nach einer kurzen Unterweisung ging es auch schon los. Es gibt verschiedene Parcours mit vielen abwechselnden Elementen und Seilbahnen mit insgesamt über 800 m Länge. Das Mindestalter beträgt 6 Jahre und die Körpergröße darf 120 cm nicht unterschreiten.

Passte also gerade, dass beide Kids klettern konnten. Die Parcours sind farblich gekennzeichnet und dem Alter bzw. der Körpergröße entsprechend angelegt. Wir hatten eine Menge Spaß und nach 2,5 Stunden waren wir fix und alle und können den Hochseilgarten in Hürtgenwald sehr empfehlen.

Nach dem Klettern fuhren wir weiter nach Gerolstein auf den dortigen Stellplatz am Hallenbad. Hier ist man mit nur 10 Euro dabei und erhält mit der GeroGastCard, ein kleines Heftchen und dieses gewährt u.a. den freien Eintritt ins Schwimmbad, das Naturkundemuseum und Rabatte bei diversen Geschäften und Restaurants in der Stadt.

Stellplatzinfo - Gerolstein

Preis 10,00 € (inkl. Vergünstigungen)
Ver- und Entsorgung Ja
Stromanschluss Ja
Adresse Raderstr. 20 in 54568 Gerolstein

Es war aber ja noch früh am Tag und die Sonne schien auch noch so schön und somit war noch eine Runde Wandern angesagt. Wir kletterten also eine Runde auf den Auberg und von dort aus noch auf rüber auf die Gerolsteiner Dolomiten zur Buchenlochhöhle. Schöne 2-3 Stunden an der frischen Luft machen Lust auf das Abendessen, aber vorher ging es noch eine Runde in das Hallenbad.

Jetzt wo wir alle wieder frisch waren, gingen wir runter in den Ort und schlugen uns den Bauch beim Asiaten Wang Lai voll. Sehr lecker und die Portionen waren genau richtig, dass man sie gerade noch schaffen konnte. Auf dem Rückweg füllten wir unsere Flasche noch an der Helenenquelle wieder auf. Diese liegt direkt am Gerolsteiner Rathaus und kann man kostenlos frisches Mineralwasser aus einer Tiefe von rund. 90 Metern beziehen

Die Quelle entspricht dem Haupttypus des Gerolsteiner Mineralwassers. Viel Calcium und Magnesium und einer ordentlichen Portion Kohlendioxid. Am Fuße der Zapfstelle sind Ablagerungen zu sehen, Kalk – reines Calciumkarbonat – wird direkt aus dem ablaufenden Mineralwasser ausgeschieden.

Am nächsten Morgen schien auch wieder wieder so schön die Sonne. Wir starteten unsere Wanderung vom Stellplatz aus zur Aussichtsplattform auf dem Dietzenley auf etwa 620 Metern. Zuerst ging es zur Burgruine der Löwenburg und dann sind wir bis zur Aussichtsplattform auf dem Dietzenley weiter gewandert. Auf dem Rückweg kommt man noch an der Büschkapelle vorbei. Eine sehr schöne Wanderung und für die etwa 10 Kilometer, waren wir so rund 3 Stunden unterwegs.

Am nächsten Tag wollten eine Wanderung zur Teufelsschlucht in der Südeifel bzw. in der Nähe von Irrel unternehmen. Wir fuhren also zu dem etwas außerhalb und sehr ruhig gelegenen Parkplatz vor der Teufelsschlucht bzw. dem dortigen Dinopark. Hier kann man wunderbar eine Nacht verbringen.

Wir holten uns aber vorher noch ein paar Infos im dortigen Naturparkzentrum und man wird dort wirklich sehr net betreut. Man kann sich dort per WLAN die App Lauschtour (Audio Guide) und die passende Strecke herunterladen und erhält somit während der Wanderung passende Zusatzinfos.

Für die Wanderung hatten wir uns die Tour Namens „Teuflische Acht“ ausgesucht und die geht über Stock und Stein. Zunächst durchwandert man das bekannteste Naturdenkmal der Region – die von hohen Felswänden umgebene Teufelsschlucht. Der Pfad führt einen auf einer schönen Strecke durch die Felsenwelt am Ostrand des Ferschweiler Plateaus und hinunter zu den Irreler Wasserfällen, eigentlich Stromschnellen der Prüm. Von dort geht es prümaufwärts zu den Hopfenfeldern, einer Besonderheit des Prümtals.

Der Rückweg führt einen dann entlang des naturbelassenen Hälbach wieder hinauf zum Hochplateau und auf den Felsenpfad, vorbei an historischen Mühlsteinbrüchen bis zum Startpunkt, dem Naturparkzentrum Teufelsschlucht. Für die knapp 6 Kilometer, kann man hier um die 3-4 Stunden rechnen.

Nach der Wanderung sind wir noch die paar Kilometer bis nach Luxemburg gefahren, um günstig Diesel zu tanken. Man sollte nicht die erste Tanke nach der Grenze ansteuern, sonder lieber die zweite oder gar die dritte. So spart man locker weitere 10 Cent ein.

Mit vollem Tank ging es dann auf einen kleinen Stellplatz nach Deudesfeld. Hier kann man wunderbar übernachten und der Platz ist auch noch kostenlos. Man zahlt lediglich für die Ver- und Entsorgung und für Strom.

Stellplatzinfo - Deudesfeld

Preis Kostenlos
Ver- und Entsorgung Ja
Stromanschluss Ja
Koordinaten N 50°06’03“, E 6°43’45“

Nach der ruhigen Nacht in Deudersfeld, stand etwas ganz besonderes an und für die Kinder war es eine Riesen Überraschung. Es ging in den Eifelpark.

Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Wild und Freizeitpark, wobei die meisten Attraktionen auch für kleinere Kinder ausgelegt sind. Dabei sind es mehr als 45 Attraktionen, wie etwa eine Sommerrodelbahn (Länge fast 1000 m), Achterbahn Käpt’n Jacks Wilde Maus, ein Kettenkarussell, Wildwasser Rondell, Tretbootsee, Eifel-Tower, Pony-Express, u.v.m.

Für einen der großen bekannten Freizeitparks, sind unsere Kids einfach noch zu klein und die Parks sind auch deutlich teurer. Hier kostet der Eintritt als vierköpfige Familie 88,00 Euro, was immer noch eine Menge Kohle ist, aber im Verhältnis zu den Größen Parks, ist das fast noch günstig.

Hier kann man als Familie einen wirklich sehr schönen Tag verbringen und weil NRW noch keine Schulferien hatte, war es im Park auch noch angenehm leer und wir mussten nie länger als 10 Minuten anstehen.

Nach fast 8 Stunden im Eifelpark, sind wir wieder die paar Kilometer zurück zum Stellplatz in Deudesfeld gefahren und haben dort eine weitere Nacht verbracht. Am nächsten Tag sind wir ganz langsam in Richtung Köln aufgebrochen und sind als erstes eine Runde um das nahegelegenen Meerfelder Maar gelaufen.

Das Meerfelder Maar hat mit 1730m Durchmesser den größten Maarkessel der Westeifel. Die Wassertiefe beträgt 18 Meter und man schätzt das Maar auf ein Alter von ca. 29.000 Jahre. Hier kann man super angeln, schwimmen oder natürlich wie wir einfach um das Maar spazieren.

Ein Maar (lateinisch mare, deutsch ‚Meer‘) ist übrigens eine schüssel- oder trichterförmige Mulde vulkanischen Ursprungs, welche in eine vorvulkanische Landfläche eingesenkt ist. Ein Maar bildet sich durch Explosionen von  Wasserdampf, beim Zusammentreffen von Grundwasser und heißem Magma.

Nach dem schönen Spaziergang fuhren wir weiter in Richtung Köln und haben auf dem Weg noch die Niederburg in Manderscheid besichtigt. Nahe der Eifelstadt Manderscheid befinden sich die Ruinen der zwei Burgen Nieder- und Oberburg, deren Geschichte und Lage zueinander den mittelalterlichen Interessenkonflikt zwischen dem Kurfürstentum Trier und dem Herzogtum Luxemburg widerspiegeln.

Die Niederburg ist in einem sehr guten Zustand und wird durch den sehr engagierten Eifelverein so gut es geht in Schuss gehalten. Erwachsene zahlen 3 und Kinder 1,5 Euro Eintritt und man kann sich die Niederburg dann genau anschauen und auch den Bergfried (Turm) besteigen, von dem man eine sehr schöne Aussicht hat.

Nach der Burgbesichtigung ging die Reise weiter in Richtung Köln und wir näherten uns Nürburg bzw. dem Nürburgring. Es war Freitag Nachmittag und herrliches Wetter und so kommen leider recht viele Möchtegern Rennfahrer aus Ihren Löchern gekrochen und rasten über die Landstraße.

Nur weil hier teilweise 100 km/h erlaubt ist, muss man bei einer engen Serpentinenstrecke nicht versuchen die 100 km/h auch auszufahren. So meine Meinung, aber das sehen die kleinen Rennfahrer natürlich anders. Es ist mit einem Wohnmobil dann nicht ganz so entspannt und wir waren froh, als wir die 3 spurige Autobahn erreicht hatten.

Sonja wollte am Samstag ein Seminar in Köln besuchen, sonst wären wir auch noch ein bisschen länger in der Eifel geblieben. Mit einem kleinen Zwischenstopp beim Supermarkt, erreichten wir gegen 18:00 den Parkplatz am Rhein. Hier kann man recht günstig und nicht weit von der Altstadt oder dem Dom entfernt übernachten.

Montag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr, zahlt man 0,50 Euro für 20 Minuten und/oder maximal 4 Euro für 24 Stunden. Sonn und Feiertage sind kostenfrei.

Der Platz ist günstig und zentral gelegen. Nicht mehr und nicht weniger. Laut ist er und als sehr sicher würde ich den evtl. auch nicht unbedingt bezeichnen. Der Bahnhof und somit auch die Beschaffungskriminalität ist nicht weit weg, aber diesen Umstand hat man leider in jeder großen Stadt. Wer auf einen ausgewiesenen Wohnmobilstellplatz fahren möchte, dem sei der Reisemobilhafen Köln empfohlen.

Uns reichte der Parkplatz aus und nach dem Seminar, sind wir noch auf einen Abstecher bzw. eine Übernachtung zu Freunden gefahren und am nächsten Tag ging es dann mit recht viel Stau wieder in die Heimat. Die Eifel hat uns sehr gut gefallen und wer gerne in der Natur ist, dem sei die Eifel als Reiseziel auf jeden Fall empfohlen.

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