Leichtsinn und Willensstärke liegen oftmals sehr nah beieinander, wie ich am eigenen Körper bitter spüren musste. Wir wollten zum nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes und das ist nun mal nicht wie viele meinen, das Nordkap.

Das Nordkap liegt bei 71° 10′ 21“ nördliche Breite, auf der Insel Magerøy und ist dort nicht der nördlichste Punkt, sondern der Felsen Knivskjellødden, westlich vom Nordkap reicht ein paar Meter nördlicher bis auf 71° 11′ 08“ nördliche Breite. Dieser Felsen ist aber flacher und nicht so schön wie das 307 Meter hohe Nordkap.

Nur fürs Protokoll, der Kinnarodden ist eine Felsspitze auf der norwegischen Nordkinnhalbinsel. Sie stellt den nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes dar. Um Kinnarodden zu erreichen, muss eine ca. 24 km lange Wanderung unternommen werden, welche für Hin- und Rückweg zwei volle Tage in Anspruch nimmt. Die Strecke führt Großteils über weite, unwegsame Geröllfelder, und ist somit eine enorme physische und psychische Herausforderung. Daher fällt der Felsen raus und der Knivskjellødden muss als erreichbares Ziel herhalten.

Wir stellten unseren Camper am Parkplatz ab und machten uns auf den 9 Kilometer langen Weg zum Knivskjellodden. Der Weg für meistens über scharfe Steine und erfordert ausreichende Aufmerksamkeit. Ich habe mir in den letzten 2 Tagen meine linke Achillessehne etwas gereizt, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Die ersten 2 Kilometer des Weges dachte ich noch, das macht doch nichts, es ist nur ein kleines Zwicken. Es wurde aber immer schmerzvoller und nach 4 Kilometern war auf ein normales auftreten mit dem linken Fuss nicht mehr zu denken. Ja man hätte einfach umkehren können, aber das ist nun mal nicht mein Ding und ich hatte ja fast schon die Hälfte des Weges (One Way) geschafft. Also Zähne noch mehr zusammenbeißen und weiter geht es humpelnd zum Knivskjellødden. Nach 2 Stunden erreichten wir das Meer und von hier aus hat man einen sehr schönen Blick auf das Nordkap.

Ein weiteres Stündchen später erreichten wir den Knivskjellødden.

Hier flog das Dröhnchen eine Runde und nach einer kleinen Verschnaufpause machen wir uns auf den Rückweg.

Ob nun Bergauf oder Bergab machten von den Schmerzen meiner Achillessehne keinen Unterschied. Jeder verdammte Schritt tat mir weh, aber hey ich habe es bis zum nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes geschafft. Für die 16 Kilometer haben wir insgesamt 6 Stunden benötigt.

Die Wettervorhersage ist hier oben immer so eine Sache und heute sollte es eigentlich ab Abend nicht so  toll sein. Aber hier oben kann sich das auch ganz schnell ändern und in dem Fall zum guten. Die Sonne kam immer mal wieder hinten den Wolken hervor und so entschieden wir spontan, die letzten Kilometer bis zum Nordkap zu fahren und dort die Nacht zu verbringen.

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Marc Broch

Hallo! Mein Name ist Marc und bin glücklicher Besitzer eines Wohnmobils. Ich freue mich jedesmal auf Veränderungen am Fahrzeug und natürlich auf neue Touren mit der Familie.

Wir haben das Campen als eine sehr schöne Alternative zum eher „klassischen“ Hotelurlaub für uns entdeckt und sind seit Ende 2015 mit einem Wohnmobil in Europa unterwegs.