Unsere erste Wanderung in Norwegen stand an und ein leichter Weg zum eingewöhnen ist doch Quatsch. Nicht kleckern, sondern klotzen oder wie war das noch gleich und so sollte es direkt mal zur Trolltunga gehen.

Dabei handelt es sich um einen horizontalen Felsvorsprung, der rund zehn Kilometer nordöstlich von Odda am Sørfjord auf einer Höhe von 1200 Metern liegt zu einer der Top Reisezeile in Norwegen zählt.

Um 04:00 stehen wir auf und erreichen nach kurzer Fahrt den unteren Parkplatz zur Trolltunga. 24 Stunden kosten hier aktuell (die Preise scheinen zu schwanken) 300 NOK. Also rund 30 Euro für einen Parkplatz (P1). Nun so ist das halt, aber weiter nach oben zu P2 und P3 dürfen Wohnmobile usw. nicht fahren. Das liegt nicht nur an der Steigung von 17%, sondern an der viel zu schmalen Straße, auf der normale PKW´s nicht aneinander vorbeikommen.

Bis zu dem oberen Parkplatz (P2) welcher dann 500 NOK kostet, sind es rund 6 Kilometer. Wir gehen los und nach ein paar Minuten kommt aber ein kleiner Pendelbus, der uns für 10 NOK pro Person mitnimmt.

Auf P2 angekommen geht es dann etwa 4 Kilometer über die Straße zu P3. Wer auf diesen fahren möchte, zahlt 600 NOK für 12 Stunden. Es gäbe neben der Straße auch noch den alten Wanderweg, aber dauert noch länger als die Straße und dort oben beginnt die eigentliche Wanderung zur Trolltunga ja erst.

Wir laufen also die Straße nach oben und ca. alle 5 Minuten kommt ein Auto von unten, welche nur kontrolliert nach oben fahren dürfen. Endlich erreichen wir den eigentlichen Wanderweg zur Trolltunga.

Es geht ab hier dann über Stock und Stein und teilweise ist der Weg recht steil. Etwas an Kondition sollte man also schon mitbringen und vor allem gutes Schuhwerk. Unsere Kinder, also besonders Lilly flitz die Strecke nach oben, als wenn es ein lockerer Spaziergang wäre.

Ein Paar aus Indien spricht mich an und fragt, ob wir in den Bergen wohnen und unsere Kinder seit immer schon wandern gehen. Ich erkläre das wir in Oldenburg auf dem flachen Land leben würden und etwas geknickt schleppt sich der Herr weiter den Berg hinauf und flucht über seine fehlende Kondition.

Die Strecke ist zwar sicherlich keine leichte, aber die Aussicht entschädigt jeglichen Kraftaufwand und den Muskelkater den ich morgen haben werde, was so sicher ist, wie das „Amen“ in der Kirche.

Frisches Wasser gibt es übrigens alle paar Hundert Meter an einem Bach. Kaltes klares Wasser. Einfach herrlich und sehr erfrischend.

Nach ca 6 Stunden erreichen wir die Trolltunga und es ist recht voll hier. Klar es ist Ferienzeit, traumhaftes Wetter und ein sehr beliebter Ort in Norwegen. Wer ein Foto auf der Trolltunga machen möchte, der muss ca. 1-1,5 Stunden Wartezeit einplanen.

Geschafft und das in jeglicher Hinsicht. Wir ruhen uns aus, genießen die fantastische Aussicht und sind unheimlich stolz (vor allem auf die Kids) die Strecke geschafft zu haben. Nach ein paar Fotos, die eh nicht wirklich einfangen können was man hier sieht, machen wir uns auf den Rückweg.

Der Rückweg finden wir anstrengender. Nicht nur weil man einiges an Energie bereits verbraucht hat, sondern weil es meistens bergab geht und das geht mehr auf die Gelenke. Dabei meine ich alle Gelenke, was wir noch am Abend zu spüren bekommen sollen.

Wieder auf der Straße zu P2, hält ein freundlicher Norweger an, welcher hier oben seine Hütte für Wochenende hat und auf dem Heimweg ist. Er nimmt uns mit und das sogar  bis runter zu P1. Ein sehr freundlicher Kerl und wir schließen ihn in unser Abendgebet ein.

Am Camper angekommen machen wir uns erstmal etwas zu essen. Danach fahren wir noch ein kleines Stück bis zum Wanderparkplatz in Kinsarvik/Husedal, wo wir recht früh einschlafen. Was für ein geiler Tag!

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Marc Broch

Hallo! Mein Name ist Marc und bin glücklicher Besitzer eines Wohnmobils. Ich freue mich jedesmal auf Veränderungen am Fahrzeug und natürlich auf neue Touren mit der Familie.

Wir haben das Campen als eine sehr schöne Alternative zum eher „klassischen“ Hotelurlaub für uns entdeckt und sind seit Ende 2015 mit einem Wohnmobil in Europa unterwegs.