Es gibt in Norwegen zahlreiche Mautstationen von AutoPASS und die meisten davon funktionieren automatisch. In Norwegen müssen alle Fahrer ungeachtet der Nationalität die Maut bezahlen. Alle diese automatisierten Mautstellen sind mit einer Kamera ausgerüstet, die Kfz-Kennzeichen und Vignetten erfasst. Im Ausland registrierte Fahrzeuge ohne Vignette erhalten eine Rechnung auf dem Postweg (ohne zusätzliche Gebühren) von Euro Parking Collection plc (EPC). Also muss man im Prinzip nichts unternehmen.

Automatische Mautstationen sind durch folgendes Symbol gekennzeichnet. Wenn man mit seinem Auto nach Norwegen kommt, kann man sich vor der Reise bei EPC registrieren. Die Registrierung ist keine Pflicht. Mit einem EPC-Konto erhält man jedoch die Rechnung nach der Reise in der Regel erheblich schneller. Außerdem hat man über das persönliche Konto Zugriff auf die Rechnungen, kann Fälligkeitstermine einsehen, sich Bilder anzeigen lassen, sich für die Benachrichtigung per E-Mail anmelden und automatische Zahlungen vornehmen. Würde ich also grundsätzlich empfehlen.

Wenn man durch eine AutoPASS-Anlage fährt, leuchtet ein grünes, weißes beziehungsweise gar kein Lichtsignal auf. Wenn kein Lichtsignal aufleuchtet, wird das Fahrzeugkennzeichen fotografiert. Alle anderen Signale, die aber nur für Besitzer eines Chips interessant sind, findet man hier.

AutoPASS ist das norwegische System der Mauterhebung, dessen Eigentümerin die Staatliche norwegische Straßenverwaltung ist. Alle Mautstellen in Norwegen sind vollautomatisiert außer der am Atlanterhavstunnel und an einzelnen Fähren. Wer einen gültigen AutoPASS-Vertrag abgeschlossen und einen AutoPASS-Chip an die Windschutzscheibe geklebt hat, kommt in den Genuss von Rabatten bis zu 50%. Der AutoPASS-Chip gilt für alle automatischen Mautstationen in Norwegen, und in Dänemark und Schweden auf Fähren und Brücken. Der AutoPASS-Chip ist mit der Zulassungsnummer des Fahrzeugs verbunden. Mit der Bestellung eines Chips schließt man den Hauptvertrag mit einem Mautbetreiber ab.

EPC stellt ausschließlich Rechnungen für im Ausland angemeldete Fahrzeuge aus. In Norwegen registrierte Fahrzeuge bezahlen ihre Gebühren an die Mautgesellschaft. Die Rechnung kann man anhand der Preisliste für Mautgebühren in Norwegen (PDF) prüfen.

Die meisten Wohnmobile fallen sicherlich in die Gruppe 1 bzw. M1 und das sind Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Zur Klasse M1 gehören Kraftwagen für Personenbeförderung mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz. Die meisten Wohnmobile, Wohnwagen und einzelne andere, größere Personenkraftwagen gehören dieser Fahrzeugklasse an.. Die Kosten liegen je nach Strecke zwischen 5 und maximal 90 NOK. Also recht überschaubar wie ich finde.

Wenn man länger als zwei Monate oder regelmäßig mit seinem Fahrzeug nach Norwegen kommt, empfiehlt sich der Abschluss eines AutoPASS-Vertrages und einen Chip wodurch man einen Rabatt erhält. Mautchip-Pflicht besteht für Fahrzeuge über 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht, welche mit einem Chip dann weiterhin in Gruppe M1 eingestuft werden. Wer über 3,5 t wiegt und keinen Chip hat, wird in in Tarifgruppe 2 eingestuft werden. Hier liegen die Kosten dann je nach Strecke zwischen 10 und maximal 590 NOK.

Umweltzonen bzw. Umweltdifferenzierung

Die Umweltdifferenzierung wird für Fahrzeuge eingeführt, die durch einige Mautstellen in Norwegen fahren. Die Mautgebühren basieren auf einen Umweltsparameter für jedes einzelne Fahrzeug. Anfänglich wurde dies ab dem 01. Oktober 2017 für die Mautstellen in Oslo eingeführt, später wird es auch für andere Mautstraßen in Norwegen eingeführt.

Tarifgruppen bei Umweltdifferenzierung

  • Bei Anlagen, die umweltdifferenzierte Tarife verwenden, können bis zu vier verschiedene Tarife für Tarifgruppe 1 bzw. 2 gelten.
  • Tarifgruppe 1 umfasst emissionsfreien Antrieb, ladbaren Hybridantrieb, Diesel- und andere (Benzin-, Gas-, Ethanol- usw.) Motoren.
  • Tarifgruppe 2 umfasst emissionsfreien Antrieb, ladbaren Hybridantrieb, Euro VI und Pre Euro VI.

Um Umweltdaten für sein Fahrzeuge einzureichen, benötigt man das oben beschriebene kostenlose Konto bei EPC. Hier gibt man Fahrzeugtyp und Schadstoffklasse an und lädt einen Nachweis wie etwa eine Kopie des Fahrzeugscheins hoch. Auf der Seite autopass.no gibt es übrigens auch eine Übersicht aller Mautstraßen .

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2 Kommentare
  1. Bodo Schulz sagte:

    Hallo Marc,
    wir waren 2016 und 2017 in Dänemark, Schweden und Norwegen. Gerade Schweden hat uns sehr gut gefallen. Das es in Europa diesen ganzen Kram mit Maut gibt, nervt mich gewaltig. Zumindest die EU Mitgliedsländer sollten mal in Brüssel darüber nachdenken, einheitlich alles zu machen. Entweder zahlt JEDER EU-Bürger (Fahrzeug gemeldet in der EU) überall oder KEINER. Wenn die Maut für alle Fahrzeuge in Deutschland kommt, bedeutet dies sicherere Einnahmen für die Systemanbieter. Aber sicher keinen Vorteil für den normalen Bürger. Vielmehr geht viel Geld in Messtechnik, Verträge, Abrechnungen usw. und es bleibt am Ende kaum etwas über, für SINNVOLLES. Ich habe früher mal gelernt, die Mineralölsteuer finanziert die Straße. Dann ist es doch ganz einfach. Soll der Sprit teurer werden (wobei in den nordischen Ländern ja schon ganz schön zugelangt wird, obwohl gerade Norwegen ja Öl im Meer gewinnt). Teurer Sprit bedeutet: wer wenig und vernünftig fährt, zahlt auch wenig. Und dieser ganzer Unfug mit den Begründungen wegen Tunnelbau usw., das kann auch anders finanziert werden. Dann gibt der Staat eben etwas aus den Einnahmen der Mineralölsteuer ab. Fazit: Europa wächst nicht zusammen, sondern an jeder Stelle werden neue und teuere und unterschiedliche Hürden errichtet.

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Marc Broch

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