Über die letzten Jahre und Urlaube musste ich mich immer wieder über das Thema Strom ärgern. Insgesamt drei Mal war die Starterbatterie leer. Ausgangspunkt war am Anfang offenbar der Gaswarner, den die „Profis“ von der Werkstatt an die Starterbatterie geklemmt hatten. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich dem Teil endlich auf die Schliche kam. Die Gaswarner haben die Eigenheit, dass sie bei kalten Temperaturen die Luft zur Analyse erwärmen. Das ist dann ein ausgesprochener Wadenlutscher auf der Batterie. Dazu kam dann auch das Autoradio als weitere Ursache für eine leere Batterie. Das hat uns auf Sardinien mal einen halben Tag gekostet und die Erkenntnis gebracht, dass wir etwas verändern müssen.

Das Autoradio habe ich schon letztes Jahr umgeklemmt, sodass es wahlweise auf Starter- oder Aufbaubatterie läuft. Ebenfalls im letzten Jahr kam dann ein flexibles Solarpanel mit 100WP dazu. Die Energieprobleme sollten damit passé sein. Aber die 92Ah der Aufbaubatterie sind für uns einfach nicht genug. Man kann dummerweise nur die Hälfte der Kapazität nutzen, wenn man die Batterie nicht gleich zerstören möchte. Wir haben eine Kapselmaschine, die kurzfristig mal 120A haben möchte (Spannungswandler mit Verlusten) und wollen trotzdem auch mal zwei oder drei Tage autark stehen.

So ist der Entschluss gereift, eine „teure“ Lithiumbatterie zu kaufen. Bei gleicher Nennkapazität hat man doppelt so viel tatsächliche Kapazität und gleichzeitig noch deutlich an Gewicht gespart. Gerade bei einem Alkovenmodell mit 3,5t zulässigem Gesamtgewicht ist das Thema Gewicht immer brisant und teuer, wie Marc es erst letztes erklärt hat. So kann man sich die Investition zumindest etwas „schönreden“.

Nach ausführlicher Eigeninformation und langen Überlegungen haben wir uns für einen 160Ah LiFeYPO4 (Lipo) von Lisunenergy entschieden. Wir werden dieses Jahr insgesamt mehr als zwölf Wochen in Elternzeit unterwegs sein. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die Einbauposition unter dem Fahrersitz ist ideal, weil dort alle Kabel sind und obendrein der Platz ja eh schon vorhanden ist. Nach einigen Recherchen habe ich herausgefunden, dass sogar der 160Ah Lipo von Lisunenergy unter den Sitz passen soll. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist im Vergleich zu anderen LiFeYPO4 Batterien richtig gut. Im Vergleich zu billigen GEL oder anderen Bleibatterien muss man schon von einer jahrzehntelangen Nutzung ausgehen oder sonstigen Nutzen daraus ziehen zu können um sich die teuren Teile gänzlich schönreden zu können.

Wir hatten ja nur eine Banner AGM 59501 Batterie mit 92Ah verbaut und was die Gewichtsersparnis angeht, so beträgt sie gegenüber der Lipo beim direkten Austausch zwar nur 4 kg, aber so darf man ja nicht rechnen. Um die gleiche Kapazität zu erhalten bzw. nutzen zu können, hätten mindestens 3 von den AGM Batterien verbauen müssen. Dann würde die Gewichtsersparnis über 60 kg betragen.

Wir wollen auch einfach die volle Freiheit haben und mal zwei oder drei Tage ohne externen Strom auskommen können und bei nur einer Nacht auf einem Stellplatz auch nicht das Stromkabel auspacken zu müssen. In vielen Fällen kostet der Strom auch extra und da kann die hohe Investition vielleicht zu einem kleinen Teil kompensiert werden.

Letztes Wochenende war es dann soweit. Der Einbau am Sonntag hat zwar einige Stunden gedauert, aber auch mächtig viel Spaß gemacht!

Zuerst musste die alte Batterie ausgebaut werden und die Befestigungsmöglichkeiten gefunden werden. Die normalen Batterien in Autobatterienform haben vorstehende Fußsockel für eine Blechbefestigung. Die Winston Zellen, welche die Basis für Lisunenergy bilden, haben so etwas nicht und können auf verschiedenen Wegen gesichert werden. Zum einen gibt es selbstgebaute Kästen für die Zellen, zum anderen können diese aber mit einem Spannband gesichert werden. Das ist leichter und auch günstiger. Auch die Aufbauhöhe verändert sich so nicht.

Wir haben den Lipo auf dem originalen Bodenblech unter dem Sitz befestigt. Verschraubte Gewindestangen und eine Aluminiumleiste von oben fixieren die neue Batterie bombenfest. Die Steuerung haben wir an die Sitzkonsole geschraubt.

Da die Lipos andere Ladekennlinien benötigen haben wir auch das 230V Netzteil gegen ein besseres Produkt ausgetauscht. Wir haben jetzt ein Victron Blue Smart IP22* mit drei Ausgängen und 30A. Damit kann mit einem eigenen Ausgang auch das Stromsymbol im Knaus Panel gesteuert werden. Man sieht so, dass man Außenstrom hat (oder die Sicherung geflogen ist…). Das hatte das original verbaute Produkt von CBE und mein integrierter Lader im Spannungswandler nicht.

Den Solarwandler Victron SmartSolar MPPT 100/30* konnte ich ganz einfach auf eine Ladekennlinie umstellen. Zusätzlich hinzu kam noch ein Batteriecomputer von Victron, den BMV-712 Smart*. Dieser ermittelt über einen Shunt die Zu- und Abgänge der Batterie. Auch die Starterbatterie kann dort angeschlossen werden.

Der BMV-712 Smart* hat Bluetooth, sodass man mit der Victron App alle relevanten Details einsehen kann. Über meinen Fernzugriff mit Teamviewer über ein Android Telefon kann ich das auch aus der Ferne.

Verbauen muss ich das Teil noch. Dazu muss ich noch einige Meter Kabel quer durchs Wohnmobil verlegen. Auch den Batteriecomputer muss ich noch kalibrieren. Das hatte ich am Sonntag vergessen. Den Lipo habe ich schon mal gut getestet. Selbst nach vier Espresso hintereinander lag ich noch bei 98% Kapazität im Batteriecomputer. Die alte Batterie lag da schon bei unter 12V. Ein Erfahrungsbericht folgt…

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2 Kommentare
  1. Alex sagte:

    Danke für die Infos soweit. Ein Link zum Hersteller oder Händler der Batterie wäre noch echt super.
    Könnt Ihr den nachreichen?

  2. Christian sagte:

    Hallo Alex,
    vielen Dank für Deinen Kommentar.
    Der Hersteller ist Lisunenergy http://lisunenergy.de
    Die Basis bilden Winston Zellen, die baugleich offenbar auch in Victron Lipos stecken.
    Ein guter Kontakt zum Einbau ist Peter, ein mobiler Einbauservice: https://womotechnikservice.com
    Ich habe es aus Zeitmangel mit einem Freund gemeinsam erledigt. Geht auch, wenn man weiß was man macht.
    Liebe Grüße
    Christian

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