Wenn man sich das erste Mal einen Camper zulegt, ist man in der Regel ja auch Anfänger und hat noch keine Ahnung was macht „braucht“ und was nicht. So ging es uns ja auch noch vor nicht allzu langer Zeit. Als wir 2015 unser erstes Fahrzeug abgeholt haben, drückte uns der nette Verkäufer ein Startet-Set von Thetford in die Hand. Das ist der Markführer, wenn es um Sanitärprodukte für Camper geht.

Aber braucht man das teure und nicht gerade Umweltverträgliche Zeugs denn wirklich? welchen normale Haushaltsprodukte denn nicht auch? und was gibt es für Alternativen?

Fragen über Fragen schwirrten in meinem Kopf und beim Thema Sanitärzusätze, also den Mittelchen die mit ins Klo gegeben werden, damit das sich darin befindende besser zersetzt ja die gibt es. Ammovit ist und bleibt hier meine ganz klare Empfehlung. Um ein vielfaches günstiger und zu 100% biologisch abbaubar und in Kombination mit Solbio auch sehr wirksam gegen eventuelle Gerüche.

Aber was ist mit dem Toilettenpapier, muss das dieses total teure und dünne Zeugs von Thetford sein oder gibt es hier besser Alternativen? Hier kommt der Test.

Dem Camper wird die Information vermittelt, dass sich normales Toilettenpapier in der Toilettenkassette nicht auflösen würde und dann könnte die Toilette bzw. der Ausgang verstopfen. Bei Fäkalientanks könnte es sogar zu Funktionsstörungen und Beschädigungen kommen. Das ist natürlich alleine schon in der Vorstellung eine nicht gerade schöne Angelegenheit. Daher greifen viele zu dem teuren Camperpapier.

In jedem Campingladen und auf jeder Messe sieht man fast ausschließlich Aqua Soft von Weltmarkführer Thetford. Problem hierbei ist als erstes mal der Preis. Den günstigsten Preis habe ich im großen Camperladen Obelink entdeckt. Hier kostet das Paket mit 4 Rollen 2,95€ und das macht immer noch 74 Cent pro Rolle. Man kann aber auch weit über einen Euro pro Rolle bezahlen.

Das Hauptproblem ist aber die nennen wir es mal Konsistenz des Papiers. Das ist so fisselig, dass man die hauchdünnen 2-lagen nicht zusammen abbekommt. Dazu ist es wie gesagt auch noch super dünn, so dass man automatisch die doppelte und dreifache Menge nimmt, damit man nicht alles an den Findern hat, wenn ihr wisst was ich meine.

Am liebsten hätte ich ein Toilettenpapier was kein Vermögen kostet, sich gut auflöst und zu 100% biologisch abbaubar ist. Als erstes soll es mal darum gehen, herauszufinden ob sich jedes Papier auch von alleine auflösen kann.

Die Frage ist halt wie viel Zeit man so hat. Wer ausschließlich sein eigenes Klo benutzt und alleine oder „nur“ zu zweit fährt, der kommt mit einer handelsüblichen Kassetten-Toilette (Kapazität des Fäkalientanks im Durchschnitt 18 Liter) ca. 2 Tage aus. Bei uns mit 4 Personen sind es maximal 1,5 Tage aber meistens nur ein Tag. Daher haben wir auch eine Kassette zum Wechseln dabei. Wir können also maximal 24 Stunden für den Test ansetzen, aber noch besser sind 10 Stunden.

Es treten im reinen Auflösetest gegeneinander an:

Ich habe von jedem einen Abriss des Papiers genommen und in ein beschriftetes Wasserglas gegeben. Das Papier sollte sich bestmöglich von alleine und somit ohne jegliche Bewegung auflösen. Auf den Bildern sieht man die nicht eingetretene Zersetzung nach 10 Stunden und die Zersetzung nach einem kleinen Schubser .

Nach 10 Stunden reinen Auflösen

Nach 10 Stunden war optisch kein Unterschied zu erkennen. Eine Zersetzung hat hat bis dato noch nicht wirklich stattgefunden. Man bedenken, dass sich das Toilettenpapier alleine im Wasser befunden hat. Es fand während der gesamten Zeit keinerlei Bewegung statt. Diese macht nämlich den großen Unterschied aus. Nachdem ich das Papier ganz leicht habe im Wasser zirkulieren lassen, hat es sich sofort ein Einzelteile zerlegt. 

Unter reelleren Bedingungen

Es wird sicherlich deutlich seltener vorkommen, das eurer Toilettenpapier einsam und alleine und vor allem ganz ruhig in der Kassetten-Toilette vor sich hin schwimmt. Durch Spülwasser und spätestens durch Bewegung, wenn etwa das Fahrzeug fährt, löst sich das Papier viel schneller auf. Ich habe dazu das Toilettenpapier aus dem Supermarkt in ein weiteres Glas gesteckt und ganz leicht den Inhalt bewegt. Das Papier hat nach wenigen Sekunden bereits angefangen sich aufzulösen und es ist kaum etwas davon übrig geblieben.

Fazit

Unter reelleren Bedingungen löst sich eigentlich jedes Toilettenpapier auf und es sollte nicht wirklich zu Verstopfungen kommen können. Lediglich die Umweltverträglichkeit hat mir bei dem  Toilettenpapier aus dem Supermarkt nicht zugesagt. Daher bevorzuge ich hier das Papernet 406900 Bio Tech.

Die Umweltverträglichkeit

Thetford Aqua Soft ist nicht zu 100% biologisch abbaubar, aber zumindest mit dem Ökolabel Nordic Swan ausgezeichnet. Papernet 406900 Bio Tech ist zu 100% biologisch abbaubar und u.a. dafür mit dem EU Ecolabel ausgezeichnet und verfügt über die BATP-Technologie.

Das Toilettenpapier enthält 5 natürliche Mikroorganismen (unschädlich für den Menschen und für die Umwelt), die bei Kontakt mit Wasser Enzyme produzieren. Die natürlichen Mikroorganismen aktivieren sich also, wenn das Papier mit Wasser in Berührung kommt. Sie reproduzieren sich und mehren den Reinigungseffekt in exponentieller Weise. Nach Abschluss dieses Prozesses, bauen sich die Enzyme dann biologisch vollständig ab.

Was die Konsistenz angeht, so ist Papernet der Firma Thetford um Längen überlegen. Alleine schon das 2-lagige ist deutlich besser. Unser Favorit ist aber das 3-lagige Bio Tech von Papernet. Dieses bekommt man in Großpackungen von 72 Rollen schon zu recht guten Preisen, so das sich die 49 Cent pro Rolle zu realisieren sind. Auflösen lässt es sich sehr gut, ist angenehm weich und am Ende zu 100% biologisch abbaubar. Was will man mehr.  

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Marc Broch

Hallo! Mein Name ist Marc und bin glücklicher Besitzer eines Wohnmobils. Ich freue mich jedesmal auf Veränderungen am Fahrzeug und natürlich auf neue Touren mit der Familie.

Wir haben das Campen als eine sehr schöne Alternative zum eher „klassischen“ Hotelurlaub für uns entdeckt und sind seit Ende 2015 mit einem Wohnmobil in Europa unterwegs.