Um einen Frostschaden am Auto zu vermeiden, habe ich eigentlich alle möglichen Vorkehrungen getroffen. Wasser abgelassen, Hähne auf Mittelstellung, Restwasser mit dem Luftballon ausgeblasen. Mehr kann man ja leider nicht machen, aber es hat mich doch erwischt.

Am Freitag nachmittag bin ich zu Guido Neiken (GNS Reisemobiltechnik) nach Mönchengladbach gefahren, damit am Samstag dort der Batteriecomputer eingebaut werden kann. Also habe ich das Fahrzeug morgens aufgewärmt und kurz vor Abfahrt waren es drinnen ausreichende 12 Grad. Also Wassertank aufgefüllt und los ging die Fahrt.

In Mönchengladbach angekommen stellte ich das Wohnmobil vor der Halle ab um dort die Nacht zu verbringen. Ich wurde herzlichst von Thomas begrüßt, einem Kunden der seine neue Solaranlage bekommen hat und über Nacht dort blieben musste, damit der Kleber aushärten konnte. Mein Stellplatz war etwas schräg und der Wagen stand zu der Beifahrerseite hin somit etwas schief. Für die eine Nacht wird das schon gehen und diese Schieflage war im Nachhinein auch mein Glück.

Wenn man das Frischwasser vollständig abgelassen hat, dann ist es normal wenn es beim ersten Mal etwas dauert, bis Wasser aus einem der Hähne, oder der Toilettenspülung kommt. Das Wasser muss schließlich erstmal durch die trockenen Schläuche transportiert und die sich darin befindliche Restluft muss auch noch verdrängt werden. Daher wunderte es mich auch nicht, als es einige Zeit dauerte bis Wasser in der Toilette angekommen ist. Als ich aber wieder aus dem Bad kam, habe ich einen Schreck bekommen.

Wasser lief in einem kleinen Rinnsal von der Sitzbank aus in Richtung Aufbautür. Mist verdammt wo kommt das her? und wie viel Wasser ist es? Fragen über Fragen schwirrten durch meinen Kopf. Ich ergriff alles an Lappen und Tüchern was mir in die Finger kam und versuchte es zu trocknen und erhoffte ich mir so die Quelle analysieren zu können. Es dauerte einige Zeit bis ich es erkennen konnte, aber dann stand fest, das Wasser kam aus einem Podest in dem Fach unter der Sitzbank. Hätte der Wagen anders gestanden, also etwa schief nach links vorne, hätte ich das wohl möglich gar nicht sofort mitbekommen.

Ich hatte keine Ahnung was sich dort befand, aber ich musste es herausfinden und vor allem schnellstmöglich das Leck beseitigen. Polster weg, Sitzbank hochklappen und dieses Podest öffnen. Dazu brauchte ich Werkzeug aus der Heckgarage und bei der Gelegenheit, habe ich über die Serviceklappe gleich das Wasser abgelassen. Ich bekam aber die verdammten Schrauben nicht auf, weil ich einen Teil meines Werkzeugs noch Zuhause hatte und genau den benötigten Torx nicht dabei hatte.

Mit leuchtender Stirnlampe und aufgrund des im Wagen noch immer laufenden Wassers, klopfte ich aufgeregt an Tür meiner Nachbarn und brabbelte etwas von Wasser im Womo und Torx und Deckel. Alles kein Problem, denn Thomas konnte mir mit dem passenden Werkzeug aushelfen und er und seine Frau luden mich liebevoller Weise auch gleich zum Essen ein. Das habe ich erstmal aber dankend abgelehnt, weil ich ja immer noch eine Rinnsal im Womo hatte. Aber ich könnte gerne später noch rüberkommen, wenn ich möchte.

Als ich nun den Deckel geöffnet habe, konnte der Übeltäter sofort lokalisiert werden. Es war der Vorfilter*, welcher vor der Druckwasserpumpe sitzt und einen Riss hatte, aus dem das Wasser lief.

Im Vorfilter hatte sich das Restwasser durch den Frost ausgedehnt und es ist ein feiner Riss entstanden. Nachdem das Wasser im Tank abgelassen war, lief auch nichts mehr nach und ich konnte mich um die Trockenlegung kümmern. In der Zwischenzeit ist Guido Neiken auch schon erschienen, den ich in meiner Verzweiflung während der Suche angerufen habe und hat mir Strom ans Fahrzeug gelegt. Somit konnte den Keramikheizlüfter als Unterstützung zur Gasheizung verwenden und nun war heizen und warten angesagt. Von Hand wurde noch alles so weit es ging getrocknet und der Innenraum auf saunaähnliche Temperaturen gebracht. Ich habe auch das Brett vom Podest mit ausgebaut, damit die Unterseite trocknen kann.

Mehr als den Innenraum richtig aufzuheizen und abzuwarten bis die restliche Feuchtigkeit verschwunden ist, konnte ich jetzt leider auch nicht machen. Knapp 2 Stunden waren seit dem Wasseraustritt vergangen und ich nutzte das freundliche Angebot meiner Nachbarn und verbrachte bei ihnen einen sehr netten Abend, bei leckerer Suppe und dem ein oder anderen Getränk. Vielen Dank nochmal an der Stelle für eure Gastfreundschaft!

Neuer Vorfilter – Nein danke!

Am nächsten Morgen war das Fahrzeug inkl. des Wohnraumteppichs wieder vollständig getrocknet, als wenn nichts gewesen wäre. Den Vorfilter wollte ich nicht gegen einen neuen ersetzen. Dieser bringt für mich keine nennenswerte Wirkung und natürlich wieder das Risiko eines Frostschadens. Er ist aus Kunststoff gefertigt und hat in der Mitte ein feines Metallsieb, welches Schwebstoffe und Sandkörner aus dem Wassertank filtern soll.

Die Filterfunktion ist für mich uninteressant, weil bei uns ein externer Wasserfilter ausnahmslos zum Einsatz kommt und der Wassertank daher sauber ist. Der Wasserschlauch vom Tank zur Pumpe war natürlich zu kurz, um ihn direkt an die Pumpe anschließen zu können. Es mussten mindestes 50 mm überbrückt werden und somit habe ich mir ein passendes 1/2 Verbindungsstück aus Messing besorgt. Jetzt ist alles wieder dicht und besser gegen Frost geschützt.

Auf den Vorfilter für die Pumpe sollte man aber nur verzichten, wenn man das Wasser im Tank vorher schon gefiltert hat. Dieses kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Der von uns verwendete Wasserfilter entfernt ohne Chemie und nur durch eine rein physikalisch Filtration direkt beim Auffüllen 99,9% aller Krankheitserreger (Bakterien, Pilze, etc.) und natürlich auch Dreck, welcher der Pumpe schaden könnte. Der verbaute Vorfilter hilft nicht gegen Krankheitserreger, sondern „nur“ gegen gröberen quasi sichtbaren Schmutz und das darin verbleibende Restwasser, ist nicht mal eben zu entfernen. Somit steigt die Gefahr eines erneuten Frostschadens.

Am Ende der Aktion stelle ich mir natürlich die Frage, wie kann man als Hersteller guten Gewissens, den Vorfilter und die Wasserpumpe (schlecht zugänglich) direkt neben der Elektrik verbauen? Strom und Wasser vertragen sich nicht miteinander, dafür muss man kein Experte sein. Selbst eine einfache und günstige Kunststoffwanne, würde hier schon in den meisten Fällen weiterhelfen. Unfassbar und fast schon grob Fahrlässig vom Hersteller LMC wie ich finde.

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2 Kommentare
  1. Thomas sagte:

    Hallo Marc,
    Wir haben uns gefreut das Du unser Gast warst. Und wie ich sehe hast du die Messinghahnverlängerung, als Überbrückung für den defekten Vorfilter, so gekauft wie ich dir empfohlen haben.
    Grüße aus Geseke

    Natascha und Thomas

  2. Marc
    Marc sagte:

    Hallo ihr lieben, ja der Tipp mit der Messing Hahnverlängerung hat wunderbar funktioniert. Viele Grüße und immer viel Freue mit eurer Solaranlage. Marc

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