Im Wohnmobil soll im Winter die Kälte und im Sommer die Hitze draußen bleiben. Bezogen auf die Kälte ist das leichter gesagt als getan, weil die meisten Fahrzeuge basieren auf einem Fiat Ducato oder hier und da mal einem Citroën Jumper als Basisfahrzeug. Damit kauft man als eigentliches Fahrzeug also einen handelsüblichen Transporter und der ist nicht wirklich gut isoliert. Vor allem wenn es draußen kalt und windig ist, merkt man wie schnell die Kälte vom Fahrerhaus in den Wohnbereich zieht.

Der eigentliche Aufbau ist zwar oftmals sehr gut isoliert, aber das Fahrerhaus ist normaler Standard und somit muss genau hier angesetzt werden. Hier zieht die Kälte halt rein wie nichts Gutes. Wer hier bei etwas Außenwind mal seine Hand hingehalten, oder eine Kerze hingestellt und dem flackern zugesehen hat, wird wissen was ich meine. Neben einer dicken passgenauen Außenisoliermatte* für die Frontscheiben inkl. den Seitenfenstern, bietet sich natürlich eine auch Fußraumisolierung an. Beides ist schnell verlegt und wenn im Fußraum noch eine passende Fahrerhausmatte* liegt, um so besser.

Aber dennoch kommt noch Kälte von vorne in den Wohnbereich und hier hilft am Ende ein Thermo-Trennvorhang. Diese Vorhänge gibt es natürlich fertig zu kaufen*, aber sie sind zum einen recht teuer und zum anderen habe ich für unseren LMC Breezer kein passendes Maß gefunden. Also haben wir einen solchen Vorhang einfach selber gebastelt und das war nicht nur günstiger, sondern auch recht einfach umgesetzt.

Das benötigte Material

Als erstes muss man das wünschte Maß ermitteln damit das Fahrerhaus vom Wohnbereich abgetrennt werden kann. Bei uns sind das bei dem heruntergeklappten Alkovenbett 165cm in der Breite und 170cm in der Höhe. Als nächstes besorgt man sich etwas zum isolieren. Das kann natürlich auch einfach ein Set von Isomatten mit Aluminiumbeschichtung*, eine Thermofolie* oder anderes mit Aluminium beschichtetes Material sein. 

Wir wollten es aber zur Wohnraumseite hin optisch schöner haben und daher war der Plan, dass beschichtete Material auf eine passende Decke zu nähen. Man besorgt man sich also eine günstige Fleece oder eine Microfaserdecke* in der passenden Größe und der gewünschten Farbe. Die Decke darf ruhig etwas größer sein. Entweder diese steht nachher an den Seiten etwas über, was überhaupt nicht schlimm ist, oder man kürzt sie einfach ein Stück.

Einen spürbaren Effekt würde auch schon eine dicke Decke allein, oder das Isolierungsmaterial erzielen, aber schön sieht das halt nicht ausWir haben uns bei der Decke für eine helle Farbe entscheiden, aber das ist natürlich reine Geschmacksache. Weil man die Decke ja zusätzlich isolieren möchte, dann sollte sie aber nicht zu dick sein. Ansonsten kommt man mit einer handelsüblichen Nähmaschine nicht wirklich weit. Man braucht also folgendes an Zubehör.

  1. Dünne Fleece oder Microfaserdecke*
  2. Wärmedämmende Aluminium-Isolierungsfolie (300g/m2 – 1.2m x 5m)*
  3. Selbstklebendes Klettband*
  4. Klettband zum nähen auf die Decke*
  5. Optional selbstklebendes Aluminiumband*
  6. Nähmaschine und optional einen Tacker

Einen Thermo-Trennvorhang selbst herstellen

Als erstes schneidet man die Decke auf das gewünschte Maß und näht die Schnittseite wieder um. Dann nimmt man die Isolierungsfolie und schneidet passende Stücke zurecht. Diese werden dann ganz einfach auf die Decke genäht. Das dabei kleine Lücken bei den einzelnen Abschnitten entstehen, ist dabei kein Problem und beeinträchtigt die Wirkungsweise nicht merklich.

Nachdem die Folie auf die Decke genäht wurde, hat man schon einen zum eigenen Wohnmobil passenden Thermo-Trennvorhang. Als nächstes muss man im Wohnmobil nach einer geeigneten Befestigung suchen. Hierfür gibt es die verschiedensten Möglichkeiten und die sind je nach Fahrzeug natürlich unterschiedlich. Druckknöpfe* Ösen* für Hacken. Klettverschluss* und vieles mehr.

Bei uns viel die Wahl auf einen Klettverschluss, weil dieser ist recht einfach auf die Decke anzubringen. Weil Nadel und Faden nicht wirklich halten wollten, habe ich einen handelsüblichen Handtacker* mit 8mm Tackerklammern verwendet. Die Klammern werden alle 3-5 cm angesetzt und nach dem durchdringen einfach umgebogen und mit einer Zange festgedrückt. So steht hier nichts ab und man kann sich auch nicht verletzten.

Zusätzlich habe ich den Bereich mit einer Lage selbstklebend Aluminiumband versehen. Das ganze hält super fest und hier reißt nichts aus. Unser Alkovenbett hat vorne eine Zierblende und auf dessen Rückseite habe ich das Gegenstück vom Klettband verwendet, aber halt eine selbstklebende Version*. Das hält super gut und ich musste nicht schrauben, nageln oder ähnliches.

Fazit

Einen Thermovorhang im Wohnmobil kann man sich recht einfach und sehr günstig selber erstellen. Sonja hat nur ca. 1 Stunde gebraucht, um die Folie an die Decke zu nähen. Das anbringen vom Klettverschluss an der Decke, hat mich ca. 20 Minuten Zeit gekostet. Das Gegenstück im Wohnmobil war in wenigen Sekunden befestigt und alles hält sehr gut.

Das auf- und Abhängen des Vorhangs ist super schnell erledigt. Der untere Teil und die Seiten hängen lose und somit kann man auch einfach ins Fahrerhaus gelangen. Natürlich lässt sich der Vorhang auch falten dadurch wiederum recht einfach verstauen. Unsere Version bringt auch lediglich 1,4 Kilo auf die Waage.

Die von uns gewählte Wärmedämmende Aluminium-Isolierungsfolie (300g/m2 – 1.2m x 5m)* ist beidseitig mit Aluminium beschichtet und unfassbar stabil, im Vergleich zu normalen Thermomatten die ich so kenne. Die einzelnen Luftkammern halten sehr viel Druck aus und gehen beim falten der decke also nicht kaputt.

Auf eine Isolierung der Frontscheiben* und einer vom Fußraum, sollten man zwar nicht verzichten, aber der Vorhand erledigt dann den Rest. Er schützt uns im Winter effektiv vor Kälte und im Sommer auch vor Hitze. Die Montage ist dank des Klettbands sehr schnell erledigt und ich kann eine solche Konstruktion auf jeden Fall uneingeschränkt empfehlen.

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2 Kommentare
  1. Bodo Schulz sagte:

    Hallo Marc,
    bei unserem im Dezember 2017 bestellten Eura Mobil Alkoven 650 VB haben wir gleich ab Werk den Thermovorhang (Leder) mitbestellt. Trennung zwischen Fahrerhaus und Wohnbereich. Druckknöpfe, alles passgenau mit Reißverschluss, damit man nach vorne kann, wenn es mal sein muss. Eine ganz feine Sache.
    Achja, den WEINSBERG 601 MQH haben wir im Rahmen einer Kaufvertragsrückabwicklung zurück gegeben. Die COC-Papiere stimmten leider beim Gewicht überhaupt nicht. Wir hätten maximal das Fahrzeug mit 2 (vielleicht auch 3) Personen nutzen dürfen. Rechtsanwalt Ulrich Dähn aus Bad Hersfeld hat uns äußerst kompetent unterstützt. WEINSBERG hat nie ein schriftliches Wort dazu verloren. Alles musste der Händler über sich „ausbaden“. Hoffe bei Eura Mobil läuft es besser.

  2. Marc
    Marc sagte:

    Hallo Bodo, also Deine Weinsberg Bestellung ist schon eine krasse Geschichte. Erst über ein Jahr Wartezeit und dann auch noch so etwas. Nun ich hoffe Ihr habt eine schöne Zeit mit eurem EuraMobil. Ich glaube das ist eh die bessere Wahl. Was den Vorhang angeht, so ist es auch immer eine Frage des Preises, mal abgesehen davon dass LMC einen solchen Vorhang nicht anbietet. Aber eine Winterisolierhaube Fahrerhaus außen, würde von LMC 695,00€ kosten. Die bekommt man für auf dem freuen Markt für unter 200,00. Beste Grüße Marc

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Marc Broch

Hallo! Mein Name ist Marc und bin glücklicher Besitzer eines Wohnmobils. Ich freue mich jedesmal auf Veränderungen am Fahrzeug und natürlich auf neue Touren mit der Familie.

Wir haben das Campen als eine sehr schöne Alternative zum eher „klassischen“ Hotelurlaub für uns entdeckt und sind seit Ende 2015 mit einem Wohnmobil in Europa unterwegs.