Als wir ein Wochenende auf dem Stellplatz in Butjadingen verbracht haben, viel mir das unter unseren Nachbarn heiß diskutiertes Thema Kurtaxe auf. Ein solcher Kurbeitrag, oder auch Kurtaxe genannt, ist eine Kommunalabgabe, welche in Urlaubsgebieten pro Person und pro Übernachtung erhoben werden kann. Ob man die Kurtaxe zahlen muss, ist im Kommunalabgabengesetz (KAG) des jeweiligen Bundeslandes niedergeschrieben.

Somit ist man in den definierten Gemeinden gesetzlich verpflichtet die Kurtaxe zu bezahlen, sofern man dort seinen Urlaub verbringen möchte. Die Höhe der Kurtaxe wird wiederum von den einzelnen Gemeinden individuell bestimmt.

Wozu wird der Kurbeitrag denn verwendet?

Beispiel anhand der Gemeinde Butjadingen: Die Gemeinde Butjadingen mit den Nordseebädern Burhave mit Fedderwardersiel und Tossens erhebt den Kurbeitrag im gesamten Gemeindegebiet zur Finanzierung der Herstellung, Anschaffung, Erweiterung, Verbesserung, Erneuerung, Verwaltung und Unterhaltung der zu Kur- und Erholungszwecken bereitgestellten öffentlichen Einrichtungen und durchgeführten Veranstaltungen, die üblicherweise in einer Gemeinde mit 6.400 Einwohnern nicht vorhanden sind und speziell den Gästen zugute kommen.

Das klingt soweit für mich auch nachvollziehbar. Der Betrag ist in der Regel mit 2 bis 3 Euro pro Erwachsener (je nach Gemeinde) auch nicht wirklich hoch. Man bekommt dafür ja auch eine Gegenleistung, wie etwa ein kulturelles Angebot, Spielplätze, Strandkörbe und vieles mehr. Das kann je nach Region aber auch ein direkter Rabatt sein, wie in Cuxhaven, dort kostet die Tageskarte im Waldfreibad mit einer Kurkarte z.B. nur 3,00€ anstatt 8,00€.

Es geht dabei eher um das Verhältnis der Kosten

Bleiben wir mal bei der Gemeinde Butjadingen, hier kostet die Kurtaxe vom 01. April – 31. Oktober (pro Übernachtung und Person) 2,30 € für einen Erwachsenen und Kinder ab 13 Jahre. Für Kinder zwischen 3–12 Jahre werden 0,80€ fällig und Kinder von 0–2 Jahre sind kostenlos. In der Zeit vom 01. November – 31. März, kostet es 0,95 € pro Erw. und Kinder ab 13 Jahre und 0,35 € für Kinder zwischen 3–12 Jahre.

Wir haben mit 2 Erwachsenen und zwei Kindern somit 6,20 € an Kurtaxe pro Tag bezahlt. Das sind 51,67 % der Stellplatzgebühr. Wenn wir auf dem nur wenige Meter entfernten Henken´s Reisemobilhafen (6,00€ pro Mobil) gestanden hätten, wäre die Kurtaxe sogar höher als die Stellplatzgebühr ausgefallen.

Bei einer Ferienwohnung passt das Verhältnis besser

Ein kurzer Blick ins Netz zeigt mir etwa 100,00€ im Durchschnitt für die Kosten einer Ferienwohnung vom kommenden Freitag bis Sonntag. Also die gleiche Zeit, die wir gerade auch mit dem Wohnmobil in Butjadingen auf dem Stellplatz verbracht haben. Hier wäre natürlich der gleiche Kurbeitrag fällig, aber das wären dann „nur“ 6,2%.

Es spielt aber keine Rolle wo man übernachtet

Ob man nun für keine Maus im Zelt übernachtet, oder sich ein Luxus Bungalow mietet, die Kurtaxe muss entrichtet werden und sollte bei einem längeren Aufenthalt in die Kostenrechnung mit aufgenommen werden.

Wenn man die Kurtaxe nicht bezahlt und erwischt wird, dann muss ein Bußgeld nach dem örtlichen Bußgeldkatalog gezahlt werden. In der Regel ist ein Strafmaß festgelegt, welches dem 10-fachen der eigentlichen Kurtaxe entspricht.

Fazit:

Die Kurtaxe ist zu zahlen und daran kann man auch nichts ändern. Es ist nunmal Gesetzlich vorgeschrieben. Wenn von der Gemeinde ein passendes Angebot wie in Butjadingen vorhanden ist, kann ich persönlich mit der Kurtaxe gut leben, auch wenn diese über 50% unserer Übernachtungskosten ausgemacht hat.

Ich habe generell bei manchen Campern das Gefühl, dass hier die Rechnung im Kopf bzw. die Einstellung nicht ganz passt. Nur weil manch einer für sein rollendes Eigenheim an die 100.000€ bezahlt hat, kann er nicht verlangen, dass an anderer Stelle keine Kosten mehr für seine Reisen anfallen.

Das merkt man auch in den Diskussionen um die Gebühren eines Stellplatzes. Am besten unter 10,00 Euro und bitte All-Inclusiv. Unbegrenzt heiß duschen, warmes Frischwasser damit man auch mal sein Fahrzeug waschen kann viele weitere kostenlose Annehmlichkeiten. Das dieses für den Betreiber nicht mal annähernd wirtschaftlich ist, darüber denken die meisten sicherlich nicht nach.

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Marc Broch

Hallo! Mein Name ist Marc und bin glücklicher Besitzer eines Wohnmobils. Ich freue mich jedesmal auf Veränderungen am Fahrzeug und natürlich auf neue Touren mit der Familie.

Wir haben das Campen als eine sehr schöne Alternative zum eher „klassischen“ Hotelurlaub für uns entdeckt und sind seit Ende 2015 mit einem Wohnmobil in Europa unterwegs.