Zuhause haben wir auch schon länger eine GSM Alarmanlage im Einsatz und sind damit sehr zufrieden. Tür-/Fenstersensoren und Bewegungsmelder registrieren alles und warnen uns nicht nur mit der lauten Sirene, sondern vor allem per SMS oder Anruf. So eine Anlage ist auch perfekt fürs Wohnmobil, wenn hier nicht die Stromversorgung per 230 Volt wäre. Der deutsche Hersteller tapHOME hat eine Anlage, welche sich per 12V betreiben* lässt und mit 0,06 Ah einen sehr geringem Stromverbrauch hat. Somit lässt sich das GSM Alarm System* auch im Wohnmobil über die Aufbaubatterie dauerhaft betreiben.

Die Anlage verzichtet bewusst auf Bluetooth oder WLAN und wird ausschließlich per GSM, genauer gesagt per SMS mit einer passenden App konfiguriert. Die Anlage einzurichten und zu bedienen ist sehr einfach. Die App für iOS oder Android ist sehr verständlich und die einzelnen Funktionen sind gut erklärt. Die ganze Montage und Einrichtung ist wirklich ein Kinderspiel und schnell erledigt.


Wofür braucht man eine solche Anlage?

Wer sich in Foren oder Facebook Gruppen zum Thema Einbruchsschutz fürs Wohnmobil informiert, der wird schnell merken, dass hierzu die Ansichten weit auseinander gehen. Die einen unternehmen mal rein gar nichts und die anderen sichern Ihr Reisegefährt ab wie Fort Knox, oder versuchen es zumindest. Klar wenn ein Einbrecher reinkommen will, dann kommt er auch rein. Hier hilft weder eine Absicherung der Türen und Fenster mit Zusatzschlössern, noch eine Alarmanlage. Aber man sollte es einem Einbrecher so schwer bzw. unattraktiv wie möglich machen. Wenn Einbrecher nämlich eines nicht leiden können, dann ist es ein großer Zeitaufwand und „bei der Arbeit“ gestört zu werden.

Von Zusatzschlössern an Türen und Fenstern halte ich persönlich nicht viel. Die Kosten sind insgesamt recht hoch und es müssen Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen werden, welche nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Einem Brecheisen können die dann ja doch nicht standhalten und das Fahrzeug ist danach noch mehr beschädigt, als sonst schon. Aber vor allem bekommt man nichts davon mit, wenn man etwa einen Ausflug macht, oder entspannt am Strand liegt.

Genau hier kommt eine GSM Alarmanlage zum Einsatz. Sie lässt sich ohne Aufwand und Veränderungen am Fahrzeug einsetzen und ist sehr einfach zu bedienen. Sie informiert über einen Einbruch per SMS und Anruf und die 90 dB Sirene, schlägt die meisten Einbrecher in die Flucht. Für die Prävention kann man auch noch ein paar passende Aufkleber am Fahrzeug anbringen. Natürlich kann auch eine solche Anlage, einen Einbruch nicht komplett verhindern, aber ist für mich persönlich der beste Kompromiss bei Kosten und Nutzen.

Die Montage der Zentrale

Ob man die Zentrale nun mit Schrauben, oder wie ich mit Doppelseitiges Klebeband befestigt, spielt dabei keine Rolle. Man sucht sich einfach einen Platz in der Nähe eines 12V Strom Anschlusses und verbindet die Anlage mit dem 12V-Adapterkabel*. Zwecks GSM Empfang bietet sich ein Platz in der Nähe der Außenwand des Fahrzeugs sicherlich immer gut an.

Die Montage und Zuweisung der Sensoren

Es sind bis zu 50 Sensoren und 10 Fernbedienungen an der Zentrale anlernbar. Ob der beiliegende Bewegungsmelder*, oder optionale Sensoren wie etwa Rauchmelder* und Außensirene* an/in einem Reisemobil sinnvoll sind, möge jeder für sich entscheiden. Vielen genügen sicher die Tür-/Fenstersensoren*, wovon bei uns insgesamt 4 Stück angebracht sind.

Die Sensoren können mit dem beiliegenden Doppelseitigen Klebeband auch an Fenstern abgebracht werden. Hierbei möchte ich anmerken, dass ich nicht das beiliegende, sondern ein seit Jahren bewährtes Doppelseitiges Klebeband von 3M* verwende habe. Dieses hält bei hohen Temperaturen auf allen Untergründen sehr gut. Ob das beiliegende Klebeband also auch so gut hält kann ich daher nicht bestätigen. Das Risiko ist mir aber zu groß, denn wenn ein Teil des Sensors abfällt weil sich der Kleber gelöst hat, wird Alarm ausgelöst und dieses möchte ich natürlich auf jeden Fall vermeiden.

Der Abstand zwischen den beiden Teilen eines Sensors, darf übrigens 10mm betragen und somit konnte ich diesen auch ohne Probleme am Rahmen der Aufbautür anbringen. Bei wem der Abstand zu groß ist, der kann hier auch einfach eine kleine Montageplatte verwenden, um den Abstand zu verringern.

Die Tür/Fenstersensoren sind werksseitig auf Zone 1 eingestellt. Wer möchte kann diese auch auf eine andere Zone legen. Die Zonen 1, 3 und 4 sind Zonen ohne besonderes Verhalten. Sensoren in diesen Zonen lösen bei scharf geschalteter Alarmanlage (egal ob scharf bei Abwesenheit oder Anwesenheit) immer einen sofortigen Alarm aus.


Die verschiedenen Zustände der Alarmanlage

Unscharf: In diesem Modus ist die Alarmanlage inaktiv. Nur Sensoren (wie z.B. optionale Rauchmelder würden einen Alarm auslösen.

Scharf bei Abwesenheit: Die Alarmanlage ist scharf geschaltet. Sensoren aller Zonen sind aktiv. Jeder Sensor löst einen Alarm aus.

Scharf bei Anwesenheit: Die Alarmanlage ist scharf geschaltet. Nur z.B. Bewegungs- sensoren in den „Zonen für Anwesenheit“ sind deaktiviert. So kann man sich Nachts frei bewegen und löst keinen Alarm über den Bewegungsmelder aus. Es lassen sich auch Fenster etwa am Bett definieren, welche Nachts geöffnet werden können.


Die Zone 2 hängt mit der Einstellung „Alarmverzögerung beim Verlassen“ bzw. „Alarmverzögerung beim Betreten“ zusammen. Diese Verzögerungen kann man per App einstellen, wenn nach dem Scharf schalten bestimmte Sensoren noch nicht sofort einen Alarm auslösen sollen. Die Verzögerung beim Eintreten gibt einem nach dem Eintreten z.B. noch 10 Sekunden Zeit, die Alarmanlage unscharf zu schalten, bevor ein Alarm ausgelöst wird.

Bei uns sind alle Sensoren in Zone 2, aber erstmal ohne Alarmverzögerung geschaltet und lösen aktuell einen sofortigen Alarm aus. Wir verwenden die Anlage auch nur, wenn wir nicht im Fahrzeug sind. Nachts sichern wir die Fahrer und Beifahrertür mit Brümmi (Testbericht) und die Aufbautür mit einem Gurt.

Es wird in der Nacht keiner durch unsere Fenster einsteigen können, ohne das wir dieses mitbekommen. Wenn sich aber jemand am Fahrzeug versuchen sollte und wir dieses bemerkten, drücken wir die Panikfunktion an der Fernbedienung. Egal welchen Zustand die Anlage hat, löst diese Funktion einen sofortigen Alarm aus.

Konfiguration der Anlage

Damit man mit der Anlage kommunizieren kann, benötigt diese eine SIM Karte. Es liegt bereits eine Prepaid SIM Karte von o2 inkl. 1 Euro Startguthaben bei. Man kann aber natürlich auch andere Provider verwenden. Ich habe hierfür z.B. eine Vodafone CallYa Karte mit automatischen aufladen des Guthabens im Einsatz. Aber wie gesagt hier kann jeder seinen präferieren Anbieter verwenden.

Die gesamte Konfiguration kann natürlich nur von einer festgelegten Telefonnummer des sogenannten Admins erfolgen, so dass niemand anderes die Anlage verändern kann. Im hoffentlich nie eintretenden Alarmfall, geht die interne Sirene mit 90 dB an und es können bis zu 5 Rufnummern von der Anlage in einer eingegebenen Reihenfolge angerufen werden. Zwei Rufnummern werden auch per SMS informiert und diese, können die Anlage auch per SMS bzw. App scharf/unscharf schalten.

Die einzelnen Sensoren wie etwa die für Fenster und Türen, kommunizieren per Funk mit 433 MHz und werden per Batterie mit Strom versorgt. Ein eingebauter Signalgeber warnt einen akustisch bei nötigem Batteriewechsel oder beim Versuch, das Gehäuse zu öffnen (Sabotagealarm). Die Lebensdauer der Batterie vom Typ AA, beträgt in der Regel ein Jahr, was ich von Zuhause bestätigen kann. Das ist auch der Fall, wenn eine Tür recht oft auf und zu gemacht wird, was bei der Aufbautür sicher der Fall seien dürfte.

Die Anlage scharf/unscharf schalten

Neben der App stehen einem zwei beiliegende Fernbedienungen zum scharf und unscharf schalten inkl. Panikfunktion zur Verfügung. Einfach die gewünschte Taste an der Fernbedienung drücken und schon schaltet sich die Anlage in den gewünschten Modus, welcher durch ein passendes Leuchten an der Zentrale zu erkennen ist.

Eine der beiden Fernbedienungen haben wir für die Panikfunktion hinten am Bett angebracht und die andere hängt am Schlüsselbund. Das scharf/unscharf schalten, wird einem auch per Signalton von der Zentrale bestätigt. Einen Ton für scharf und zwei für unscharf geschaltet. Der Ton ist laut genug um ihn draußen zu hören, was sehr praktisch ist, wenn man einen Sichtschutz für die Fenster angebracht hat. Der Ton ist aber auch nicht zu laut, das er die Nachbarn nerven könnte.

Per App bzw. SMS, kann man das Fahrzeug auch von unterwegs scharf oder unscharf schalten. Etwa wenn man sich unsicher ist die Anlage scharf geschaltet zu haben, genügt ein Klick in der App. Die Zentrale schickt einem dann den Status per SMS als Bestätigung zurück.

Stromversorgung

Die Anlage kann per 12V betrieben werden und durch den geringen Stromverbrauch von lediglich 0,06 Ah, auch dauerhaft eingeschaltet bleiben. Sollte aber mal kein Strom zur Verfügung stehen, sichert der eingebaute Akku den Betrieb der Alarmanlage für bis zu 16 Stunden. Bei einem Stromausfall und bei der Wiederherstellung, werden SMS Nachrichten an die eingestellten Rufnummern versendet. Die Anlage lässt sich natürlich auch bewusst, etwa bei der Überwinterung ausschalten.

Die Sensoren werden wie bereits erwähnt alle per Batterie mit Strom versorgt und melden sich visuell (Anzeige blinkt 5 mal) und akustisch (Melder piepst 5 mal), bevor die Batterie leer ist. Zusätzlich werden aber auch SMS versendet, welche einen über die leer werdenden Batterien informieren. Das ist natürlich sehr praktisch, wenn das Reisegefährt länger nicht in Benutzung ist.

Sabotagekontakt

Die Zentrale sowie die Sensoren verfügen über einen Sabotagekontakt. Dieser löst bei einem Sabotageversuch, öffnen des Sensorgehäuses oder Demontage der Zentrale sofort einen Alarm aus. Hier sollte man also die Anlage vor dem Batteriewechsel bei einem Sensor aus, oder auf lautlos schalten.

Kosten und Fazit

Im Starterset der tapHOME GSM Alarmanlage*, ist das meiste mit dabei. Man benötigt eigentlich nur noch das 12V-Anschlusskabel* (9,95€ UVP) für den Zigarettenanzünder und so viele weitere Tür-/Fenstersensoren* wie man halt Fenster und Türen absichern möchte.


Tür-/Fenstersensor drahtlos / per Funk zur Einbrucherkennung für Türen, Fenster und Tore durch die Alarmanlage
Preis: EUR 19,95
3 neu von EUR 19,950 gebraucht
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Insgesamt dürfte man sich so um die 150 Euro bewegen und die laufenden Kosten halten sich auch sehr in Grenzen. Nach der Einrichtung, fallen Gebühren für SMS und Anruf nur im Alarmfall an, oder wenn man die Anlage per App/SMS scharf/unscharf schaltet. Wobei mir persönlich die Kosten auch egal sind, wenn wir bzw. unser Fahrzeug dadurch nicht ausgeraubt wird.

Montage, Einrichtung und Bedienung sind sehr einfach und können von jedem durchgeführt werden. Hierfür sind keinerlei technischen oder handwerklichen Fähigkeiten notwendig und am Fahrzeug muss nichts verändert werden. Von meiner Seite aus eine ganz klare Kaufempfehlung.

100% Sicherheit gibt es nicht: Das es keine 100 Prozentige Sicherheit gibt, sollte jedem soweit klar sein und wer rein kommen will, der kommt auch rein. Die meisten Alarmanlagen lassen sich mit einem Jammer (Funkstörsender) lahmlegen. Dieses verhindert somit das Auslösen eines Alarms beim schalten einer der Funksensoren. Also wenn es wirklich jemand auf eurer Reisemobil abgesehen hat, dann kommt der auch rein. Alarmanlagen wie die Thitronik WiPro III, sind zwar gegen Jammer resistent sind, kosten aber ein vielfaches und das gilt leider auch für die Sensoren.

Transparenz: Vom Hersteller tapHome habe ich auf Anfrage die Anlage kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Ich hätte sie aber die auch ohne jeglichen Rabatt gekauft und kann sie zu 100% weiterempfehlen. Wir haben wie gesagt eine solche Anlage seit langer Zeit Zuhause im Einsatz, welche sich bis jetzt aber nicht per 12V betreiben ließ.

Nachtrag: Die Fahrer und Beifahrertür wurden jetzt auch mit einem Tür-/Fenstersensor ausgestattet und der normale Rauchmelder durch einen von TabHome ersetzt.

Nachtrag: Wir haben unserer GSM Alarmanlage um eine zusätzliche Sirene erweitertet.

Das könnte Dich auch interessieren:

4 Kommentare
  1. Raymond Rein sagte:

    Hallo.
    Sehr ausführlicher und verständlicher Test. Hört sich auch gut an. Doch ein wichtiger Punkt scheint mir
    dennoch die Stromversorgung zu sein. Das Adapterkabel am Zigarettenanzünder… wo soll bei 1,2m Länge
    dann bitte die Zentrale montiert werden? Und das Kabel hängt dann quer durch das Wohnmobil?
    Oder habe ich da was falsch verstanden und es gibt eine andere Lösung z.B. Möglichkeit direkt an die
    Aufbaubatterie?
    Gruß Raymond

  2. Marc
    Marc sagte:

    Hallo Raymond, bei uns ist die Zentrale der Anlage nicht so weit vom nächsten 12v Stecker entfernt. Daher reicht das Kabel locker. Aber wenn dein gewünschter Montageort zu weit vom nächsten Stecker entfernt ist, kannst du das Kabel auch einfach verlängern bzw. an eine vorhandene 12v Stromleitung klemmen. Das sollte eigentlich kein Problem darstellen. Beste Grüße Marc

  3. Detlev Glläsker sagte:

    Hallo,sehr guter Beitrag,hat dazu geführt das ich mir die Anlage bestellt habe.Raymond Rein,jedes Womo hat andere Anschlüsse an anderen Orten,ggf. musst du das Kabel verlängern.Wir haben auch einen Breezer,somit kein Problem.

  4. Marc
    Marc sagte:

    Freut mich das die sie Anlage gefällt. Beste Grüße und hoffentlich werden wir die nie brauchen. Marc

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung DSGVO Bestimmungen ist zwingend erforderlich

Ich stimme den DSGVO Bestimmungen zu.

Dieses Formular speichert deinen Namen, E-Mail Adresse (nicht öffentlich) sowie den Inhalt, damit wir die Kommentare im Blog darstellen und auswerten können. Weitere Informationen findest Du unter Datenschutz.

Marc Broch

Hallo! Mein Name ist Marc und bin glücklicher Besitzer eines Wohnmobils. Ich freue mich jedesmal auf Veränderungen am Fahrzeug und natürlich auf neue Touren mit der Familie.

Wir haben das Campen als eine sehr schöne Alternative zum eher „klassischen“ Hotelurlaub für uns entdeckt und sind seit Ende 2015 mit einem Wohnmobil in Europa unterwegs.