Bei Werbeversprechen bin ich oftmals etwas skeptisch und muss mich selber von der hoch angepriesenen Wirkung überzeugen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob es sich um ein Produkt von einem großen und bekannten Hersteller, oder das eines kleinen und eher unbekannten Herstellers handelt. Nur weil ein Produkt nicht besonders bekannt ist, bedeutet es ja nicht, dass es nicht sehr gut seien kann und genau so ist es natürlich auch umgekehrt.

So war es ja auch mit Ammovit dem Ökologischem Zusatz für die Cassettentoilette. Ich kannte das Zeug ja auch nicht und es ist vielen Campern, mit denen ich gesprochen habe, bis dato auch nicht bekannt gewesen. Ich wurde per Zufall in einer der vielen Facebook Gruppen für Camper darauf aufmerksam und habe es ausprobiert. Was soll ich sagen, ich bin total begeistert davon und die Werbeversprechen des Herstellers wurden eingehalten. Ich lege deutlich mehr Wert auf Rezessionen von Kunden und nur, wenn diese nicht auf der Seite des Herstellers oder Händlers, sondern in Foren und vertrauenswürdigen Blogs zu finden sind.

Eine Sache die ich am Wohnmobil nicht mag, ist die aufwendige Außenreinigung. Es ist ja nicht so einfach wie mit einem PKW, den man mal eben in die Waschanlage fährt. Hier ist in der Regel Handwäsche angesagt und das nervt. Ich suchte nach einem passenden Reiniger, mit dem es leichter von der Hand gehen soll und einem Konservierer, der dann dafür sorgt, dass ich nicht so oft das Fahrzeug reinigen muss. Vor allem soll die Bildung dieser hässlichen Regenstreifen verhindert werden. Auf dem Markt werden natürlich viele Wundermittelchen angeboten und eines davon ist der Reiniger von eddy. Werbesprüche wie:

„eddy Caravan-Reiniger“ wurde speziell für Wohnmobile entwickelt!
Ein Reiniger von höchster Qualität. Eben der Ferrari, den du suchst.

Klingt unglaublich, oder? Es kommt noch besser…
Fenwick’s, der Hersteller aus England, hat ein phantastisches System entwickelt.

halten mich eigentlich davon ab, ein solches Produkt zu kaufen. Klingt ja fast wie beim Teleshopping im Fernsehen, wo ich immer herzlich lachen muss und mich oftmals frage, wer kauft dieses Zeug. Eine Recherche im Netz, zeigte aber fast nur sehr begeisterte Kunden der eddy Produkte. Da es eine 90 Tage gültige 100% Geld- Zurück Garantie gibt, habe ich den eddy Reiniger mit zusätzlichem Konservierer mal ausprobiert.

Für 37,00 Euro inkl. Versand, bekommt man Reiniger (1L), Konservierer (1L), Schwamm und ein Regenstreifen-Tuch. Es handelt sich hierbei um ein Konzentrat und dieses reicht somit für ca. 30 Reinigungs- und Pflegevorgänge. Das macht pro Anwendung etwas mehr als einen Euro, was sehr fair klingt. Aber funktioniert das ganze auch wie versprochen?

Laut Hersteller benötigt man keinen Kraftaufwand. Einfach aufsprühen und einwirken lassen. Dann lockert man den Schmutz leicht an und spült ihn ab. Auch das Konservieren soll mit aufsprühen, einwirken lassen, abspülen und ohne polieren erledigt sein.


Inhalte und Umweltschutz:
eddy ist absolut frei ist von Lösungsmitteln, aggressiven Zusätzen, Scheuermitteln und Silikonen. Die Behandlung aller Oberflächen und auch den Acrylscheiben, ist somit absolut unbedenklich und eine Strukturveränderung findet nicht statt. Reiniger und Konservierer sind zu 100% biologisch abbaubar.

Inhaltsstoffe eddy Wohnmobil-Reiniger:
<15% Anionische Tenside und <5% kationische Tenside, jeweils vollständig biologisch abbaubar. Als Trägerstoff wird Wasser verwendet. Dies macht den Reiniger universell einsetzbar, da er nicht aggressiv wirkt und keine Scheuermittel enthält. Registriert beim Umweltbundesamt. Inhaltsstoffe eddy Glanz-Konservierer:
<10%Tenside mit Wasser als Trägerstoff. Inhaltsstoffe vollständig biologisch abbaubar. Registriert beim Umweltbundesamt.[/su_note] Unser Breezer war durch den letzten Urlaub in Schweden optisch recht in Mitleidenschaft gezogen worden und somit war er jetzt an der Reihe. Ich habe mich hierbei einfach ganz genau an die sehr verständliche Anleitung gehalten und die einzelnen Schritte waren wie folgt.

Es können alle Oberflächen damit bearbeitet werden. Den Reiniger von unten nach oben und den Konservierer von oben nach unten aufbringen. Das verhindert die Streifenbildung. Beim Reiniger fließt alles über die eigene eingesprühte Fläche ab. Sprühst du von oben nach unten, fängt der Reiniger an, in Streifen abzufließen. Dort wo er fließt, hinterlässt er aufgrund seiner Wirkung eine „Reinigungsspur“. Daneben passiert nichts und das ergibt später eine unterschiedlich schimmernde Oberfläche, da der Reiniger unterschiedlich einwirken konnte.

Reinigen

Immer (wenn gewünscht) mit dem Dach anfangen

Als erstes habe ich den Reiniger mit Wasser verdünnt (ca. 1 Kappe auf 1 Liter Wasser) und in einen Druckspüher* gefüllt. Danach wurde die Teleskopleiter ausgerichtet und das Dach mit dem Reiniger eingesprüht. Man soll immer mit dem Dach anfangen, wenn man es reinigen möchte und das Fahrzeug am besten so ausreichten, dass die Flüssigkeit bzw. das Wasser an einer Stelle ablaufen kann, weil es die Streifenbildung verhindert.

Einwirken lassen

Ich habe den Reiniger 5 bis 10 Minuten einwirken lassen. Eine Minute ist hierbei laut Hersteller das Minimum, aber längere Einwirkzeiten bewirken ein besseres Lockern des Schmutzes. Es gibt auch keine maximale Vorgabe, also man kann sich ruhig Zeit lassen.

Den Schmutz ablösen

Hier muss wirklich keine Kraft mehr angewendet werden. Das Dach habe ich ohne großen Aufwand mit einer Teleskopwaschbürste* gereinigt.

Bei den Acrylscheiben muss man zwingend ein weiches und vor allem sauberes Tuch verwenden. Feinste Staub- und Schmutzpartikel wirken ansonsten wie Schleifpapier.

Den Schmutz abspülen

Auch das abspülen erfolgt (bis auf das Dach) immer von oben nach unten und geht super einfach. Der ganze Dreck war fast auf einen Schlag weg. Ich musste nur an einer Stelle, wo sich das Regenwasser und der Dreck aufgrund der Schräge unserer Auffahrt immer sammelt und wegen dem Kabelkanal der Solaranlage nicht so gut ablaufen kann, nochmal etwas nachwischen. Der ganze restliche Dreck (war so einiges) ist aber direkt abgegangen.

Danach habe ich die Seiten und die Heckwand ebenfalls von unten nach oben eingesprüht. Ein paar Minuten gewartet. Mit der Teleskopbürste etwas einmassiert und abgespült. Hier ging alles direkt ab. Es war kein nachwischen notwendig. Vor allem bei den vielen und sehr deutlich zu sehenden Regenstreifen war ich skeptisch. Es hat aber wie versprochen funktioniert.

Hinweis: Man kann bei einer sehr starken Verschmutzung, natürlich mehr Konzentrat auf die gleiche Menge Wasser geben, was aber bei mir gar nicht notwendig gewesen ist. Bitte keinen Hochdruckreiniger und nur einen leichten Wasserdruck verwenden. Dieses verhindert, dass Wasser in hinter die Dichtungen geraten kann. (Kapillarwirkung)

Konservieren

Nachdem man sein Fahrzeug gereinigt hat, sollte man es konservieren, damit die Poren der Oberfläche nach dem Reinigen wieder geschlossen werden und neuer Schmutz erst gar keine Chance hat sich festzusetzen. Hierbei muss das Fahrzeug weder trocken sein, noch muss der Konservierer nachher einpoliert werden. Er kommt auch einfach in den Druckspüher und wird ganz fein von oben nach unten aufgebracht. Das Mischverhältnis liegt hier bei einer Kappe auf 2 Liter Wasser.

Der Konservierer schließt dann die Poren, damit Schmutz nicht an die Oberfläche gelangt und
legt einen glatten Schutzfilm auf die Oberfläche. Somit kann das Regenwasser blitzschnell ablaufen, was ich am Abend als es wieder anfing zu regnen direkt beobachten konnte. Auch der Konservierer ist zu 100% biologisch abbaubar.

Fazit

Was den Reiniger angeht, so kann ich das Versprechen des Herstellers bestätigen. Aufsprühen, einwirken lassen, lockern, abspülen, fertig. Es hat genau so und ohne großen Aufwand funktioniert. Die Reinigung soll übrigens bei zweiten mal, also nach dem man es bereits einmal gereinigt und konserviert hat, noch schneller gehen. Ich habe insgesamt ca. 2 Stunden gebraucht, wobei das Dach mit Leiter immer wieder ausrichten und Wasser vom Dach aufnehmen (wegen der doofen Position in der Einfahrt) am längsten gedauert hat.

Was die Konservierung angeht, so gibt es hier vom Hersteller keine genaue Zeitangabe zur Wirkung. Das ist ja auch soweit verständlich, weil jedes Fahrzeug anderen Bedingungen ausgesetzt ist. Ich kann hier natürlich erst nach ein paar Wochen bzw. Monaten ein wirkliches Fazit abgeben. Nach nur einer Regennacht, kann hier ja nicht von einer Langzeitwirkung besprochen werden, aber heute Morgen hat er geblitzt wie neu.

Ein Kalendereintrag ist schon erstellt und ich halte euch was die Wirksamkeit angeht auf dem Laufenden. Wenn die Konservierung aber so gut funktioniert wie der Reiniger, bin ich guter Dinge, was das eddy Wohnmobil-System angeht.

Transparenz: Ich habe vom Hersteller keinerlei Rabatt oder eine Vergütung für diesen Artikel erhalten. Es handelt sich hierbei rein um meine persönliche Erfahrung.

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6 Kommentare
  1. Michael Merklinghaus sagte:

    Moinsen Marc,

    der Bericht über das reinigen und konservieren las sich wie immer wunderbar. Ich bin in Sachen „PKW-Pflege“ mega pingelig und da ist mir das beste grad gut genug. Auch wenn wenn es mal etwas teuer wird. Wichtig ist mir das Ergebnis und die Dauer der Standleitung des Zeugs. Ich wasche NUR per Hand.
    Und da scheint mir das Produkt aus dem guten alten England eine echte Alternative zu sein. …und man muss echt nichts nachpolieren o.ä.? So wie beim wachsen z.B.?
    Aber warum alles von “ unten nach oben“ auftragen? Wasser fließt doch auch nicht nach oben? Und wenn man unten alles sauber hat, läuft von oben die Dreckplörre darüber? Hm…
    Nutzt Du die Produkte auch für das „Führerhaus“? Sprich auch für Blech nutzbar?

    Gruß Michael

  2. Marc
    Marc sagte:

    Hallo Michael, ja ich habe nichts poliert. Aufsprühen und das wars. Ich habe das ganze Wohnmobil von oben bis unten und inkl. dem Fahrerhaus (Blech und Fenster) gereinigt und konserviert. In der Anleitung steht immer von unten nach oben. Auf der Seite des Herstellers bzw. Händlers widerspricht sich die Info. „Das Aufbringen von oben nach unten verhindert Streifenbildung!“ und darunter „Das Aufbringen von unten nach oben verhindert Streifenbildung!“

    Nun ich denke mit den „normalen“ Physikalischen Gesetzen kommt man am weitesten :-) Also von oben nach unten ist sicher nicht verkehrt. Ich habe das mal im Beitrag rausgenommen, bis das im Detail geklärt ist. Aber wichtig ist, dass es auch von unten nach oben ohne Streifen klappt und das hat es! Beste Grüße Marc

  3. Albert sagte:

    Hallo Marc, hallo Michael –
    der Reiniger soll immer von UNTEN nach OBEN aufgebracht werden. Dann fließt alles über die eigene eingesprühte Fläche ab. Sprühst du von oben nach unten, fängt der Reiniger an, in Streifen abzufließen. Dort wo er fließt, hinterlässt er aufgrund seiner Wirkung eine „Reinigungsspur“. Daneben passiert nichts und das ergibt später eine unterschiedlich schimmernde Oberfläche, da der Reiniger unterschiedlich einwirken konnte.
    Der KONSERVIERER wird immer von oben nach unten aufgesprüht.

  4. Michael Merklinghaus sagte:

    Hallo Marc,

    ich hab manchmal ne lange Leitung. Doch hier in Urlaub in DK ist sie mega lang. Entschuldigung
    Nur nochmal für Urlauber, mit einer Kappe Reiniger in einem Liter Wasser bekommst Du Euer WoMo sauber?! Ne neh?

    Gruß Michael

    P.S. die Info von Albert klang auch gut

  5. Marc
    Marc sagte:

    Hallo Michael, wie im Artikel abgeben, kommt einer Kappe auf einen Liter Wasser. In meinen Druckspüher passen 5 Liter und der hat gereicht bzw es blieben 1,5 Liter übrig. Gruß Marc

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Marc Broch

Hallo! Mein Name ist Marc und bin glücklicher Besitzer eines Wohnmobils. Ich freue mich jedesmal auf Veränderungen am Fahrzeug und natürlich auf neue Touren mit der Familie.

Wir haben das Campen als eine sehr schöne Alternative zum eher „klassischen“ Hotelurlaub für uns entdeckt und sind seit Ende 2015 mit einem Wohnmobil in Europa unterwegs.