Die TV-Spots des Caravaning Industrie Verbands, sind schon sehr gut gemacht und vermitteln einem Freiheit, Natur, Unabhängigkeit und Entspannung mit einem Reisemobil. Das ist ja grundsätzlich auch alles richtig, wenn da nicht die vielen Kleinigkeiten wären. Sich mal einfach mal irgendwo hinstellen und dort zu übernachten, ist in den meisten Ländern nämlich verboten. Daher lieben viele Camper (wir auch) Schweden als Urlaubsland, weil man dort dank des Jedermannsrechts, sich wirklich nahezu überall hinstellen darf.

Aber auch in Schweden muss man sich früher oder später um die Ver- und Entsorgung kümmern. Das geht aber schon recht gut, weil Trinkwasser bekommt man an jeder Tankstelle und an sehr vielen kleinen Rastplätzen, kann man seine Toilette entsorgen und mit AMMOVIT ist das auch ökologisch kein Problem. Dann ist da noch die Sache mit dem Strom. Wer nicht auf einen Stell oder Campingplatz ist, der ist auf seine Aufbaubatterie angewiesen. Ist die Batterie leer, geht nicht mehr wirklich viel im sonst komfortablen Reisemobil. Hier rede ich erst gar nicht von Kaffeemaschine, TV und sonstigen „Luxusgütern“, sondern von ganz einfachen Dingen wie der Wasserspülung oder der Lüftung für die Heizung.

Wir haben weder eine stromhungrige TV oder Klimaanlage auf dem Dach, noch eine mit Strom betriebene Kaffeemaschine. Leckerer Kaffee wird im Percolator zubereitet und auch unsere Beleuchtung ist komplett auf LED umgestellt. Klar Laptop, Smartphones, Tablets, Kamera usw. wollen regelmäßig wieder aufgeladen werden, aber dessen Gesamtverbrauch hält sich in Grenzen. Wir haben auch alles auf 12V „umgestellt“ und dazu wurde auch für das MacBook ein passendes Netzteil besorgt und ein paar USB Steckdosen nachgerüstet.

In unserem Breezer war von Werk eine Varta LA95 AGM 95Ah (C20) verbaut, dessen Kapazität uns auch grundsätzlich genügt hätte, wäre sie nicht von Anfang an defekt. Dann habe ich mich auf die Suche nach der für uns geeignetsten Aufbaubatterie gemacht und gleich zwei davon eingebaut, um die Standzeit auch bei schlechtem Wetter zu verlängern.Damit wir hier nicht auf externen Ladestrom, oder auf die nicht wirklich ausreichende Lichtmaschine vom Fiat Ducato angewiesen sind, welche auch nur bei laufendem Motor die Batterie auflädt, haben wir uns eine Solaranlage einbauen lassen. Das Solarpanel hat eine Leistung von 200 Watt Peak (Wp) und ist für uns vollkommen ausreichend, um nicht zu sagen aktuell sogar etwas überdimensioniert. Bei neueren Fahrzeugen etwa von Mercedes mit der Euro 6 Norm und dem sogenanntem Batterie-Management-System (BMS), wird die Batterie über die Lichtmaschine nicht mehr ausreichend bis gar nicht aufgeladen. Hier muss ein Ladebooster* oder eine Solaranlage unterstützen, wenn man nicht ans Kabel möchte, oder kann.

Bei der Solaranlage sorgt ein verbauter Laderegler* zum einen dafür, dass die Akkus nicht überladen werden und angeschlossenen Verbraucher nicht mit einer Überspannung belastet werden. Solarmodule haben nämlich eine Nennspannung von um die 17 Volt und die Ladeschlussspannung von Wohnraumbatterien liegt, je nach Typ, bei 14,5 Volt. Der Laderegler sorgt außerdem dafür, dass während Dunkelphasen kein Strom von der Batterie zum Solarmodul zurückfließen kann.

Zwei Arten von Ladereglern sind gebräuchlich: Schaltladeregler mit Shunt- oder Serien- Technik sowie MPP-Regler – auch als MPT- oder PPT-Regler bezeichnet. Schaltladeregler kommen in der Regel bei 36-, 72-zelligen oder CIS-Solarmodulen zum Einsatz. MPP-Regler haben Vorteile, wenn der Spannungsunterschied zwischen Solarmodul und Batterie groß ist, da sie die höhere Spannung vom Modul in mehr Ladestrom umwandeln. Kombiniert werden sie daher meist mit Powermodulen. Idealerweise verfügt der Laderegler über eine Kennlinie für die entsprechende Bordbatterie, einen Temperaturfühler, und er ist in der Lage, mit überschüssigem Strom die Starterbatterie des Basisfahrzeugs zu versorgen.

In den Osterferien waren wir im Bayerischen Wald unterwegs und auch wenn das Wetter die ersten Tage recht gut war, ist der Ertrag zur Osterzeit in Deutschland nicht gerade perfekt. Aber es hat vollkommen ausgereicht und selbst in der zweiten Woche, wo es viel geregnet hat und es nahezu durchgehen bewölkt war, hat die Anlage für uns genügen Strom erzeugt.

Wer von Euch bereits Solarmodule hat, der wird jetzt über mich schmunzeln, aber ich habe mich jeden Tag wie ein Kind gefreut. Der Urlaub war die Taufe für die Anlage und sie wurde mit Bravour gemeistert und wir mussten dank Mutter Sonne nicht ein mal als Stromkabel. Ich kann jedem nur zu der Anschaffung einer Solaranlage für ein Wohnmobil raten und wir waren mit dem Einbau bei der Firma GNS Reisemobile aus Mönchengladbach sehr zufrieden

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2 Kommentare
  1. Michael sagte:

    Moinsen,

    also Dein Blog ist die beste Lektüre seit langem!!

    Ich bin wirklich nicht DER Techniker, bei ich verstehe in Deinen berichten vieles.

    Jetzt aber genug,

    Gibt es „nennenswerte“ Unterschiede zwischen GNS und Büttner?
    Ich hatte es schon mal gefragt, wie ist es mit ner Brennstoffzelle? Ist das ne echte alternative? Ok ok ok, die bloßen Anschaffungskosten….. Aber wenn man den Videos auf YouTubes glaub…

    Denn wie es bei euch im ersten Urlaub mit Pannel war, ist es in D oder DK oder S nicht so sonnig wie in Italien!

  2. Marc
    Marc sagte:

    Moin, Danke für die netten Worte. Also ich kenne Büttner nicht, aber GNS wie schon oft erwähnt wirklich sehr zufrieden. Unser Ertrag war trotz mangelnder Sonne recht gut. Im Sommer kann ich wohl Strom abgehen.

    Zu Brennstoffzellen kann ich die nichts sagen. Ich denke aber erneuerbare Energien sind sicher immer die beste Wahl. Viele Grüße Marc

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Marc Broch

Hallo! Mein Name ist Marc und bin glücklicher Besitzer eines Wohnmobils. Ich freue mich jedesmal auf Veränderungen am Fahrzeug und natürlich auf neue Touren mit der Familie.

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