Die Versorgerbatterie ist die entscheidende Schlüsselkomponente in jedem Wohnmobil und bedarf einer regelmäßigen Pflege. So sollte man sie im besten Fall niemals bis an ihre Grenzen entladen. Durch eine sogenannte Tiefentladung verringert sich die Lebensdauer und je tiefer sie entladen wird, desto mehr zersetzen sich die Bleiplatten, umso geringer wird die Kapazität. Im schlimmsten Fall droht sogar ein defekt der Batterie.

Hier wirkt immer ein frühes Nachladen entgegen und wir haben unsere vom Hersteller LMC verbaute Varta LA95 AGM 95Ah AMG Batterie, auch immer ordnungsgemäß und frühzeitig geladen. Bei den tiefen Temperaturen der letzten Wochen, war unser Breezer auch immer während seiner Standzeiten an eine externe Stromversorgung angeschlossen. Dennoch ist sie defekt, auch wenn dieser Defekt vom ersten Tag an bestand. Garantieanspruch hin oder her, ich brauche jetzt eine neue Batterie, weil am kommenden Freitag die Solaranlage eingebaut wird und wir auch wieder auf Tour wollen.

Es gibt verschiedene Batterietechnologien und hier muss man die richtige für seinen Anwendungsfall finden. Im Vorfeld sollte man aber seinen eigenen Strombedarf ermitteln, um die richtige Kapazität der Batterie wählen zu können.


Der Bedarf an Energie

Wie viel Energie wird eigentlich benötigt? Dazu macht man sich eine Aufstellung aller stromverbrauchenden Geräte und deren Leistungsaufnahmewerte. Jetzt werden die Werte mit den typischen Einschaltzeiten multipliziert. So erhält man eine gute Übersicht des eigenen Strombedarfs. Wer gerne im Winter unterwegs ist, sollten hier eine zusätzliche Bilanz für die kalte Jahreszeit erstellen, weil hier der Strombedarf nochmal höher ist.

Energiebedarf reduzieren

Eine Maßnahme zur Reduzierung des Stromverbrauchs, ist die Beleuchtung auf LED´s umzustellen. In viele Leselampen kommen Lampen mit einem G4 Sockel* und die LED Versionen, haben bei der gleichen Leistung gerade einmal 1,5 Watt. In den Deckenstrahler empfehlen sich MR16 GU5.3 Lampen* und die verbrauchen anstatt der häufig verbauten Halogenlampen mit satten 20 Watt, nur noch 3 Watt. Für nahezu jede Lampe gibt es heute eine passende und stromsparende LED Version.

Wer den Bedarf in Ampere jetzt ermittelt hat, kann sich langsam auf die Suche machen. Es ist evtl. noch nur noch die Frage vom Platzangebot zu klären. Das beantwortet auch teilweise schon die Frage, ob es zwei kleine, oder eine große Batterie seien soll. Bei uns war eine Varta LA95 AGM 95Ah mit den Abmessungen (LxBxH inkl Pol) 353 x 175 x 190 mm unter dem Beifahrersitz verbaut. Einen anderen Platz wollen wir hierfür nicht wählen und somit schränken wir uns hier bewusst ein.

Es passen aber 2 Batterien mit einer Tiefe von 175 mm hintereinander unter den Beifahrersitz vom Fiat Ducoto X250. Preislich macht es kaum einen Unterschied, ob man zwei kleine Batterien mit etwa 80Ah oder eine große nahezu doppelter Kapazität nimmt. Wenn die eine große Batterie aber defekt ist, muss man die ganze Batterie tauschen und bei zwei kleinen Batterien, gegebenenfalls nur eine der beiden. Bei uns kommen aber wegen der Abmessungen nur 2 „kleine“ Batterien in Frage. Hierbei ist dann darauf zu achten, das Typ und Kapazität identisch sind.


Hinweis zu Tiefentladungen und Zyklen

Tiefentladungen verkürzen die Lebensdauer der Batterie und die Lebensdauer bemisst sich in Zyklen.

Ein Zyklus ist, wenn eine Batterie entladen und wieder aufladen wird. Wie viele Zyklen die Batterie verträgt, hängt zum einen vom Batterietyp (Flüssig, Gel, AGM) ab und zweitens, wie tief die Batterie während eines Zyklus entladen wurde. Je mehr Energie aus der Batterie entnommen wurde, desto geringer ist ihre Lebensdauer. Ein frühes Nachladen kann sich hier sehr positiv bemerkbar machen und die Lebensdauer der Batterie drastisch erhöhen.


Wartung und Pflege

Das Ladegerät (Elektroblock) auf den verbauten Batterietyp eingestellt werden, siehe dazu Foto weiter unten. Man sollte seine Batterie regelmäßig für mindestens 24 Stunden an das 230-Volt-Netz anschließen. Auf diese Weise kann man wirklich sicher sein, dass eine pflegende Ladung erreicht wird. Die Investition in eine Solaranlage, macht sich hierbei natürlich auch positiv bemerkbar. Die Batterie wird (Sonnenlicht vorausgesetzt) somit durchgehend mit Strom versorgt.

Umstellung am Elektroblock (Ladegerät) auf den verbauten Batterietyp


Überwachung

Wer jederzeit wissen, wie es um die Kapazität seiner Batterie bestellt ist, dem hilft ein Batteriecomputer, wie dem Votronic LCD-Batterie-Computer 200 S* weiter. Er mißt über einen Shunt die Stromstärke und berechnet daraus die noch vorhandene Restkapazität in Ah der angeschlossenen Batterie. Es gibt ihn auch für 100 A* und 400 A* Belastbarkeit.

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Winterzeit ist Pflegezeit

Nicht alle Reisemobile werden auch in der kalten Jahreszeit genutzt und besonders bei tiefen Temperaturen, bedürfen Batterien einer intensiven Pflege. Aber auch auf eine längere Standzeit, sollte man seine Batterie vorbereiten.

Möglichkeit Nr. 1: Die Batterie voll aufladen, per Trennschalter am Elektroblock sämtliche Verbraucher von der Batterie trennen. Eine intakte Batterie ist so bis zu –40 Grad geschützt und kann für im Mobil verbleiben.

Möglichkeit Nr. 2: Die Verbindung von der Batterie zum Elektroblock trennen und ein passendes Batterieladegrät* direkt an die Batterie anschließen.

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Möglichkeit Nr. 3: Die Batterie voll aufladen, ausbauen und kühl und trocken lagern. Zusätzlich kann man hier natürlich auch ein Batterieladegrät* anschließen, um die Batterie immer wieder nachzuladen.


Diese unterschiedlichen Batterietechnologien gibt es

Dabei ist nicht eine der Bezeichnungen wie etwa: Versorgungsbatterie, Aufbaubatterie, Solarbatterie, oder auch Wohnraumbatterie gemeint. Bis auf die Starterbatterie sind hier alle Batterien grundsätzlich für den Aufbau geeignet. Hier deren Vor- und Nachteile.


Vor- und Nachteile von Nassbatterien

Nassbatterien sollten maximal zur Hälfte entladen werden und somit muss man hier das doppelte der benötigten Kapazität bereitstellen. Dafür sind sie sehr preisgünstig und haben ein geringes Gewicht.

Vorteile:

  • sehr einfach zu laden
  • niedriger Preis
  • geringes Gewicht

Nachteile:

  • hohe Selbstentladung
  • es können Gase austreten, welche aus dem Wohnmobil abgeleitet werden müssen.
  • die Entladetiefe beträgt nur 50% – 60% und somit muss die Batterie das doppelte der benötigten Kapazität bereitstellen.
  • recht geringe Lebensdauer

Vor- und Nachteile von AGM-Batterien (Absorbent Glass Mat)

Die AGM-Batterien lassen sich schneller und mit stärkerem Strom als Gel-Batterien aufladen und können falls notwendig, größere Strommengen (Wechselrichter) an die Verbraucher liefern.

Vorteile:

  • wartungsfrei
  • geringe Selbstentladung
  • für eine hohe Stromabgabe geeignet (Wechselrichtereinsatz)
  • auslaufsicher
  • unempfindlich gegenüber sehr niedrigen Temperaturen

Nachteile:

  • weniger für eine Tiefenentladung geeignet als etwa die Gel-Batterie
  • empfindlich bei hohen Temperaturen

Vor- und Nachteile von Blei-Gel-Batterien

Gel-Batterien ermöglichen eine Stromentnahme über einen langen Zeitraum hinweg, wobei sie weniger in der Lage sind, in kurzer Zeit hohe Ströme abzugeben. Sie haben nahezu keinerlei Selbstentladung und sind unempfindlicher gegen eine Tiefentladung 

Vorteile:

  • wartungsfrei
  • höhere Tiefenentladung möglich als bei AGM- und Nass-Batterien
  • für eine Stromentnahme über einen längeren Zeitraum sehr gut geeignet
  • auslaufsicher

Nachteile:

  • höherer Preis
  • längere Ladezeit
  • relativ schwer
  • begrenzte Leistung bei niedrigen Temperaturen

Vor- und Nachteile von Lithium-Batterien

Lithium-Batterien sind die Meister unter den Batterien. Kein Memory-Effekt, deutlich längere Laufzeiten und im Gesamtgewicht viel leichter. Leider ist der Anschaffungspreis um ein vielfaches höher.

Vorteile:

  • wartungsfrei
  • sehr gutes Leistungsgewicht
  • auslaufsicher
  • sehr hohe Stromentnahme möglich
  • hoher Wirkungsgrad
  • sehr schnell zu laden
  • extrem langlebig

Nachteile:

  • sehr hoher Preis
  • noch zu wenige Varianten verfügbar
  • modernste Ladetechnik erforderlich

Fazit/ Kaufempfehlung:

Von einer Nassbatterie würde ich persönlich abraten. Gegenüber den anderen Technologien, sind hier keine nennenswerten Vorteile zu erkennen. Wer einen Wechselrichter im Einsatz hat und auch im Winter autark seien möchte, der sollte zu einer AGM Batterie greifen. Auch machen längere Standzeiten AGM Batterien nicht viel aus.

Wer keinen Wechselrichter für etwa die Kaffeemaschine benötigt, sondern eine konstante Dauerstrom-Leistung, die man auch mal tiefer entladen kann, der sollte zu einer Gel Batterie greifen. Was den Wintereinsatz angeht, so sehe hier nicht so die Probleme, weil ich im Winter eh auf einem Stell oder Campingplatz stehe und mich an die Stromsäule anschließen kann. Weiterhin werden wir ja auch im Winter über die Solaranlage mit Strom versorgt.

Wir haben uns für 2 Exide ES900 Equipment Gel (80Ah)entschieden. Sie bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis. Die Zyklenzahl ist zum einen höher und man kann ihr im Vergleich zu einer AGM-Batterie, mehr an Kapazität entnehmen.

Lithium-Akkus kommen aufgrund ihres noch zu hohen Preises, leider für uns nicht in Frage. Wenn wir wie so wie manch anderer, unser Haus gegen ein Wohnmobil tauschen würden, dann käme die Lithium Technologie sicherlich in Frage.


Nachtrag

Der Hersteller LMC hat die mir entstandenen Kosten, für die neue Batterie und die Kosten der Werkstatt für den Aus-und Einbau komplett auf Kulanz übernommen. Der Ablauf war absolut unbürokratisch und wie gewohnt sehr freundlich. Vielen Dank dafür.

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Marc Broch

Hallo! Mein Name ist Marc und bin glücklicher Besitzer eines Wohnmobils. Ich freue mich jedesmal auf Veränderungen am Fahrzeug und natürlich auf neue Touren mit der Familie.

Wir haben das Campen als eine sehr schöne Alternative zum eher „klassischen“ Hotelurlaub für uns entdeckt und sind seit Ende 2015 mit einem Wohnmobil in Europa unterwegs.