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Gewicht einsparen

Wie viel darf man in seinem Wohnmobil wirklich zuladen?

Schon vor dem Kauf eines Wohnmobils sollte man auf die Zuladung achten, weil was nützt einem das schönste Fahrzeug, wenn man damit vom Gesetz her, eigentlich nicht in den Urlaub fahren darf. Theoretisch ist es doch einfach, dass zulässiges Gesamtgewicht, welches bei den meisten Wohnmobilen 3,5 Tonnen beträgt, wird vom Leergewicht (beides im Fahrzeugschein) abgezogen und schon hat man die maximale Zuladung. Leider liegen hier Theorie und Realität weit auseinander und schwups ist man überladen.

Wer sich auf den Seiten der Reisemobilhersteller nach einem Fahrzeug informiert, der trifft auf Begriffe wie Leergewicht, Masse in fahrbereiten Zustand, Maximale Zulademöglichkeit und Technisch zulässige Gesamtmasse. Bei vielen Begriffen findet man auch noch ein * und darf in den Fussnoten weiter nach einer Erklärung suchen. Ich werde versuchen, dass ganze mal so einfach wie möglich zu erklären.

Fakt ist, die meisten Wohnmobile haben ein zulässiges Gesamtgewicht von 3500 Kilogramm und dieses darf nicht überschritten werden. Ansonsten kann es nicht nur teuer werden, sondern wer „nur“ einen B1 Führerschein besitzt, fährt dann sogar ohne eine gültige Fahrerlaubnis.

Ich habe leider noch keinen Hersteller, oder vor allem einen Händler gesehen, der das aktuelle Gewicht des Fahrzeugs im Vorfeld ausweist. Also einfach angibt, wie schwer ist das Fahrzeug so wie es da steht und zwar ohne Benzin, Wasser, Fahrer, usw. weil darauf hat man ja Einfluss und die Zuladung ist ja eh bei jedem etwas anders. Die Lösung ist zumindest bei neueren Modellen, die Preisliste der Hersteller und hier muss „einfach nur“ Posten für Posten addieren und kommt somit dem realen Grundgewicht recht nahe.

Anhand der Preisliste von LMC und der von uns bestellten und vor allem Gewichtsrelevanten Ausstattung, sieht das ganze dann so nämlich aus:

Beschreibung Gewicht
Leergewicht 2570
Ducato 35 2,3 ltr MJT, Gesamtgewicht 3.500 kg  30
Avantgarde Paket Grand Breezer: Fliegenschutztür Kurbelstützen im Heck, Radiovorbereitung, Vorverkabelung SAT, Dachklima, Solar, Komfortsitzbezüge für Fahrer- und Beifahrersitz“ 16,5
Chassis-Komfort-Paket: Klimaautomatik, elektr. beheiz-/ verstellbare Außenspiegel, Beifahrer-Airbag, Tempomat, Multifunktionslenkrad, 90 Liter Dieseltank, Spiegelantenne DAB-fähig“ 42,40
Heckgaragen-Paket: zusätzliche Heckgaragentür Fahrerseite, Verzurrschienen mit Ösen, Stauraumsystem in Heckgarage, Reserveradhalterung in Heckgarage.“ 9,50
Sonnenmarkise 5003 4,00 x 2,50 m (Wandmontage) 50
Beckengurte zusätzlich in Mittelsitzgruppe (entgegen der Fahrtrichtung) 4
Sitzgruppen- und Tischverbreiterung 2
Alkovenfenster zusätzlich auf der Beifahrerseite 3
4er Fahrradhalter am Heck 9
Faltrollosystem Fahrerhaus (560,00) 5
Truma DuoControl mit Crash Sensor 2
Truma Eis-Ex und Fernanzeige 1,5
Teppichboden für Wohnraum, gekettelt 6
Teppichboden für Cockpit mit Logo, gekettelt 2
Gesamtgewicht 2753 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 3500 kg
Zuladung für was auch immer 747 kg

Mit diesen Zahlen kann man schon ganz gut arbeiten und jetzt packt man seine persönlichen Dinge (inkl. den Personen) hinzu und zieht die von der errechneten Zuladung ab. Klar braucht man Diesel im Tank und Wasser wird man auch immer (etwas) dabei haben, aber jeder kann so einfach für sich rechnen, ob es passt oder halt auch nicht. Ich habe auch extra auf die Gasflaschen verzichtet, weil hier ist auch wieder jeder anders. Der eine fährt mit klassisch 2 vollen Stahlgasflaschen zu 11kg und das sind mit Eigengewicht 48 Kilo. Andere haben kleinere Flaschen, Alugas und andere haben wiederum einen LPG Gastank.

Bei Versicherungsabschluss muss übrigens eine Angabe über das zulässige Gesamtgewicht gemacht werden und nur dieses zulässige Gesamtgewicht ist versichert. Sollte das zulässige Gesamtgewicht, wegen Überladung, überschritten werden, verfällt der Versicherungsschutz und das ist fatal!

Seit dem 10.01.2014 müssen die Hersteller dem Käufer zwar ein CoC-Papier (Certificate of Conformity) aushändigen und in dem ist unter dem Punkt 13.2 die tatsächliche Masse aufgeführt. Die Zahl muss aus dem fahrbereiten Zustand und der vom Kunden bestellten Sonderausstattung bestehen. Der fahrbereite Zustand ist aber eher Quatsch, weil das Gewicht des Fahrers wird mit 75 kg veranschlagt; der Kraftstofftank ist zu 90 % und die anderen Flüssigkeiten enthaltenden Systeme (außer Systeme für gebrauchtes Wasser) sind zu 100 % des vom Hersteller angegebenen Fassungsvermögens gefüllt. Passt meistens nicht!

Am Ende dürfen die Werte der Hersteller, um maximal fünf Prozent abweichen und fünf Prozent sind hierbei eine Menge. Wenn der Wagen also neu bestellt wird, rechnet man die Toleranz am besten von vornherein mit ein. Wer aber ein gebrauchtes, oder wie wir neues, aber bereits beim Händler vorrätiges Fahrzeug kauft, fordert einfach ein aktuelle Wiegeprotokoll an und ist somit auf der sicheren Seite.

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4 Kommentare

  • Tim

    14. Juli 2017

    Hallo Marc,

    ein schöner und wichtiger Artikel zu einem, wie ich finde, recht komplexen Thema. Gerade, wenn man ein Wohnmobil nicht kauft, sondern nur mietet, ist ja häufig lediglich die maximale Zuladung angegeben. Mir war zum Beispiel bis vor kurzem auch nicht klar, dass auch Mitfahrer zur Zuladung zählen. Aus diesem Grund habe ich vor unserer letzten Tour tatsächlich alles gewogen, bevor ich es im WoMo verstaut habe.

    Viele Grüße,

    Tim (von „Ich konnte den Hund noch nie leiden“)

  • Marc

    Marc

    15. Juli 2017

    Hallo Tim, freut mich das dir der Artikel gefällt. Ich wünsche euch viel Spaß im Urlaub. Beste Grüße Marc

  • Tom

    9. August 2017

    Servus Marc,
    vielleicht fügst Du noch ein dass der ein oder andere WomoHersteller fürs Frischwasser eine Fahrstufe hat, einen Hahn der das Wasservolumen für die Fahrt auf bis zu 20% vom Tankvolumen begrenzt

  • Marc

    Marc

    9. August 2017

    Servus Tom, ich wusste gar nicht, dass es eine Funktion gibt. Kannst Du mir Beispiele nennen, also Hersteller und evtl. Model?

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